Emissionen direkt an Bord speichern: Mazda testet neuen CO₂-Filter
Mazda erprobt das neue System, das Kohlendioxid während der Fahrt aus dem Abgas filtert und in einem integrierten Tank speichert
Ein Rennwagen, der bei voller Fahrt seine eigenen CO₂-Emissionen aus den Abgasen fischt und in einem Tank direkt an Bord einlagert? Was nach einer Vision aus der fernen Zukunft klingt, hat Mazda beim 24-Stunden-Rennen in Fuji bereits erfolgreich in die Realität umgesetzt und die Technologie damit unter den anspruchsvollsten Bedingungen auf die Probe gestellt.
Mit dem neuesten Demonstrationstest seines sogenannten "Mazda Mobile Carbon Capture"-Systems macht der japanische Automobilhersteller einen entscheidenden Schritt in Richtung einer emissionsärmeren Mobilität und beweist, dass die innovative Filtertechnik auch unter extremen Belastungen funktioniert.
Beim diesjährigen Langstreckenrennen kam das speziell ausgerüstete Rennfahrzeug "MAZDA SPIRIT RACING 3 Future Concept" mit der Startnummer 55 zum Einsatz. Der Wagen wurde während der gesamten Distanz mit HVO-Dieselkraftstoff betrieben und demonstrierte dabei, wie die fahrzeuginterne CO₂-Abscheidung selbst im Motorsport ihren Beitrag zur Emissionssenkung leisten kann.
CO₂-Emissionen vom Filter direkt in den Tank
Für diesen Härtetest wurde die bestehende Adsorptionseinheit entscheidend weiterentwickelt. Die Ingenieure von Mazda statteten das System mit einer neuen CO₂-Desorptionsfunktion sowie einem speziellen Speichertank aus. Als eigentliches Filtermaterial dient ein Zeolith mit stark poröser Struktur, das zunächst das Kohlendioxid bindet. Wird dieses Material anschließend erwärmt, gibt es das gebundene CO₂ wieder ab.
Das freigesetzte Gas wird nahtlos in den integrierten Tank weitergeleitet und dort sicher gespeichert. Damit gelang es dem Autobauer zum ersten Mal, den gesamten Prozess von der Abscheidung bis zur fahrzeuginternen Speicherung während der Fahrt als voll integriertes System zu demonstrieren.
Renneinsatz als Härtetest für die Straßenzulassung
Die Verknüpfung dieser Abscheidetechnologie mit klimaschonenderen Kraftstoffen wie HVO zeigt vielversprechende Möglichkeiten, die Umweltbelastung von Verbrennungsmotoren im Lebenszyklus maßgeblich zu senken. Die beim Rennen gesammelten Daten bilden nun das Fundament für die weiteren Entwicklungsschritte.
Um das System letztlich fit für den allgemeinen Straßenverkehr zu machen, plant der Hersteller allerdings weitere Tests, sogar unter noch höheren Belastungen. Dabei stehen vor allem die Steigerung der Effizienz, die langfristige Haltbarkeit sowie die uneingeschränkte Alltagstauglichkeit im Fokus der Ingenieure.
Technologieoffenheit als Strategie
Die mobile CO₂-Abscheidung ist ein zentraler Baustein in Mazdas Multi-Solution-Ansatz. Anstatt sich auf eine einzige Technologie festzulegen, treibt das Unternehmen neben der Elektrifizierung ganz bewusst auch die Weiterentwicklung effizienter Verbrennungsmotoren voran.
Bereits auf der Japan Mobility Show 2025 hatte die Marke gezeigt, dass alternative Lösungswege zur Reduzierung von Treibhausgasen unerlässlich sind. Die Philosophie hinter dieser breit gefächerten Strategie fasst das Unternehmen mit einem klaren Leitsatz zusammen: "Fahrfreude treibt eine nachhaltige Zukunft an".
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