Baut VW einen exklusiven Pick-up für die USA?
Berichten zufolge erwägen die Wolfsburger nach einer Strategie-Neuausrichtung für Nordamerika die Produktion eines Trucks
Volkswagen steckt derzeit in einer turbulenten Phase. Berichten zufolge könnten etliche Entlassungen und Werksschließungen bevorstehen. Der Konzern befindet sich in einer Umstrukturierung, die auch umfassende Änderungen am US-Modellprogramm vorsieht. Und genau in diesen blitzt eine ungeahnte Neuheit durch: Ein VW Pick-up für den US-Markt könnte nun tatsächlich Realität werden.
Laut einem neuen Bericht von Reuters planen die Wolfsburger einen in den USA gebauten Pick-up als Teil einer breiter angelegten Strategie zur Stärkung ihrer Position in Nordamerika. Zwar verkauft VW den Amarok oder den Tukan in etlichen Regionen der Welt, doch in den Vereinigten Staaten wurde bislang nie ein moderner Mid-Size- oder Full-Size-Pick-up angeboten.
Volkswagen Amarok
Dem Bericht zufolge peilt Volkswagen eine Markteinführung noch vor Ende des Jahrzehnts an. Die Produktion könnte im Werk Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee erfolgen. Dort werden derzeit die SUV Atlas und Atlas Cross Sport gebaut. VW richtet seine US-Fertigungsstrategie zunehmend auf Fahrzeuge aus, die den Vorlieben amerikanischer Käufer besser entsprechen.
Mid-Size oder Full-Size?
Details zu dem Pick-up sind noch rar, doch Volkswagen dürfte kaum direkt in das hart umkämpfte Segment der Full-Size-Pick-ups einsteigen, das von Modellen wie dem Ford F-150 und dem Chevrolet Silverado dominiert wird. Stattdessen könnte der Hersteller auf die kompakten oder mittleren Klassen zielen, in denen Fahrzeuge wie Ford Maverick, Toyota Tacoma und Honda Ridgeline eine treue Kundschaft aufgebaut haben.
Es ist nicht das erste Mal, dass Volkswagen einen Pick-up für die USA in Betracht zieht. Das Unternehmen zeigte 2018 das Konzeptfahrzeug Atlas Tanoak und 2019 den kleineren Tarok – beide gaben einen Ausblick darauf, wie ein VW-Pick-up für amerikanische Käufer aussehen könnte.
Ein Serienmodell könnte bestehende Volkswagen-Plattformen nutzen, um die Entwicklungskosten im Rahmen zu halten. Unklar ist allerdings, ob der Pick-up auf einen klassischen Leiterrahmen setzen würde oder auf eine selbsttragende Karosserie. Auch eine Partnerschaft mit einem anderen Hersteller, etwa Ford, lässt sich nicht ausschließen, da beide Unternehmen bereits bei mehreren globalen Fahrzeugprojekten zusammenarbeiten. Beispielsweise bei Transit und Transporter oder ID.4 und Capri.
Bislang verrät VW noch keine Details dazu, wie sein erster moderner Pick-up für den US-Markt aussehen könnte. Nach Jahren voller Studien und Spekulationen scheint die Idee jedoch so nah an der Realität wie nie zuvor.
Ein Volkswagen-Pick-up würde für den US-Markt durchaus Sinn ergeben. Der Amarok ist international erfolgreich, und amerikanische Käufer haben gezeigt, dass es ein großes Interesse an kleineren Pick-ups gibt, die alltagstauglich sind. Gerade weil sie Abstriche bei den Abmessungen und Kosten eines Full-Size-Modells mitbringen. Zudem verlieren sie in China immer mehr Absatz. Die Erschließung neuer Märkte erscheint daher sinnvoll.
Quelle: Reuters
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