1994: Italien wird Fußball-Weltmeister, zudem kommt dort Silvio Berlusconi an die Macht. In Deutschland wird Helmut Kohl zum letzten Mal Bundeskanzler. Michael Schumacher holt erstmals den WM-Titel in der Formel 1 und in Japan kommt die erste Playstation auf den Markt.

Auch beim Thema Auto hatte 1994 einiges zu bieten. Wir zeigen Ihnen die wichtigsten Fahrzeuge, die demnächst 30 Jahre alt sind und damit zum Oldtimer werden. Vermutlich denken Sie bei manchem Modell das Gleiche wie wir: Der ist doch noch praktisch neu!

Alfa Romeo 145/146

Alfa Romeo 145/146

Nach über zehn Jahre erneuerte Alfa Romeo im Jahr 1994 den 33. Der Alfa 145 wurde ab Juli 1994 produziert, das fünftürige Schwestermodell stellte der Anfang 1995 vorgestellte 146 dar. Die interne Werksbezeichnung für 145 und 146 lautet Typ 930.

Der Karosserieentwurf des 145 geht auf Ermanno Cressoni zurück, den langjährigen Alfa-Romeo-Designchef. Cressoni war schon verantwortlich für die Gestaltung von Fahrzeugen wie der Alfetta Limousine, der Transaxle-Giulietta, des ersten Alfa 33 und des Alfa 75.

Mit dem 145 konnte Cressoni ein Fahrzeug mit einer Stufe in der Unterkante des Türfensters entwerfen. Dieses Merkmal wünschte sich Cressoni bereits für den Fiat Cinquecento, wo es allerdings aus Kostengründen nicht realisiert werden konnte. Ursprünglich wurde die Karosserie für den Lancia Delta entworfen und hatte große Ähnlichkeit mit der des Alfa 146 mit einem kurzen Stufenheck.

Der Alfa 145 basierte auf der Bodengruppe des Fiat Tipo. Diese wurde aufwendig modifiziert, um die Verwendung der längs eingebauten Boxermotoren des Vorgängers 33  zu ermöglichen. Spitzenmodell beim 145 war später der 2.0 Twin Spark mit zunächst 150 PS Leistung. 

Alfa Romeo Spider/GTV (916)

Alfa Romeo Spider/GTV (916)

Noch umstrittener als die Optik des 145 war das Design des neuen Alfa Romeo Spider und dessen geschlossener Variante GTV. Nach 28 Jahren bekam der Ur-Spider einen Nachfolger aus der Feder von Pininfarina. Dort hatte man den Entwurf bereits Ende der 1980er-Jahre fertig. Enrico Fumia zeichnete auch für das Design des 164 verantwortlich.

Basismotorisierung der neuen Baureihe (intern 916 genannt) war ein 2,0-Liter-Vierzylinder mit 150 PS Leistung. Teile der Bodengruppe teilten sich Spider/GTV (und auch der Alfa 145) mit dem Fiat Tipo. Zum motorischen Highlight avancierte ab 1995 der berühmte "Arese-V6" mit 3,0 Liter Hubraum und 192 PS. Zuletzt gab es 240 PS aus 3,2 Liter Hubraum. 2003 erfolgte noch ein größeres Facelift.  

Aston Martin DB7

Aston Martin DB7

Ursprünglich war der spätere Aston Martin DB7 als Ablösung des Jaguar XJ-S vorgesehen. Beide Marken gehörten in den 1990er-Jahren zur sogenannten "Premier Automotive Group" (PAG) des Ford-Konzerns. Und so wurde der Entwurf von Ian Callum samt Jaguar-Sechszylinder-Motorblock zum DB7. 

Die Produktion erfolgte im ehemaligen JaguarSport-Werk in Bloxham, Oxfordshire. Mit Sir David Browns Segen zur Verwendung der magischen "DB"-Initialen entstand ein vom DB6 inspirierter Sportwagen. "Project NPX" - der neue DB7 - wurde 1993 auf dem Genfer Automobilsalon unter allgemeinem Beifall enthüllt und ging im Juni 1994 in Bloxham in Produktion.

Der 3,4-Liter-DB7 wurde nicht nur einem strengen Testprogramm unterzogen, bei dem die internationalen Testgelände des neuen Eigentümers Ford voll genutzt wurden, sondern auch der dreifache Formel-1-Champion Jackie Stewart wurde hinzugezogen, um die Fahreigenschaften des neuen Aston Martin zu optimieren.

Audi A4

Audi A4

Neue Zeiten bei Audi: Vor 30 Jahren stellte die Marke ihre Nomenklatur um. Aus dem 80 wurde der A4, der 100 zum A6 und der Nachfolger des V8 zum A8. Der erste Audi A4 basierte auf der damals neuen B5-Plattform (PL45). Diese wurde später ebenfalls Grundlage für den VW Passat B5 (Typ 3B), Audi A6 C5 sowie Skoda Superb I.

Das Motorenangebot rangierte vom braven 1.6 mit 101 PS bis zum zunächst 174 PS starken 2,8-Liter-V6. Deutlich später sollten noch die extrastarken S4 und RS 4 folgen. Apropos: Erst Anfang 1996 stellte Audi der A4 Limousine auch einen Kombi zur Seite. Besonders beliebt waren die TDI-Diesel. Mit 1,7 Millionen Exemplaren in sieben Jahre Bauzeit war der A4 ein enormer Erfolg für die Marke. 

Audi A8

Audi A8

Bereits 1993 hatte Audi mit dem ASF Concept (Bild) einen sehr konkreten Ausblick auf den A8 gegeben, der ein Jahr später erschien. Die elegant gezeichnete Karosserie nutzte einen sogenannten "Aluminium Space Frame", um Gewicht zu sparen. Tatsächlich war das Basismodell mit 2,8-Liter-V6 nur gut 1,5 Tonnen schwer.

Bekannt wurde der Audi A8 später als Dienstfahrzeug von Bundeskanzler Gerhard Schröder. Topmodell ab 2001 war der mächtige 6.0 W12 mit 420 PS. Rund 105.000 A8 der Baureihe D2 wurden bis 2002 gebaut.

Audi RS 2

Audi Avant RS2

Obwohl 1994 der neue A4 sein Debüt gab, durfte der Audi 80 Avant noch etwas weiterleben. Darunter in einer Version, die es in sich hatte: Bei seinem Erscheinen 1994 war er der stärkste und schnellste je gebaute Serien-Audi, und bis zum Erscheinen des Audi S6 Plus im April 1996 das leistungsfähigste Fahrzeug in der Modellpalette von Audi. Werksintern wurde der Avant RS2 als P1 (P für Porsche) geführt und so bezeichnet.

Der Grund: Der Avant RS2 (damals noch ohne Trennung zwischen RS und der Ziffer) wurde bei Porsche gebaut. 98.900 Mark kostete der Kraft-Kombi in Deutschland, als Gegenwert bekam man einen 2,2-Liter-Turbo-Fünfzylinder mit 315 PS Leistung sowie die Außenspiegel vom Porsche 911 (993). In zwei Jahren wurden 2.891 Exemplare gebaut. 

BMW 7er (E38)

BMW 7er (E38)

Für viele gilt dieser BMW als einer der schönsten 7er. Dabei hatte der Vorgänger die Messlatte für den 1994 erschienenen E38 hochgesetzt. Dieser war das erste europäische Serienfahrzeug, was mit einem Navigationssystem ausgestattet werden konnte. Bei den Motoren gab es keine Überraschungen: Los ging es beim 728i mit 193 PS, darüber rangierten die Achtzylinder 730i und 740i. 

Topmodell blieb der 750i mit V12. Ab 1998 gab es moderne Common-Rail-Diesel, Spitzenmodell war hier der 245 PS starke 740d. Ab 1997 fertigte BMW den L7. Dieser basierte auf dem 750iL und wurde an der B-Säule zugunsten des Fonds nochmals um 25 Zentimeter verlängert. Somit war der L7 39 Zentimeter länger als die Kurzversion. Der Verkaufspreis betrug 246.000 D-Mark. 899 Exemplare liefen vom Band.

BMW 3er Compact (E36)

BMW 3er Compact

Gewöhnungsbedürftig geriet die Optik beim BMW-1er-Vorfahren 3er Compact. Streng genommen ist "3er Compact" sogar falsch: Als BMW Compact wollten die Münchner ihr neues Einstiegsmodell tituliert wissen. Doch spätestens zum Händlerstart im April 1994 war jedem klar: Das hier ist ein 3er. Zu offensichtlich war die Nähe zur Baureihe E36, zumal das stets dreitürige Fahrzeug intern als E36-5 geführt wurde.

4,21 Meter war der erste BMW 3er Compact lang, der Radstand von 2,70 Meter blieb hingegen gleich. Heute begehrt ist das damalige Topmodell, der 170 PS starke 323ti mit Sechszylinder.

Euro-Vans

Euro-Vans

Inzwischen befinden sich Fiat, Lancia, Peugeot und Citroën unter einem Konzerndach. Am Beginn der Van-Welle der 1990er-Jahre fand man sich zusammen, um ein gemeinsames Modell unter verschiedenen Namen auf den Markt zu bringen. Schließlich kannte man sich noch vom Fiat Ducato und dessen Ablegern.

Heraus kamen ziemlich baugleiche Vans: Der Citroën Evasion, der Fiat Ulysse, der Lancia Zeta sowie der Peugeot 806. Es gab es bis zu sieben einzeln entnehmbare Sitze und Schiebetüren hinten. Hinzu kam mit 2,82 Meter viel Radstand für 4,46 Meter Länge. Insgesamt wurden etwa 321.000 Fahrzeuge der ersten Euro-Van-Generation gebaut. 168.000 davon waren Peugeot 806, 131.000 Fiat Ulysse, dazu 90.000 Citroën Evasion. Recht selten blieb der Lancia Zeta, von dem nur gut 22.000 Exemplare entstanden. 

Ferrari F355

Ferrari F355

Dass ein Auto ein eigenes Videospiel bekommt, ist selten. Doch auf der Sega Dreamcast konnte man einst "F355 Challenge" spielen. Also den Nachfolger des Ferrari 348. Obwohl der F355 dem 348 optisch nicht unähnlich war, handelte es sich doch um ein weitgehend neues Auto.

So gab es einen speziellen Unterboden, der den aus der Formel 1 bekannten "Ground Effect" für eine bessere Straßenlage bei hohem Tempo nutzte. Und einen längs eingebautes Fünfventil-V8 mit 3,5 Liter Hubraum und 380 PS Leistung, Ohne Turbo, wohlgemerkt. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 295 km/h. Neben der geschlossenen Berlinetta gab es noch den targa-ähnlichen GTS und 1999 den nur 100-mal gebauten F355 Spider.

Fiat Coupé

Fiat Coupé

Ja, dieses hinreißende Design stammt von Chris Bangle. DEM BMW-Bangle, dessen dortige Kreationen bis heute umstritten sind. Ein Highlight aus seiner Zeit in Italien ist das Fiat Coupé (oder auch Coupé Fiat), das von 1994 bis 2000 gebaut wurde. Die Frontpartie zitiert angeblich den ersten Ford GT. Auffallend war das in Wagenfarbe lackierte Cockpit.

Die damalige Topversion wurde von einem 2,0-Liter-Fünfzylinder-Turbomotor mit 20 Ventilen angetrieben, der eine Leistung von 220 PS erreichte. Insgesamt entstanden 72.762 Exemplare des Fiat Coupé bei Pininfarina.

Fiat Punto Cabrio

Fiat Punto Cabrio

Ein sympathischer Winzling mit Stoffverdeck: das Fiat Punto Cabriolet. Kein Geringerer als Giugiaro zeichnete die schlichte Karosserie mit dem steilen Heckdeckel. Gebaut wurde der 3,77 Meter kurze Wagen von Bertone im italienischen Grugliasco, weshalb das Bertone-Logo auf den Kotflügeln glänzte. Im April 1994 erschien das Fiat Punto Cabriolet zusätzlich zur Limousine, es wurde bis Juni 2000 gebaut.

Das viersitzige Punto Cabriolet entstand zur gleichen Zeit wie der normale Punto (intern Typ 176 genannt) auf den Fiat-Reißbrettern. Heraus kam eine laut Fiat steife Karosseriestruktur ohne Überrollbügel, aber unter anderem mit Verstärkungen entlang der Frontscheibe. Zudem waren alle Punto teilverzinkt (laut Fiat 60 Prozent des Karosseriegewichts), leider knabbert heutzutage trotzdem der Rost an den verbliebenen Punto Cabriolets.

Ford Scorpio II

Ford Scorpio II

Man muss ihn schon sehr liebhaben, den skurrilen Ford Scorpio II. Der Scorpio hatte es schon seit seinem Start im Jahr 1985 schwer. 1994 erfolgte schließlich ein Modellwechsel (eigentlich eine große Modellpflege), die ihm den Rest gab. Die Optik wurde im amerikanischen Stil modernisiert. An das Limousinen-Heck mit den schmalen Rückleuchten hätte man sich vielleicht noch gewöhnen können, aber die glupschäugige Front schoss den Vogel ab.

Jaguar XJ (X300)

Jaguar XJ (X300)

Bei der fünften Generation des XJ fand Jaguar zurück zu klassischen Formen. Dabei basierte die intern X300 genante Baureihe noch auf dem Vorgänger XJ40. Durch eine geschickte Modellpflege, vornehmlich im Bereich von Scheinwerfern, Stoßfängern, Türgriffen und Heckleuchten entstand im Vergleich eine rundlichere Linie. Mit Erfolg: Bis 1997 entstanden 92.000 Exemplare inklusive des Topmodells XJ12 mit mächtigem 6,0-Liter-V12.

Kia Sportage

Kia Sportage

Vor 30 Jahren galt die Marke Kia noch als Anbieter von fragwürdigen Billigautos, nur wenige hatten sie auf dem Schirm. Das änderte sich 1994 mit der ersten Generation des Sportage. Das zwischen 3,76 und 4,34 Meter lange Modell basierte zwar auf einer Geländewagen-Plattform, nahm aber schon einige SUV-Anleihen vorweg. Für den europäischen Markt wurde der Sportage zunächst in Südkorea, später beim deutschen Fahrzeughersteller Karmann in Osnabrück gefertigt.  

Lancia Kappa

Lancia Kappa

Im Zeichen des K: Der Kappa war ab August 1994 als Nachfolger des Thema das Spitzenmodell im Lancia-Programm und kam nach einer besonders langwährenden Entwicklungszeit, die von vorne herein sämtliche Mängel unterbinden und ein hohes Qualitätsniveau sichern sollte, auf den Markt.

Festgelegt wurde die Schreibweise Lancia k und in allen Sprachen die italienische Sprechweise Lancia Kappa. Entworfen wurde die Kappa Limousine durch die hausinterne Designabteilung Lancia Centro Stile unter Mitarbeit des Turiner Designunternehmens IDEA. 1996 folgte ein Kombi, 1997 das Coupé.

Angetrieben wurde der Kappa wahlweise von einem Zweiliter-Turbo-Vierzylinder (205 PS), einem Zweiliter-Fünfzylinder (145 PS), einem 2,4-Liter-Fünfzylinder (175 PS), einem Dreiliter-V6 (204 PS) oder einem 2,4-Liter-Turbodiesel mit 124 PS.

Maserati Quattroporte IV

Maserati Quattroporte IV

Hier war der Name Programm: Ein Maserati mit vier Türen, auf italienisch "quattro porte". Nach dreijähriger Pause kehrte die schnelle Luxuslimousine in ihrer vierten Generation zurück. Der im März 1994 vorgestellte Quattroporte IV trug wieder den traditionsreichen Namen, wobei er sich technisch und optisch stark an den Ghibli und den 430 anlehnte.

Anfangs gab es ihn nur mit V6-Motoren mit einem Hubräumen von 2000 und 2800 ccm (287 bzw. 284 PS), ab 1996 auch mit dem V8-Motor des Maserati Shamal. Dieser hatte einen Hubraum von 3200 ccm und leistete 246 kW (334 PS). Nachdem Ferrari im Frühjahr 1997 Eigentümer Maseratis geworden war, wurde die Produktion des Quattroporte IV zunächst ausgesetzt, um Veränderungen in der Fertigung vorzunehmen. Zugleich wurde das Auto in zahlreichen Details überarbeitet. Insgesamt lief der Quattroporte IV bis Mai 2001 in 2.400 Exemplaren vom Band.

Opel Omega B

Opel Omega B

Noch heute hat der zweite Opel Omega viele Fans, obwohl er die letzte Generation der großen Baureihe mit Hinterradantrieb war. Ende April 1994 erschien der rundliche Omega B als Limousine und Kombi mit Antrieben zwischen 115 PS und 211 PS im Spitzenmodell MV6.

Im August 1999 erfolgte ein großes Facelift (unser Bild) mit deutlichen Änderungen an Front und Heck. Der V6 kam nun auf 3,2 Liter Hubraum, neu war ein von BMW zugekaufter 2,5-Liter-Sechszylinder-Diesel. Als ultimativer Omega gilt der Omega V8. Geplant war der Einbau des 5,7-Liter-V8 aus der Corvette. Premiere hätte im Jahr 2000 sein sollen. Zum endgültigen Todesurteil entwickelte sich das nicht standfeste Automatikgetriebe. 2003 endete die Produktion des normalen Omega B.

Opel Tigra A

Opel Tigra A

Kaum ein anderes Modell schreit so laut und deutlich "90er!" wie der Opel Tigra A. 1993 stand er erstmals als Studie auf der IAA in Frankfurt. Daneben auch ein leider nie verwirklichter Roadster (erst der Tigra B kam offen, dann aber mit Metallklappdach).

1994 begann die Produktion des Tigra A in Saragossa parallel zum ein Jahr zuvor erschienenen Corsa B. Vom diesem stammte die technische Basis des mit 3,92 Meter rund 20 Zentimeter längeren Tigra. In etwa gleich war der Radstand von 2,43 Meter. Dennoch war der sehr rundlich gestaltete Tigra mit seiner Glas-Heckklappe nach Art des Porsche 924/944 deutlich enger geschnitten. Zwischen 1994 und Mitte 2001 liefen exakt 256.392 Tigra A vom Band.

Peugeot 306 Cabriolet

Peugeot 306 Cabriolet

Italienische Eleganz für ein französisches Cabrio: Der offene Peugeot 306 beeindruckte mit einer schlicht-schönen Linienführung ohne Überrollbügel aus dem Hause Pininfarina. Dort wurde das 306 Cabriolet auch produziert, wodurch der 306 das letzte Cabrio von Peugeot war, das in Italien gebaut wurde, und zwar neben einer Ferrari-Fertigungsstraße.

Der Wagen ist mit einem Stoffdach versehen, das vollständig in einem Verdeckkasten versenkbar ist und unabhängig von der Kofferraumhaube durch eine eigene Haube geschützt wird. Der Kofferraum bleibt somit gleich. Das Dach war zunächst – je nach Modell – mit Hand- oder elektrohydraulischer Betätigung lieferbar, die Heckscheibe ist bei allen Modellen nicht aus Glas, sondern aus Kunststoff.

Porsche 911 Cabriolet (993)

Porsche 911 Cabrio (993)

Für viele Elfer-Fans ist die luftgekühlte Baureihe 993 von Porsche der letzte wahre 911. 1994 ergänzte das Cabriolet das Modellangebot. Als Turbo gab es den offenen 911 damals nicht, sondern "nur" mit dem normalen 3,6-Liter-Boxer: Anfänglich 272 PS stark, leistete der Zweiventiler – erneut mit einer Doppelzündung ausgestattet – ab 1995 bereits 285 PS. Auf Wunsch stellte Porsche eine 300-PS-Variante bereit.

Range Rover II (P38)

Range Rover II (P38A)

Nach 24 Jahren bekam der altehrwürdige Range Rover anno 1994 endlich einen Nachfolger: Bereits 1988 begann man bei Land Rover mit der Entwicklung des Nachfolgers. Das Projekt wurde intern zuerst unter der Bezeichnung Pegasus geführt, später als Projekt 38A (so hieß das Gebäude, in dem die Projektbeteiligten arbeiteten).

Am 29. September 1994 wurde der "New Range Rover" der Öffentlichkeit präsentiert. Es war das erste neu vorgestellte Modell der Rover Group nach der Übernahme durch BMW. Im Juni 1998 wurde ein kleines Facelift durchgeführt.

Auch der P38A basiert auf einem Leiterrahmen, in diesem Fall mit jeweils von Längslenkern und einem Panhardstab geführten Starrachsen. Alle Modelle verfügen über eine elektronisch gesteuerte Luftfederung, die es erlaubt die Bodenfreiheit an die jeweiligen Einsatzbedingungen anzupassen. Der P38A wurde von Mitte 1994 bis Anfang 2002 gebaut

Renault Laguna

Renault Laguna

Mit dem neuen Laguna setzte Renault endlich auf namentliche Konstanz in der Mittelklasse. Von 1994 bis 2015 sollten insgesamt drei Baureihen diesen Namen tragen. Der erste Laguna wurde November 1993 als Nachfolger des Renault 21 der Öffentlichkeit vorgestellt, wobei die Markteinführung im Januar 1994 erfolgte.

Im September 1995 folgte der Kombi. Während dieser in Frankreich nach Vorbild des Renault 21 auf den Namen "Nevada" hörte, erhielt er in Deutschland die Bezeichnung "Grandtour", die sich später international und modellübergreifend durchsetzte.

Neben drei Vierzylindern bot Renault für den Laguna zum Marktstart erstmals im Segment auch einen 167 PS starken 3,0-Liter-V6-Benziner an, der eine Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h ermöglichte. Bis 2001 entstanden 1,52 Millionen Exemplare des ersten Laguna.

Saab 900 II Cabriolet

Saab 900 II Cabrio

Da konnte sich US-Comedian Jerry Seinfeld in seiner legendären Serie sogar ganze Folgen lang mit seinem neuen Saab 900 Cabriolet befassen. Für die harten Fans der Marke war die zweite Generation der Baureihe trotzdem nur ein verkappter Opel Vectra. Zugegeben, GM/Opel-Technik steckte tatsächlich genug drin. Aber Saab bemühte sich massiv, aus diesen Zutaten etwas Eigenes zu kochen.

Und natürlich war die 1993 erschienene Neuauflage des Saab 900 nicht komplett ohne das Cabriolet. Wie gehabt gab es auch dort Vierzylinder mit oder ohne Turbo sowie einen V6 aus dem Opel-Regal. Als 9-3 lebte das 900 Cabrio noch bis 2002 weiter.

Skoda Felicia

Skoda Felicia

Der zwischen 3,85 und 4,20 Meter lange Felicia war 1994 das erste neue Modell nach der der Übernahme von Skoda durch Volkswagen. Wobei: So neu war der Kleinwagen dann doch nicht. In seinen Grundzügen basierte er auf seinem Vorgänger Favorit, von dort stammten auch die Motoren bis 58 PS.

Zahlreiche VW-Teile beziehungsweise Teile von VW-Zulieferern wurden aber verbaut, so stammte der 1,6-l-Benzinmotor wie auch der Diesel von Volkswagen. Auch die Außenspiegel stammten vom VW Polo III. 1995 folgte der Felicia Combi, 1999 erschien mit dem Fabia der Nachfolger. 

Subaru Impreza WRX

Subaru Impreza WRX STI

Schon das legendäre Typenkürzel WRX STI (WRX steht für World Rally Cross beziehungsweise World Rally eXperimental, STI für die Motorsport-Division Subaru Tecnica International) weist auf Herkunft und Mission des vielseitig talentierten Hochleistungsathleten hin. Sein Debüt feierte er im Januar 1994 in Japan als Topmodell des kompakten Subaru Impreza.

Bereits im Vorjahr hatte er sich im Sportdress erste Sporen bei der Rallye-Weltmeisterschaft verdient und nahm nun Kurs auf den WM-Titel, der schon ein Jahr später gewonnen werden konnte. Die Straßenversion des ersten WRX STI war mit einem drehfreudigen 2,0-Liter-Turbo-Boxer ausgerüstet, der anfangs 184 kW (250 PS) leistete. Die zweite Generation des sportlichen Impreza schaffte es im Jahr 2001 schließlich auch nach Europa.

Toyota RAV4

Toyota RAV4

Er gilt gemeinhin als Urvater aller SUV: Die Wurzeln des RAV4, der 1994 als allererstes SUV auf den Markt kam, können bis Mitte der 1980er-Jahre zurückverfolgt werden, als Toyota die Idee 1986 erstmals entwickelte. Erst 1989 wurde auf der Tokyo Motor Show ein Konzept für ein kleines CUV mit dem Namen "RAV Four" vorgestellt - die Kurzbezeichnung für "Recreational Active Vehicle mit Vierradantrieb".

Es dauerte bis 1994, bis der RAV4 der ersten Generation in Japan und Europa auf den Markt kam, wobei die USA erst 1996 das kleine SUV erhielten. Tatsächlich war der erste Serien-RAV4 als Dreitürer nur 3,72 Meter lang.

Toyota Celica VI

Toyota Celica VI

In sechster, 1993 aufgelegter Generation hatte die Toyota Celica (T200) bereits fast alle Sportcoupé-Wettbewerber von einst überlebt. Mehr Kraft bei weniger Gewicht in muskulösen Coupé-Konturen: Mit diesem Konzept sollte sich die bereits meistverkaufte japanische Sport-Ikone der Vier-Millionen-Produktionsmarke nähern. Und so verzichtete die Celica auf die Klappscheinwerfer zugunsten leichterer Doppel-Rundscheinwerfer.

Trotz zusätzlicher Sicherheitstechniken wie massiven Seitenaufprallschutzes und Airbag wurde der Celica 50 Kilogramm leichter als der Vorgänger. Möglich machte das auch der Einsatz von hochfesten Stählen. Das Ergebnis: Ein neu aufgenommener Basismotor mit 85 kW/115 PS erfüllte bereits milde sportive Ansprüche, am anderen Ende stand das 178 kW/242 PS entwickelnde Spitzenaggregat im Celica GT-Four für furioses Temperament. Und dann gab es noch den 515 kW/700 PS abgebenden Celica, mit dem Rod Millen im Juli 1994 eine neue Rekordzeit beim „Race to the Clouds“ auf den Pikes-Peak herausfuhr.

VW Polo III

VW Polo III (6N)

Endlich ein neuer VW Polo! Das dachten so manche Zeitgenossen, als im September 1994 die dritte Generation nach 13 Jahren den Vorgänger ablöste. Endlich gab es hintere Türen, ebenso moderne Sicherheitsausstattung wie Airbags. Der gediegene Innenraum erinnerte im 3,72 Meter kurzen Polo an eine Art kleinen Golf. 1995 spendierte Seat zudem eine Version mit Stufenheck (Polo Classic) und einen Kombi (Polo Variant).

Besonders bekannt wurde der Polo als vierfarbiges Modell Harlekin – ursprünglich nur mit 20 Fahrzeugen (Ur-Harlekin) für Werbezwecke als Symbol für das Baukastenprinzip der Ausstattungsmodule gebaut. Aufgrund der Nachfrage nach dem bunten Polo wurde die Modellvariante realisiert. Angeblich entstanden zwischen 1995 und 1997 exakt 3.806 Fahrzeuge. 1999 erfolgte das größte Facelift des Polo III, der bis 2001 gebaut wurde.

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