Kraxel-Kasten

Rund 643.500 Kilometer misst das deutsche Straßennetz. Unbefestigt ist davon nur ein Bruchteil. Trotzdem fluten die Autohersteller zunehmend den Markt mit Modellen in rustikaler Gelände-Optik. Unlackiertes Plastik und eine Höherlegung sollen dem Kunden suggerieren, dass er überall durchkommen könnte. Tut er natürlich dann doch nicht. Denn eigentlich kehren die Autos nur zu dem zurück, was vor 30 Jahren Standard war: Schutzleisten und genug Bodenfreiheit. Aber die Masche zieht, wie auch VW gemerkt hat. Dort bekamen die entsprechenden Modelle einst den Extranamen ,Cross", jetzt ist es ,Alltrack". Jüngstes Mitglied dieser Familie ist der VW Caddy Alltrack.

Jenseits von Afrika
Wobei die Bezeichnung ,Alltrack" (übersetzt etwa ,alle Fahrbahnen") auch beim Caddy in die Irre führt, denn für eine Afrika-Expedition fehlt dem Hochdach-Kombi dann doch einiges. Etwa eine Höherlegung. Sie lesen richtig, der Alltrack weist die gleichen 16 Zentimeter Bodenfreiheit wie die Normalversion auf. Und auch einen Allradantrieb gibt es nur für zwei Motorvarianten. Immerhin, ein sogenanntes Schlechtwege-ABS ist serienmäßig. Der Rest fällt eher unter die Kategorie ,Show": Schwarze Beplankungen der Radhäuser und Schweller sowie ein Design-Unterfahrschutz (Originalton VW!). Dazu ein anderer Kühlergrill mit Chrom und silberfarben lackierte Außenspiegelgehäuse. Die glänzenden 17-Zoll-Alufelgen runden den paradoxen Auftritt ab. Gestein und Geröll dürften nämlich nicht zu den größten Felgen-Freunden zählen.
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