Der Besitzer hat tatsächlich vor, damit Rennen zu fahren

Damit hat Singer Vehicle Design sein übliches Rezept wirklich gehörig durcheinander gewirbelt. Sagen Sie Hallo zur neuen All-Terrain Competition Study (ACS). Die hochgebockte Schönheit nimmt Anleihen an den Rally-Dakar-Siegern Porsche 953 und 959 und mixt das Ganze mit diversen neuen Ideen und Eigenheiten. 

Auch diese Singer-Kreation sieht einfach zum Niederknien aus, Cartoon-esk im besten Sinne. Falls Sie sich fragen, was da an der Front des Auto so seltsam wegsteht - es handelt sich dabei um einen Spritzschutz, der Dreck von Scheibe und Karosse fernhalten soll.

Massive Kotflügel ziehen sich an jeder Ecke über die geschmiedeten 16-Zöller. Selbige sind mit fetten BF Goodrich-Pneus bezogen. In die rustikal aussehenden Seitenschweller ist der Porsche-Schriftzug eingestanzt. 

Das Heck mit schön in die Form integriertem Spoiler erinnert ein wenig an den 959. Die Stoßstangen sind aus Aluminium gefräst, aus der hinteren tritt ein Doppelrohr-Auspuff hervor. An beiden Enden gibt es einen schnell abnehmbaren Unterbodenschutz. Dazu kommt eine 5 mm dicke Aluplatte unter dem Fahrzeug.

Spenderauto ist ein Porsche 964 von 1990. Als Antrieb dient ein luftgekühlter 3,6-Liter-Sechszylinder-Biturbo-Boxer mit 450 PS. Er gibt seine Kraft über ein sequenzielles Fünfganggetriebe an alle vier Räder ab. Das Fahrwerk besteht aus zwei fünfach justierbaren Dämpfern an jedem Rad.

Es gibt einen extra großen Tank und zwei vollwertige Ersatzräder. Dazu kommt ein (sehr roter) FIA-zertifizierter Überrollkäfig. All das macht den AVS nicht unbedingt leichter. Gut zu wissen, dass alle Karosserieteile aus Kohlefaser gefertigt sind. 

Das Interieur ist für Singer-Verhältnisse sehr nüchtern und zweckmäßig ausgestattet, was daran liegen dürfte, dass der Auftraggeber durchaus vorhat, das Auto bei Rennen einzusetzen. Wie immer traumhaft wurde das Drei-Speichen-Lenkrad gestaltet. Der Beifahrer schaut auf einen großen Bildschirm, der das Navigieren in den entlegensten Zipfeln der Welt erleichtern soll.

Weitere Highlights sind die FIA-zertifizierten Schalensitze, das digitale Instrumentendisplay für den Fahrer sowie der riesige Carbon-Hebel für das Malträtieren der hydraulischen Handbremse.

Singer hat den ACS gemeinsam mit Richard Tuthill, einem britischen Spezialisten für klassische Rallye-Elfer, entwickelt. Das Auto ist übrigens kein Einzelstück, der Käufer hat nämlich gleich noch ein zweites Exemplar geordert. Es ist rot und wurde für "High-Speed-Asphalt-Events mit sehr guten Gripverhältnissen" entworfen. 

Der Auftraggeber scheint ein sehr höflicher Mensch zu sein, denn er hat Singer erlaubt, das Design auch für weitere Fahrzeuge zu verwenden, wenn ein Kunde den gleichen Wunsch haben sollte.

Wer auch immer darauf Lust hat, er sollte über einen großen Berg Geld verfügen. Mit einem siebenstelligen Betrag sollte man schon rechnen.

Bildergalerie: Singer All-Terrain Competition Studie Porsche 911 Safari