Gunther Werks 400R im Test: Luftgekühlte Neuinterpretation

Meine erste Fahrt mit einem Porsche 911 der 993-Serie war eine wirkliche Überraschung. Nachdem ich einen 911 SC von 1983 besessen (und geliebt) hatte, fühlte ich mich von der letzten Generation von luftgekühlten Porsches anzogen. Der 993, gebaut in den Modelljahren 1995 bis 1998, markierte den Höhepunkt und das Ende einer Ära. Aber als ich mich dann irgendwann hinter das Steuer eines 993 setzte, fühlte er sich fast zu kultiviert und weich an, eher wie ein Langstrecken-Cruiser als wie ein raubeiniges Rennstrecken-Tool.

Heute werden die luftgekühlten 911 von den Porsche-Fans gnadenlos fetischisiert. Handgefertigte Singer-Modelle können schon mal 750.000 Dollar (660.000 Euro) kosten. Ihr Erfolg inspirierte zahllose Tuner, teure Versionen von großartigen luftgekühlten Porsches neuerer Jahrgänge anzubieten. Und so sitze ich nun auf der Spring Mountain Motorsports Ranch am Steuer eines Porsche 993, der praktisch nicht als 911 wiederzuerkennen ist, und der das luftgekühlte Paradigma bis zum Äußersten streckt.

Das Alcantara-Lenkrad, in das ich greife, gehört zu einem 993, der von Gunther Werks überarbeitet wurde. Eine völlige Neuinterpretation mit einer ganzen Latte appetitanregender Modifikationen, entstanden unter der Leitung von Peter Nam, dem Gründer von Vorsteiner, einem kalifornischen Anbieter von hochwertigen Aftermarket-Rädern und Carbon-Karosserien.

Bevor ich in den Gunt...