Endlich mehr als nur schnell?

Hin und wieder gibt es Dinge, die fühlen sich gut, aber irgendwie nicht richtig an. Dass ein Auto der Kompaktklasse so fürchterlich schnell ist, zum Beispiel. Im neuen Audi RS 3 über zu enge, zu schlechte römische Hinterland-Straßen zu fliegen, hinterlässt in der Tat einen etwas surrealen Eindruck. Er hat jetzt 367 PS und lächerlich viel Drehmoment (465 Newtonmeter), dass auch noch lächerlich früh und lange anliegt (1.625 bis 5.550 U/min). Außerdem wurde ihm die neueste Haldex-Allrad-Generation implantiert, die jetzt wesentlich schneller mit den Kräften jongliert und laut Audi keine Lust mehr auf Spaßbremsen-Modus hat. Bis zu 100 Prozent der Kraft können nach hinten wandern und es sollen sogar ,kontrollierte Drifts" möglich sein. Das klingt verlockend.

Ja, das ist noch Kompaktklasse
Ach ja, dank des sakrosankten MQB-Baukastens hat der RS 3 auch noch um gut 55 auf (immer noch recht reichhaltige) 1.595 Kilo abgespeckt. All das führt zu beängstigenden Leistungsdaten: In 4,3 Sekunden gräbt und schiebt sich der neueste RS auf 100 km/h. Schluss ist im besten Fall bei 280 Sachen. Nur zur Erinnerung: Es handelt sich um ein kompaktes Schrägheck. Und zwar um eines, dass trotz des typischen RS-Lufteinlass-Overkills, breiterer Kotflügel vorne, 19-Zoll-Rädern und eines veritablen Doppelrohr-Auspuffs weitgehend auf optische Sozialverträglichkeit aus ist. Innen ist es nicht anders: Es gibt kunstvoll bestickte Sportsitze, mit Alu überzogene Pedale und ein Lenkrad mit Alcantara an den falsch...