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Toyota-Chef enthüllt größte Angst: „Alle steigen auf E-Autos um“

Akio Toyoda sagt, er fühle sich bei der Verteidigung von Verbrennungsmotoren „sehr allein“.

Akio Toyoda
Bild von: Toyota

Zum sechsten Mal in Folge hat Toyota weltweit die meisten Autos verkauft. Bei der Verteidigung des Titels im Duell mit dem Volkswagen Konzern spielten Elektroautos allerdings nur eine Nebenrolle. Der japanische Riese hinkt im Elektro-Rennen hinterher, auch wenn jüngere Neuzugänge wie C-HR, Urban Cruiser und Highlander zeigen, dass Toyota seine Anstrengungen in einem ohnehin überfüllten E-Auto-Markt verstärkt.

Toyotas Aufsichtsratschef sagte Anfang 2024 bekanntlich, dass Elektroautos niemals mehr als 30 Prozent der weltweiten Verkäufe ausmachen würden. Vor wenigen Monaten erklärte Akio Toyoda zudem, es gebe weiterhin viele Regionen auf der Welt, in denen Menschen nicht auf benzinbetriebene Autos verzichten können, weil die Ladeinfrastruktur noch immer unzureichend ausgebaut ist. Doch obwohl er ein überzeugter Befürworter des Verbrennungsmotors ist, sagt der frühere Präsident und CEO des Unternehmens, er fühle sich inzwischen in der Minderheit.

In einem offenen Interview mit der britischen Publikation Carwow verriet Akio Toyoda, er fühle sich „sehr allein“, wenn er weiterhin Wertschätzung für Autos mit Verbrennungsmotor zeige. Gleichzeitig habe er den Eindruck, dass alle anderen zunehmend in Richtung Elektroauto tendieren.

Toyota Chairman Akio Toyoda
Foto: Toyota

„Alle wechseln zu Elektroautos – das ist meine größte Sorge. Vor drei oder vier Jahren war ich der Einzige, der den Medien gesagt hat, dass ich Geruch liebe, dass ich Sound liebe und dass ich Motoren liebe, und ich möchte die Arbeitsplätze bei den Motor-Zulieferern erhalten. Aber es scheint mir, als wäre ich der Einzige. Ich fühle mich sehr allein.“

Toyota hält Verbrenner weiterhin für notwendig

Aktuell kann man wohl sagen, dass Toyota Elektroautos noch immer nicht mit derselben Entschlossenheit angenommen hat, wie man das nach der Hybrid-Revolution durch den Prius Ende der 1990er Jahre getan hat. Akios Skepsis speist sich dabei nicht nur aus seiner Leidenschaft für Verbrennungsmotoren. Im vergangenen Jahr schätzte er grob, dass die bis dahin verkauften 27 Millionen Hybride des Konzerns – unter Einbeziehung der Batterie- und Fahrzeugproduktion – einen ähnlichen CO2-Fußabdruck hätten wie neun Millionen Elektroautos.

Wichtig ist: Seine Rechnung ging davon aus, dass alle Elektroautos in Japan produziert würden, wo bei der Stromerzeugung in hohem Maße thermische Kraftwerke zum Einsatz kommen. In diesem Szenario war ein einzelnes Elektroauto so „schmutzig“ wie drei Hybride – in der Realität ist das Thema allerdings deutlich komplexer, weil viele Variablen eine Rolle spielen.

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Toyota GR GT

Foto: Toyota

Trotz Gegenwind: Toyota gibt den Verbrennungsmotor nicht auf

Nachdem man Gazoo Racing (GR) als eigenständige Submarke etabliert hat, unterstützt der Hersteller Benzinmotoren weiterhin in Performance-Anwendungen. So arbeitet Toyota an einem komplett neuen 2,0-Liter-Turbo-Vierzylinder für zukünftige GR-Modelle – darunter auch die lange erwartete Wiederbelebung des Celica. Gleichzeitig wurde ein neuer V8 für den GR GT Hybrid-Supersportwagen entwickelt – und möglicherweise auch für weitere Modelle.

Toyota versucht außerdem, die Lebensdauer konventioneller Motoren zu verlängern, indem man sie mit CO2-neutralen Kraftstoffen kompatibel macht. In den vergangenen Jahren experimentierte der Konzern zudem mit wasserstoffbetriebenen Verbrennungsmotoren. Der jüngste Ansatz heißt TR LH2 Racing und soll noch in dieser Woche bei den 24 Stunden von Le Mans gezeigt werden.

<p>Toyota GR GT</p>

Toyota GR GT

Foto: Toyota

Motor1 meint:  Toyotas ehemalige Nummer eins wirkt enttäuscht darüber, wie „alle“ vom Verbrenner zum Elektroauto wechseln. Das Unternehmen scheint entschlossen, Verbrennungsmotoren so lange wie möglich am Leben zu halten – und zugleich die Hybridtechnik weiter zu verbessern, um ihre Einsatzdauer zu verlängern.

Strengere Emissionsvorschriften, insbesondere in Europa, beschleunigen den Rückgang klassischer Antriebe. Das zeigt sich auch in den jüngsten Zulassungsdaten der European Automobile Manufacturers' Association. Da die meisten Hersteller eine breite Palette an Elektroautos auf den Markt bringen, überrascht es nicht, dass in Europa in diesem Jahr bereits jedes fünfte neu zugelassene Fahrzeug ohne Benzinmotor auskommt.

Laut ACEA erreichten Elektroautos in den ersten vier Monaten des Jahres einen Marktanteil von 20,9 Prozent in der Europäischen Union, im Vereinigten Königreich sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz.