Audi Nuvolari (2027): Der Innenraum im Detail
Wer genug von Bildschirm-Firlefanz und fragwürdiger Qualität hat, wird dieses Interieur lieben
Vergangenen Donnerstag platzte die Bombe im Vorfeld des Formel 1-Grand Prix von Monaco: Audi zeigte mit dem Nuvolari quasi aus dem Nichts ein neues Supercar, dass man den Ingolstädtern weder formal noch bezüglich der irren Leistungsdaten zugetraut hätte. Aber nicht nur in dieser Hinsicht überrascht das 1.001-PS-Monster. Auch im Innenraum wurde konsequent reduziert, aber qualitativ massiv aufgerüstet.
Wir durften im Vorfeld der Präsentation bereits probesitzen. Fotos gibt es davon leider keine, denn Audi nahm es dieses Mal mit der Geheimhaltung sehr sehr ernst, verschickte auch die Standard-Pressefotos erst 10 Minuten vor der Premiere. Allerdings erklärte uns Audis Chief Tecnical Officer Rouven Mohr den neuen Nuvolari-Innenraum und die Intention dahinter.
"Wenn man sich den Innenraum ansieht, wählten wir auch hier wirklich einen komplett anderen Ansatz. In einem Standard-Supercar haben Sie bunte Kontrastnähte, überall Kohlefaser, mehr ist mehr - wir haben uns entschieden in eine andere Richtung zu gehen. Wir wollen ein einzigartiges und sehr reduziertes Interieur haben. Jedes Material, dass Sie hier sehen, ist mindestens zehn Prozent besser, sogar als das, was wir in der Vergangenheit gemacht haben."
Damit dürfte sich Mohr auf die Topzeiten Ingolstädter Verarbeitungsqualität beziehen. Wir denken an den ersten Audi TT und vieles, was in den 2000ern und 2010er Jahren passierte. Ich würde das so unterschreiben. Lüftungsdüsen, Türgriffe, die massiven Halterungen für den Infotainmentscreen - alles ist aus Aluminium und aus dem Vollen gefräst.
Audi Nuvolari (2027)
Klar ist auch: Das ist ein knapp 600.000 Euro teures, auf 499 Exemplare limitiertes Auto, da muss man nicht auf den letzten Cent schauen, doch ein Audi-Offizieller versicherte uns, dass man Teile von den hochwertigen Nuvolari-Lösungen künftig auch in herkömmlichen Audi-Modellen sehen wird. Genauso, wie man sich vom ganzen Layout her wieder zurück in diese Richtung bewegen will. Eleganter, nüchterner, hochwertiger mit weniger Displays. Das sind hervorragende Nachrichten.
Fast schon "oldschool" sieht auch das Lenkrad des Nuvolari aus. Es hat echte Tasten ohne Touchflächen. Zudem Taster und Drehregler fürs DRS-System, die Traktionskontrolle, die Launch Control und das Lift-System. Zudem beinhaltet es auch Knöpfe für die Blinker und Scheibenwischer. Der Grund ist simpel: Festinstallierte, ziemlich riesige Schaltwippen lassen keinen Raum für Lenkstockhebel.
Im Showcar auf den Bildern ist der Innenraum farblich zweigeteilt, ihn einfarbig zu gestalten, etwa in dem sehr gediegenen Salbei-Ton wie hier, ist aber auch möglich. Und wer komplett steil gehen will: Grundsätzlich wird Audi Individual in dieser Preisregion sicher die meisten noch so abgefahrenen Wünsche realisieren können. Ob ein knallbunter Innenraum zur Idee dieses Autos passt, ist eine andere Frage.
Das Kohlefasergestühl machte im ersten kurzen Selbstversuch einen für Supersportwagen-Verhältnisse sehr komfortablen Eindruck. Ein Schraubstock ist das hier nicht. Über die beiden Displays verliert Audi bisher nicht all zu viele Worte. Sollte das Instrumentendisplay wieder an glorreiche Virtual Cockpit-Zeiten anknüpfen, wäre das sicher zu begrüßen.
Der Audi Nuvolari hat einen vom Lamborghini Temerario abgeleiteten Biturbo-V8-Antriebsstrang mit drei Elektromotoren. Er leistet 1.001 PS und beschleunigt das Auto in weniger als 6,8 Sekunden von 0-200 km/h. Über ein Alu-Space Frame-Chassis spannt sich eine komplett aus Carbon bestehende Karosserie. Der schnellste (350+ km/h) und stärkste Serien-Audi aller Zeiten wird ab 2027 ausgeliefert. Die ganze Geschichte zum Auto lesen Sie hier.
Bildergalerie: 2027 Audi Nuvolari
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