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VW glaubt, Verbrenner werden so obsolet wie einst Pferde

Ob mit oder ohne Verbrennerverbot würden die Menschen entdecken, dass Elektroautos besser sind

VW ID. Polo GTI

Bild von: Volkswagen

Von: Adrian Padeanu

Übersetzt von: Roland Hildebrandt

Veröffentlicht von: Roland Hildebrandt

5. Jun. um 14:28 Uhr

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Etwas mehr als ein Fünftel aller in Europa in diesem Jahr bislang verkauften Neuwagen sind rein elektrisch. Laut Daten des Verbands der europäischen Automobilhersteller (ACEA) entfielen in den ersten vier Monaten 2026 20,9 Prozent der Neuzulassungen auf Elektroautos. Dennoch ist es bis zur breiten Akzeptanz des Umstiegs noch ein weiter Weg.

Volkswagen zufolge greift die Debatte darüber, ob der Verkauf neuer Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor verboten werden sollte, zu kurz. Martin Sander, Vorstand für Vertrieb, Marketing und After Sales, sagte gegenüber Auto Express, der Fokus müsse darauf liegen, warum Elektroautos insgesamt die besseren Autos seien – statt sich am Fortbestehen von Benzin- und Dieselantrieben abzuarbeiten.

Bildergalerie: VW ID. Polo (2026)

VW ID. Polo (2026)

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Quelle: Volkswagen

Die Überlegung bei VW: Sobald mehr Menschen erkennen, dass Elektrofahrzeuge überlegen sind, werde der Übergang vom Verbrenner zum E-Auto ganz von selbst einsetzen. Sander zog Parallelen zu den Anfängen der Automobilgeschichte, als sich Autos schrittweise gegenüber Pferden durchsetzten, weil sie sich als das bessere Verkehrsmittel erwiesen.

Ähnlich werde es seiner Ansicht nach auch dem Verbrennungsmotor ergehen – mit oder ohne Verbot –, während Elektroautos nach und nach seinen Platz einnehmen. (Indes: Anfang des 20. Jahrhunderts waren Elektroautos insbesondere in den USA sehr populär, wurden aber nach der Erfindung des elektrischen Anlassers verdrängt.)

Benziner sollen wie Pferde zur Ausnahme werden

"Irgendwie haben mit der Zeit immer mehr Menschen erkannt, dass ein Fahrzeug für den Weg von A nach B einfach besser ist als ein Pferd. [Heute] schaue ich aus dem Fenster: nicht viele Pferde – überwiegend Autos. Deshalb hasse ich die Diskussion über das Verbrennerverbot. Alle reden nur über das Verbrennerverbot.

Wie überzeugt man Kunden von einer neuen Technologie, wenn man nur darüber spricht, ab wann es ein Datum gibt, an dem man diese Fahrzeuge – an die man sich in den vergangenen Jahrzehnten gewöhnt hat – nicht mehr nutzen darf?"

Sander bezog sich auf den ursprünglichen Plan der Europäischen Union, den Verkauf neuer Autos mit Verbrennungsmotor ab 2035 zu untersagen. Unter dem Druck der Automobilindustrie hat die EU ihre Position inzwischen aufgeweicht. Zwar werden neue Verbrenner auch über die Mitte des nächsten Jahrzehnts hinaus noch verkauft werden, allerdings dürften nur wenige Modelle überleben.

Bild von: Volkswagen

Die EU will, dass Hersteller die CO2-Flottenemissionen bis 2035 im Vergleich zu 2021 um 90 Prozent senken – faktisch bleibt Verbrennerfahrzeugen damit nur ein sehr schmaler Zukunftspfad. VW ist der Meinung, der Schwerpunkt sollte sich von einer verordneten E-Mobilität hin zu einer Erklärung ihrer Vorteile verschieben – parallel dazu müsse die Ladeinfrastruktur ausgebaut und die Energiekosten müssten sinken. Sander argumentiert, Verbraucher würden dann aus eigener Überzeugung häufiger zum Elektroauto greifen, statt durch Regulierung gedrängt zu werden.

VW hat insofern einen Punkt, als sich niemand gern zu etwas zwingen lässt. Wahlfreiheit ist grundsätzlich attraktiver, und der deutsche Hersteller argumentiert, dass eine stärkere Vermittlung der Vorteile von E-Autos die Verbreitung beschleunigen könne – während Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor irgendwann ihr natürliches Ende erreichen.

Gleichzeitig ist es unrealistisch zu erwarten, dass Hersteller Verbrenner über Nacht aufgeben. Die heutigen Verbrenner-Verkäufe finanzieren die Entwicklung der Elektroautos von morgen – und vorerst hängt das eine noch stark vom anderen ab. Die Margen bei Elektrofahrzeugen sind bei vielen traditionellen Herstellern weiterhin gering oder gar nicht vorhanden; konventionell angetriebene Autos werden daher so schnell nicht verschwinden.

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Quelle: Auto Express

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