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BMWs elektrischer M3 imitiert keinen V8. Er macht etwas Cooleres
Man will keinen V8, V10 oder Reihensechszylinder kopieren, sondern einen ganz eigenen Klang für die Beschleunigung schaffen

Bild von: BMW

Von: Andrei Nedelea
Übersetzt von: Roland Hildebrandt
Veröffentlicht von: Roland Hildebrandt
10. Jun. um 08:56 Uhr
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BMW räumt ein, dass schnelle Elektroautos ein großes Problem haben. Klar, sie beschleunigen brutal – doch ohne das akustische Feedback, an das Fahrerinnen und Fahrer gewöhnt sind, fällt es auf der Rennstrecke schwer, das Tempo richtig einzuschätzen. Genau daran will BMW mit dem kommenden elektrischen M3 arbeiten.
In einem früheren Video mit Einblicken in die Entwicklung des M3 Elektro zeigte BMW, wie Ingenieure drei der ikonischsten M-Modelle aufzeichneten. Ich ging davon aus, dass die Aufnahmen später als Beschleunigungs-Sound für den ansonsten leisen Elektro-M3 dienen sollen. In einem neuen Video stellt BMW nun jedoch klar: Die echten Geräusche sollen im Serienauto gar nicht direkt verwendet werden.
Stattdessen hat BMW die Sounds analysiert, um zu verstehen, warum viele Menschen sie so attraktiv finden – und diese Erkenntnisse genutzt, um für seine Performance-Stromer einen überzeugenderen, künstlichen Klang zu entwickeln. Das Ergebnis wirkt sehr aufregend und aggressiv, mit Anklängen an einen Verbrenner, aber zugleich mit einem eigenen, markant hochfrequenten Charakter.
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Das Ziel ist ausdrücklich nicht, Fahrerinnen und Fahrer glauben zu lassen, sie säßen in einem echten Verbrenner, sondern etwas Eigenständiges zu schaffen. Das ist ein anderer Ansatz als bei Modellen wie dem Hyundai Ioniq 5 N und dem kommenden Mercedes-AMG GT 4-Türer – mit künstlichem V8-Sound und vibrierenden Sitzen.
Anders gesagt: BMW will nicht, dass der elektrische M3 so tut, als hätte er Kolben. Die Idee ist vielmehr zu verstehen, was an großartigen Verbrennungsmotoren starke Emotionen auslöst – und das anschließend in ein System zu übertragen, das dieses Gefühl nachbildet, ohne einen Motor 1:1 zu imitieren. Das klingt etwas verkopft, aber schlecht klingt es definitiv nicht.
Bei der Analyse des V10-Klangs merkt einer der Ingenieure an, dass er bei konstant 6.000 U/min sehr flach und langweilig wirkt. Selbst der mächtige S85 des M5 von 2005 hat also weniger ideale Passagen, und BMW M wollte, dass der Sound für den M3 Elektro frei von solchen "toten" Bereichen ist – und über den simulierten Drehzahlbereich hinweg durchgehend spannend bleibt.
Bildergalerie: BMW M3 Elektro (2026) Erlkönig

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Quelle: Automedia
Unklar bleibt im Video, wie man mit den "Gängen" interagieren soll. Elektroautos haben in der Regel nur einen Vorwärtsgang, manche verfügen über eine zweite Übersetzung – einige Hersteller simulieren jedoch bewusst mehrere Gangwechsel. Es klingt, als könnte BMW diesen Weg ebenfalls gehen, um dem Beschleunigen des Allrad-Setups mit vier E-Motoren mehr Drama zu verleihen. Bei Minute drei ist zu sehen, wie der Ingenieur am Steuer auf der Strecke die rechte Schaltwippe am Lenkrad zieht – das könnte einem "Hochschalten" entsprochen haben.
BMW will zudem ein spürbares Fortschreiten beim Beschleunigen und beim Aufbau von Tempo erzeugen. Heißt: Der Klang soll sich über die simulierten Gänge verändern und mit steigender Geschwindigkeit intensiver werden. Vermeiden wollten die Entwickler dabei vor allem ein dröhnendes Geräusch, wie es manche Hochleistungs-Verbrenner bei konstanten Drehzahlen zeigen – gleichzeitig sollen aber auch Anklänge eines E-Motor-Sounds enthalten sein (aufgenommen von den eigenen Antriebseinheiten des Fahrzeugs, ähnlich wie beim Ferrari Luce).

BMW M3 Elektro (2026) im Rendering von Motor1.com
Bild von: Motor1.com
Die Grundidee dahinter: Der Klang muss dem Fahrer dienen – als Orientierung und Feedback. BMW testet den M3 Elektro auf der Nürburgring-Nordschleife, wo hörbare Referenzpunkte – etwa das Hoch- oder Runterschalten im Verbrenner – entscheidend sind, um intuitiv zu verstehen, wie schnell man ist, ohne ständig auf den Tacho zu schauen.
Und solche akustischen Referenzpunkte werden beim elektrischen M3 sogar noch wichtiger als beim Verbrenner-Modell, weil das EV deutlich schneller und in der Leistungsabgabe kompromissloser sein dürfte. Ob man die Fake-Gänge am Ende selbst steuern kann oder nicht: BMW versucht offensichtlich, den M3 Elektro so aufregend wie möglich zu machen – und folgt dabei nicht dem gängigen Rezept. Ich bin gespannt, ob das Konzept aufgeht.
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