Neuzulassungen 2024: Das waren die Ladenhüter der Hersteller
Selbst sehr beliebte Marken haben teilweise Modelle im Programm, die wie Blei auf den Händlerhöfen stehen ...
2,8 Millionen Pkw-Neuzulassungen gab es im vergangen Jahr in Deutschland. Und natürlich feiern sich die Hersteller dann nach dem Jahreswechsel für gute Ergebnisse, Verkaufsrekorde und beliebte Modellreihen. Auch wir haben schon über die meistverkauften Autos 2024 berichtet und eine entsprechende Top 10 veröffentlicht.
Worüber allerdings ungern gesprochen wird? Vor allem von den Autobauern selbst? Genau ... über die Ladenhüter. Modelle, die wie Blei auf den Händlerhöfen stehen und die es schwer haben, die Kundschaft von sich zu überzeugen. Aus diesem Grund haben wir von den wichtigsten Marken in Deutschland die im Zeitraum von Januar bis Dezember 2024 durchgängig erhältlichen Modelle mit den niedrigsten Verkaufszahlen herausgesucht. Und dabei ziemlich interessante Erkenntnisse gewonnen ...
Alfa Romeo Giulia: 1.462 Einheiten
Die wunderschöne Limousine ist trotz einem frischen Facelift das Schlusslicht bei Alfa Romeo. Theoretisch wäre nur der neue Junior noch schlechter gewesen. Von ihm konnten lediglich 378 Einheiten verkauft werden. Allerdings ist das Modell erst seit April auf dem Markt.
Audi e-tron GT: 1.313 Einheiten
Der beringte Elektro-Zwilling des Porsche Taycan hat es schwer in Deutschland. Kein Wunder bei einem Startpreis von 126.000 Euro. In einem Taycan kann man (wenn auch mit weniger Leistung) schon günstiger Platz nehmen. Schlechter im Audi-Ranking sind nur der TT und der R8. Beide Modelle sind allerdings nicht mehr konfigurierbar und werden nicht mehr gebaut.
BMW XM: 1.198 Einheiten
Fette Luxus-SUVs mit V8-PHEV-Antrieb scheinen bei BMW nicht zu laufen. Deshalb ist der XM das Schlusslicht in der Liste der Münchner. Das könnte auch am umstrittenen Design liegen. Knapp dahinter mit 1.286 Exemplaren liegt der 8er.
Citroën Berlingo: 2.764 Einheiten
Der Hochdachkombi aus Frankreich war das unbeliebteste Fahrzeug bei Citroën im vergangenen Jahr. Schlechter ist nur der Jumpy als Pkw-Version, doch der macht Stückzahlen im Nutzfahrzeugbereich. Der Berlingo allerdings nicht.
Dacia Spring: 3.655 Einheiten
Der Spring ist das günstigste viersitzige Elektroauto in Deutschland und gleichzeitig auch das unbeliebteste Dacia-Modell. Zum Vergleich: der Sandero verkaufte sich fast zehnmal so gut. Ein Grund hierfür dürfte der Wegfall der E-Autoprämie gewesen sein.
DS 3: 257 Einheiten
Hier kommt eine eher homöopathische Marke, denn insgesamt hat DS nur 3.587 Autos in 2024 verkaufen können. Das unbeliebteste Modell war der DS 3. Allerdings sind die 257 Exemplare immer noch mehr als der Hersteller insgesamt in vier Jahren vom DS 9 verkaufen konnte ... nämlich 230 Stück.
Fiat Tipo: 1.504 Einheiten
Vor ein paar Jahren war der Tipo noch ein ziemlich beliebtes Modell von Fiat. Kein Wunder, denn man bekam viel Auto für vergleichsweise wenig Geld. Jetzt entschied sich der Hersteller aber, den Fünftürer und den Kombi einzustellen. Was blieb? Die in Deutschland eigentlich recht unbeliebte Limousine. Die Quittung ist jetzt (trotz eines günstigen Preises) der letzte Platz in den Fiat-Verkäufen.
Ford Mustang: 1.441 Einheiten
Der alles andere als flüssig verlaufene Modellwechsel hat den Mustang-Verkaufszahlen nicht gut getan. Deshalb ist er das Schlusslicht im Ford-Programm. Ebenfalls ans Ende katapultiert hat sich der Fiesta. Ja, das beliebte Kleinwagen-Modell wurde nur 411x neu zugelassen. Abverkäufe. Denn der Polo-Gegner wurde ersatzlos eingestellt.
Honda e:NY1: 795 Einheiten
Der vollelektrische Zwilling des HR-V ist das Schlusslicht im Honda-Ranking. Von dem entsprechenden Modell mit Hybrid-Antrieb gingen allerdings auch nur doppelt so viele Exemplare über die Ladentheke.
Hyundai Ioniq 6: 2.462 Einheiten
Tatsächlich verkauft sich die Elektro-Limousinen-Hoffnung von Hyundai nur erstaunlich schleppend in Deutschland. Auch im Vergleich zur Konzernkonkurrenz – dem EV6, der über 5.000 Einheiten vorweisen kann. Schlusslicht im Konzern (und überhaupt in Deutschland) ist übrigens der G90 von Genesis. Mit 36 verkauften Exemplaren. Uff.
Jaguar XE: 77 Einheiten
Der oft als Konkurrent zum BMW 3er gehandelte XE ist zwar optisch ein Hingucker und fahrdynamisch eigentlich auch nicht von schlechten Eltern, aber beliebt ist er überhaupt nicht. Nicht einmal dreistellig verkaufte sich das Modell. Ob die Neuausrichtung von Jaguar künftig für bessere Verkaufszahlen sorgen wird, sei mal dahingestellt. Im Jahr 2025 jedenfalls wird die Marke gar keine Neuwagen im Programm haben.
Jeep Grand Cherokee: 101 Einheiten
Große US-Luxus-SUVs für viel Geld sind hierzulande mittlerweile einfach unglaublich unbeliebt. Jeep versuchte trotzdem mit dem Grand Cherokee noch einmal sein Glück ... und ... scheiterte. Dafür hat der Hersteller jetzt ein neues Schlusslicht im Programm.
Kia EV9: 1.413 Einheiten
Das große Elektro-Flaggschiff von Kia hat die rote Laterne im Verkaufsranking der koreanischen Marke. Ob die neue Einstiegsversion für unter 62.000 Euro etwas daran ändern kann, werden wir nächstes Jahr sehen können. Hinter dem EV9 liegt übrigens der Soul. Er wurde nach 672 Exemplaren allerdings Mitte 2024 eingestellt.
Land Rover Discovery: 467 Einheiten
Der unbeliebteste Land Rover ist der Discovery. Kein Wunder, denn der neue Defender hat die gleiche Technik und sieht dabei einfach mehr nach Land Rover aus. Außerdem ist die fünfte Generation des Geländewagens mittlerweile rund acht Jahre alt.
Maserati Ghibli: 45 Einheiten
Neben dem Grecale ist der Ghibli eigentlich das Einstiegsmodell in die Welt von Maserati. Die Kundschaft scheint aber keine Lust auf Geringverdiener-Sportwagen-Limousinen zu haben. Deshalb konnten in Deutschland nicht einmal 50 Exemplare verkauft werden.
Mazda MX-30: 1.436 Einheiten
Der MX-30 ist das erste Elektroauto von Mazda gewesen. Ein Reinfall. Vor allem wegen der geringen Reichweite und der schlechten Ladeperformance. Ein Modell mit einem Wankelmotor als Range Extender sollte es richten. Schlusslicht bleibt das Modell trotzdem.
Mercedes-AMG SL: 1.045 Einheiten
Wieso es überhaupt einen SL braucht, wenn man einen AMG GT im Programm hat? Gute Frage, oder? Die Kundschaft stellt sich anscheinend die gleiche Frage, denn das Modell findet kaum Käuferinnen und Käufer.
Mitsubishi Colt: 4.793 Einheiten
ASX, Eclipse Cross und Colt liegen alle extrem dicht beieinander. Am Ende verliert aber der Clio-Zwilling das Rennen um ein paar wenige Einheiten. Zum Vergleich: Der entsprechende Renault verkaufte sich trotzdem mit 11.132 Exemplaren mehr als doppelt so gut. Für Mitsubishi-Verhältnisse sind die knapp 5.000 Neuzulassungen aber dennoch ordentlich.
Nissan Ariya: 827 Einheiten
Wann haben Sie schon einmal einen Ariya im Straßenverkehr gesehen? Wir wissen es ehrlich gesagt nicht. Kein Wunder, denn die Zahlen sprechen für sich. Ob die neue Kooperation mit Honda bessere E-Autos zu Tage fördern wird, bleibt abzuwarten.
Opel Zafira Life: 2.026 Einheiten
Der unbeliebteste Opel ist der Zafira. Also die Pkw-Version des Vivaro. Der ist wiederum als Nutzfahrzeug recht beliebt. Den Ladenhüter kann sich Opel aber wohl erlauben, denn schließlich hat man mit dem Corsa und dem Astra gleich zwei Modelle in der Top 10 der meistverkauften Modelle 2024 platziert.
Peugeot 508: 2.080 Einheiten
Dieses Mittelklasse-Modell ist als Limousine und Kombi erhältlich und so alt, dass es noch aus PSA-Zeiten stammt. Der 508 kam also vor der Stellantis-Fusion auf den Markt. Vor allem das Packaging macht es dem eigentlich sonst schicken Fahrzeug schwer. Er ist groß, hat aber wenig Platz im Innenraum. Viele Peugeot-Fans greifen deshalb gleich zum deutlich günstigeren 308 in der Kombi-Version.
Porsche 718 Cayman: 1.077 Einheiten
Wenn man bedenkt wie großartig der 718 Cayman eigentlich ist, macht einen die Verkaufszahl fast ein bisschen traurig. Zum Vergleich: Vom 911 konnten die Zuffenhausener fast 10.000 Stück verkaufen. Und der Boxster war nur einen Hauch beliebter als der Cayman. Ob es zukünftig für den 718 besser läuft? Er soll nämlich rein elektrisch werden.
Renault Arkana: 3.412 Einheiten
Bei Renault hat sich im Modellprogramm im letzten Jahr so viel getan, dass der Arkana zwar nicht die wenigsten Stückzahlen gemacht hat, das kompakte SUV-Coupé aber eines der wenigen Modelle war, die das ganze Jahr noch oder schon erhältlich waren.
Seat Tarraco: 4.628 Einheiten
Neuheiten von Seat? Fehlanzeige! Wie es mit der Marke in Zukunft weitergeht, bleibt vorerst offen. So lange werden die bekannten Modelle verkauft. Schlusslicht im Jahr 2024 war der Tarraco. Der große Bruder des Ateca. Doch schon im Sommer 2024 endete die Produktion der Baureihe. Trotzdem bleibt er hier in der Liste, denn selbst wenn er ein ganzes Jahr verfügbar gewesen wäre, hätte er das zweitschlechteste Modell – den Born mit rund 16.000 Einheiten – nicht einholen können.
Skoda Scala: 9.009 Einheiten
Im Vergleich zu den anderen Ladenhütern in dieser Liste sind fast 10.000 Einheiten eigentlich kein schlechtes Ergebnis für den Skoda Scala. Im Marken-Ranking bedeutet dies trotzdem den letzten Platz. Übrigens: Das entsprechende Modell mit verlängertem Heck – der Octavia – wurde über 50.000 mal verkauft.
Subaru Impreza: 71 Einheiten
Wenn wir hätten tippen müssen, hätten wir wahrscheinlich eher auf den Solterra als Schlusslicht gewettet. Mit einem zweistelligen Verkaufsergebnis in 2024 macht der Impreza aber keinem noch so fragwürdigen Elektro-SUV was vor. Eigentlich echt schade, denn der Kompaktwagen ist gar nicht mal so schlecht.
Suzuki Across: 289 Einheiten
Der Zwilling des RAV4 ist der Ladenhüter von Suzuki. Während Toyota vom baugleichen Modell fast 6.000 Exemplare absetzen konnte, muss sich das Pendant mit anderem Logo mit einer niedrigen dreistelligen Zahl zufrieden geben. Den zweiten Platz von hinten macht bei Suzuki übrigens der Swace. Also der Corolla-Zwilling. Mit rund 600 Einheiten lief das Modell aber mehr als doppelt so gut.
Tesla Model X: 302 Einheiten
Mindest 97.990 Euro muss man für ein Model X ausgeben. Den meisten Kunden ist das einfach zu viel, um einfach nur ein ein bisschen größeres Model Y zu bekommen. Logischerweise musste Tesla im vergangenen Jahr sagenhafte 100 Model Y verkaufen, bevor sich auch nur ein Kunde vom Model X überzeugen ließ.
Toyota Mirai: 148 Einheiten
Die rote Laterne im Toyota-Ranking hat eines der wenigen Wasserstoff-Modelle auf dem deutschen Markt – der Mirai. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Keiner weiß, was in ein paar Jahren mit Brennstoffzellen-Fahrzeugen passieren wird, es gibt nur sehr wenige Tankstellen und die Technik ist ziemlich teuer. Bei so vielen Gründen, die dagegen sprechen, sind knapp 150 Einheiten also eigentlich gar nicht so schlecht.
Volvo S90/V90: 1.960 Einheiten
Der aktuelle S90 und sein Kombi-Bruder V90 sind gefühlt schon eine halbe Ewigkeit auf dem Markt. Und die ältesten Modelle im Programm der schwedischen Marke bilden jetzt auch das Schlusslicht. Vor allem, weil es für den Preis in der Oberen Mittelklasse mittlerweile deutlich modernere Fahrzeuge gibt.
VW ID.Buzz: 4.769 Einheiten
Das Schlusslicht bei VW ist der ID.Buzz. Der Elektro-Bulli scheint trotz seiner ikonischen Optik keine echten Verkaufsargumente zu liefern. Im Vergleich zu anderen Ladenhütern sind knapp 5.000 Einheiten aber auch nicht unbedingt schlecht. Im Vergleich zum Bestseller – dem Golf mit knapp über 100.000 Exemplaren – ist der ID.Buzz anteilig aber nur schwach vertreten.
Auch interessant
Stellantis bündelt seine Kräfte auf vier Marken
Range Rover SV Ultra: Spitzenmodell wird zum Konzertsaal
Opel GSE 27FE (2027): Erste "brutale" Runden für Formel-E-Boliden
Bentley Flying Spur: Zweites Facelift am Nürburgring erwischt
Irmscher Opel Frontera "Cross": Neues Opel-Tuning fürs Grobe
Kommt der Lamborghini Temerario Sterrato? So könnte er aussehen
Opel Astra Facelift (2026): Frischer Kompakt-Blitz im Test