Verbrenner-Zukunft: VW Taigo bleibt bis in die 2030er-Jahre
Wie schon Polo und Golf fährt VW auch bei seinen kleinen SUVs zweigleisig
Die Automobilindustrie befindet sich im tiefgreifenden Wandel hin zur Elektromobilität, doch bewährte Verbrennermodelle behalten im Volkswagen-Konzern weiterhin eine tragende Rolle. Wie ein Sprecher der Marke Volkswagen jüngst bestätigte, soll das Crossover-Modell VW Taigo noch bis in die 2030er-Jahre hinein existieren und verkauft werden.
Diese Entscheidung unterstreicht die Strategie des Wolfsburger Konzerns, trotz der ambitionierten Elektro-Pläne eine Brücke für Kunden zu schlagen, die weiterhin auf klassische Benzinmotoren setzen möchten. Dafür sprechen auch die Zahlen: Gut 7.800 Taigo wurden im bisherigen Jahresverlauf 2026 in Deutschland neu zugelassen. (Das ist mehr als das Doppelte als die Gesamtzulassungen der Marke Honda hierzulande ...) Über 13.000 Exemplare sind es sogar beim konventioneller gezeichneten T-Cross.
Bildergalerie: Volkswagen Taigo 1.5 TSI (2022) im Test
Diese Bestandsgarantie ist besonders bemerkenswert, da sich die Produktionslandschaft in Europa drastisch verändert. Das Volkswagen-Werk Navarra im spanischen Pamplona, in dem der Taigo traditionell für den europäischen Markt vom Band läuft, transformiert sich derzeit rasant. Erst kürzlich lief dort die Serienproduktion des Skoda Epiq an, dem neuen, rein elektrischen Einstiegs-SUV der tschechischen Konzernschwester.
Zudem steht der Produktionsstart des vollelektrischen VW ID. Cross in demselben Werk kurz bevor. Dass Elektrofahrzeuge und Verbrenner flexibel auf derselben Montagelinie gefertigt werden, sichert dem spanischen Standort zwar eine hohe Auslastung, erzwingt jedoch langfristig eine logistische Umstrukturierung.
VW ID. Cross (2026) und VW T-Cross (2026)
Um Platz für die neue Generation von Stromern in Europa zu schaffen, könnte der Taigo – und voraussichtlich auch das Schwestermodell T-Cross – einem bewährten Vorbild innerhalb des Konzerns folgen: der Globalisierung und Verlagerung der Verbrenner-Produktion. Volkswagen hat eine solche Strategie bereits bei anderen Kernmodellen erfolgreich umgesetzt. So wird die Fertigung des klassischen VW Polo inzwischen vollständig in Südafrika abgewickelt.
Auch für das Wolfsburger Urgestein, den VW Golf mit Verbrennungsmotor, steht ein Umzug an: Dessen Produktion wird ab 2027 im mexikanischen Werk angesiedelt. Wo genau der Taigo in Zukunft gebaut werden könnte, um den europäischen Werken die nötigen Kapazitäten für die E-Offensive freizumachen, ist aktuell allerdings noch völlig offen.
Der Fortbestand des Modells an sich gilt jedoch als gesichert. Die Markteinführung erfolgte zunächst in Brasilien als Nivus Mitte 2020, Anfang 2021 im restlichen Südamerika und mit leicht reduziertem Radstand unter dem Namen Taigo im September 2021 in Europa. Erlkönige deuten darauf hin, dass der Taigo mit einem Facelift frisch gehalten wird.
Volkswagen Taigo Style
Der VW Taigo positioniert sich im Segment der kompakten SUV-Coupés und kombiniert eine erhöhte Sitzposition mit einer sportlich abfallenden Dachlinie. Die Abmessungen des Fahrzeugs sind maßgeschneidert für den urbanen Raum: Mit einer Länge von 4.266 bis 4.271 Millimetern, einer Breite von 1.757 Millimetern ohne Außenspiegel und einer Höhe von rund 1.515 bis 1.518 Millimetern bleibt er übersichtlich.
Der Radstand von 2.554 Millimetern sorgt für ein ausgewogenes Raumangebot im Interieur, während das Kofferraumvolumen mit 440 Litern, das bei umgeklappter Rücksitzbank auf bis zu 1.222 Liter erweitert werden kann, eine hohe Alltagstauglichkeit bietet. Das Leergewicht bewegt sich je nach Ausstattung und Motorisierung zwischen 1.220 und 1.304 Kilogramm.
Auf dem deutschen Markt wird der frontgetriebene Taigo ausschließlich mit effizienten, turbogeladenen TSI-Ottomotoren angeboten, die ohne Elektrifizierung auskommen. Derzeit werden diese auf Euro 7 umgestellt. Der Dreizylinder-Einstiegsmotor 1.0 TSI leistet 70 kW (95 PS), verfügt über ein maximales Drehmoment von 175 Nm und wird standardmäßig mit einem 5-Gang-Schaltgetriebe kombiniert. Die stärkere Variante des Dreizylinders entwickelt 85 kW (116 PS) sowie 200 Nm Drehmoment, wobei Käufer hier die Wahl zwischen einem 6-Gang-Schaltgetriebe und einem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) haben.
Das Flaggschiff der Motorenpalette ist der 1.5 TSI, ein Vierzylinder mit 110 kW (150 PS) und einem kraftvollen Drehmoment von 250 Nm. Dieser Motor ist serienmäßig an das 7-Gang-DSG gekoppelt und bietet sportliche Fahrleistungen mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 212 km/h. Durch die Beibehaltung dieser Antriebsvarianten und der geplanten Laufzeitverlängerung bis in die nächste Dekade bleibt der Taigo ein stabiler Pfeiler im Produktportfolio von Volkswagen.
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