Mazda 3 Fünftürer (2026) im Test: 140 oder lieber 186 PS?
Wir haben die beiden unterschiedlichen Benziner miteinander verglichen
Alles SUV oder was? Auch bei Mazda könnte man das angesichts der jüngsten Neuerscheinungen denken: CX-60, CX-80 und CX-5. Doch die Modellpalette der Japaner hat auch noch "normale" Pkw zu bieten. So etwa den 3, der in seiner gegenwärtigen Form als Fünftürer und Limousine seit 2019 existiert. Lohnt sich der Griff zum altbewährten Blech?
Wir haben die Versionen mit 140 und 186 PS unter der Haube vergleichen können. Mehr Optionen gibt es auch gar nicht mehr, der Diesel entfiel bereits 2021. Lohnt sich der Mazda als Alternative zum VW Golf?
Bildergalerie: Mazda 3 Skyactiv-G 140 (2026) im Test
Bevor wir es vergessen: Zum Modelljahr 2027 bekommt der Mazda 3 kleinere Änderungen, die bei unseren Testfahrzeugen noch nicht berücksichtigt worden sind. Neu ist die Ausstattungslinie Homura Plus (nur für das Schrägheck), die auf der sportlichen Homura-Variante basiert und eine erweiterte
Ausstattung bietet. Hierzu zählen ein umfassend weiterentwickeltes Matrix-LED-Lichtsystem, das nun
über ein Markierungslicht für Fußgänger verfügt und gleichzeitig die Leuchtkraft reduziert, wenn das
System Verkehrsschilder registriert, um Blendungen zu vermeiden.
Ein großes Update erhalten die Assistenzsysteme. So steht nun eine Verknüpfung zwischen der adaptiven Geschwindigkeitsregelanlage mit Stauassistenzfunktion (MRCC) und der Verkehrszeichenerkennung (TSR) zur Verfügung. Damit lässt sich per Knopfdruck am Lenkrad die erkannte Geschwindigkeit unkompliziert übernehmen. Neu ist außerdem eine Abbiegeerkennung an Kreuzungen sowie eine Motorraderkennung für den Notbremsassistenten (SBS). Letztere hält auch in den Spurwechselassistenten (BSM) Einzug.
| Schnelle Daten | Mazda 3 Fünftürer (2026) |
| Antrieb | Vierzylinder-Saugbenziner, 2.488 ccm (G 140), 1.998 ccm (X 186) |
| Getriebe | Sechsgang-Schaltgetriebe |
| Leistung | 103 kW (140 PS) bei 5.000 U/min, 137 kW (186 PS) bei 6.000 U/min |
| Drehmoment | 238 Nm bei 3.300 U/min (G 140), 240 Nm bei 4.000 U/min (X 186) |
| Kofferraumvolumen | 351 - 1.026 Liter |
| Preis | ab 29.190 Euro (G 140), ab 32.990 Euro (X 186) |
Außerdem halten die Sekundärkollisionsvermeidung (SCR) und der Aufmerksamkeitsassistent (DM)
mit dem Modelljahr 2027 Einzug in die Basis namens Prime-Line. Diese erhält zudem im Innenraum verschiedene optische Aufwertungen.
Bei der Ausstattungslinie Centre-Line wird das optional erhältliche Design-Paket aufgewertet und erhält neue, hochwertige Highlights in Gunmetal-Optik im Innenraum. Für die Homura-Ausstattung
ergänzen ein Lederlenkrad inklusive Lenkradheizung und eine Enteiserfunktion für die Scheibenwischer
das Ausstattungsprogramm für das neue Modelljahr des Mazda 3.
Karosserie/Design | Innenraum | Antrieb/Fahreindrücke | Verbrauch/Preis | Fazit
Auch das Sondermodell NAGISA, das ausschließlich für die Schrägheck-Variante bestellt werden kann, bleibt im Angebot und wird mit einem Lederlenkrad inklusive Lenkradheizung sowie Scheibenwischern mit Enteiserfunktion gezielt aufgewertet und bietet darüber hinaus einen Preisvorteil von 1.000 Euro gegenüber einem vergleichbar ausgestatteten Mazda 3.
Karosserie/Design
Der Mazda 3 präsentiert sich als fünftüriges Steilheck mit einer eleganten Linienführung, die immer noch ein Hingucker ist. Einzig das etwas pummelige Heck ist Gewöhnungssache, gemeinsam mit der üppigen C-Säule ist die Sicht nach hinten bescheiden. Mit 4,46 Meter Länge ist das Steilheck nicht mehr wirklich kompakt. Stets hübsch ist die 1.000 Euro teure Sonderlackierung "Soul Red Crystal". Diese optionale Metallic-Farbe überzeugt durch eine hohe Tiefenwirkung sowie ein ausgeprägtes Changieren zwischen Licht und Schatten.
Mazda 3 Skyactiv-G 140 (2026) im Test
Zu den praktischen Detaillösungen im Exterieur gehören die direkt in die Wischerarme integrierten Scheibenwischerdüsen, die im Praxiseinsatz eine funktionale und effiziente Reinigung der Windschutzschutzscheibe gewährleisten. Unpraktisch ist aus unserer Sicht die Positionierung der Außenspiegel. Sie wären im vorderen Fensterdreieck besser aufgehoben.
Innenraum
Das Interieur zeichnet sich durch eine hochwertige Materialqualität und eine hervorragende Haptik aus. Das ist wirklich Premium und liegt auf dem Niveau teurerer deutscher Hersteller. (Die teilweise froh wären, innen so auszusehen ...) Großzügige Verkleidungen aus Kunstleder an Armaturenbrett, Armlehnen und der Mittelkonsole treffen hier auf Elemente in Edelstahl-Optik, die sich unter anderem an den Bose-Lautsprechern, dem Schalthebel und dem Handschuhfachöffner wiederfinden, während Klavierlack-Applikationen das Bild ergänzen.
Auffällig aber: Bereits nach gut 25.000 Kilometern scheuert sich der Belag am Lenkradkranz bereits ab. Kritik erntet auch das automatische Fernlicht, das durch eine zu hohe und potenziell störende Schaltfrequenz auffällt.
Das Bedienkonzept setzt bewusst auf eine klassische Ausrichtung mit physischen Tasten und einem zentralen Dreh-Drück-Steller anstelle eines großen Touchscreens. Ältere BMW-Modelle lassen grüßen. Diese Steuerung erweist sich während der Fahrt als vorteilhaft und ablenkungsarm, fällt jedoch im Stand, wie etwa bei der Bluetooth-Kopplung, durch eine unkomfortable Menüführung auf. Generell erweist sich das flach ausgerichtete Infotainment als veraltet, man sollte besser per Smartphone navigieren. Das gut bedienbare Multifunktionslenkrad verzichtet im Gegensatz zu Mitbewerbern auf metallische Applikationen.
Die Instrumentierung kombiniert ein digitales Display mit analogen Rundinstrumenten und klassischen Lüftungsschlitzen, wobei sich die akustische Tempowarnung komfortabel über eine separate Taste direkt deaktivieren lässt. Während die tadellos verarbeiteten Sitze guten Komfort bieten und der Kofferraum gut nutzbar ist, zeigen sich im Fond deutliche Einschränkungen. Der Einstieg erfordert konstruktionsbedingt ein tiefes Ducken, Kopf- und Beinfreiheit sind überschaubar. Wer schön sein will, muss leiden.
| Abmessungen | Mazda 3 Fünftürer (2026) |
| Länge | 4.460 mm |
| Breite | 1.795 mm |
| Höhe | 1.435 mm |
| Radstand | 2.725 mm |
| Kofferraumvolumen | 351 - 1.026 Liter |
| Leergewicht | 1.417 - 1.439 Kilogramm |
| Zuladung | 562 - 577 kg |
| Anhängelast | 1.300 kg |
| Stützlast/Dachlast | 80 / 75 kg |
Antrieb/Fahreindrücke
Unter der Haube setzt Mazda noch auf klassische Saugmotoren, immerhin unterstützt durch minimale Elektrifizierung. Erstaunlich daran: Der hoch verdichtende X (15:1) ist zwar stärker als der G, hat aber nur zwei statt 2,5 Liter Hubraum wie beim G. Im Fahrbetrieb zeigen sowohl der e-Skyactiv X mit 186 PS als auch der 2,5-Liter-Saugmotor mit 140 PS eine sehr lineare, für klassische Saugmotoren typische Leistungsentfaltung.
Mazda 3 Skyactiv-G 140 (2026)
Dadurch fehlt ihnen der gewohnte Antritt moderner Turbomotoren, wodurch beide Aggregate subjektiv durchzugsschwach wirken. Zudem steigt das Geräuschniveau im Cockpit ab einer Drehzahl von circa 3.000 Umdrehungen pro Minute spürbar an. Interessant ist der Vergleich des maximalen Drehmoments: 240 Nm bei 4.000 U/min beim X, 238 Nm bei 3.300 U/min beim G.
Und so wirkt der G trotz 46 PS weniger Leistung harmonischer als der X, dessen hohe Verdichtung stets akustisch präsent ist. Auf der Autobahn beschleunigt der G bereits ab 2.000 Touren souveräner, selbst bei 170 empfanden wir ihn als ausreichend ruhig. Generell gilt aber für beide Benziner: Slow Cooking statt Fast Food. Was ja durchaus leckerer sein kann.
Mazda 3 Skyactiv-G 140 (2026) im Test
Einen sportlichen Gegenpol bildet das manuelle Schaltgetriebe, das durch kurze Schaltwege einen Hauch von MX-5 in den Mazda 3 bringt. Leider ist die Führung bisweilen unpräzise, man findet sich versehentlich im vierten statt im zweiten Gang wieder. Als Option steht eine Sechsstufen-Automatik (Aufpreis: 2.000 Euro) bereit. Sehr gelungen ist die Lenkung mit viel Rückmeldung, allzu wendig ist der 3 aber dennoch nicht. Wer ein straffes Abrollverhalten nicht goutiert, sollte auf die 18-Zöller verzichten.
Verbrauch/Preis
Der Kraftstoffverbrauch der Aggregate liegt im gemischten Praxisbetrieb aus Autobahn- und Landstraßenfahrten zwischen 6,1 und 7,0 Litern je 100 Kilometer. Lediglich in einer kontinuierlichen Tempo-60-Zone lässt sich ein Wert von 5,3 Litern erzielen. Über den gesamten Testzeitraum ermitteln wir 6,5 Liter für den X und 7,2 Liter für den G. 5,6 und 5,9 Liter nennt Mazda offiziell.
Wo liegen beide Benziner preislich? Den bereits ordentlich ausgestatteten Basis-3 gibt es nur mit 140 PS, Kostenpunkt 29.190 Euro. Wir würden zur Homura-Ausstattung raten: Hier trennen die Motoren exakt 1.750 Euro. 31.490 versus 33.240 Euro, um genau zu sein.
Fazit: 7/10
Wer einen Mazda 3 wählt, macht dies bewusst ob der Optik oder den Saugmotoren. Wir halten die 140-PS-Maschine für absolut ausreichend und würden die Differenz zum 186-PS-Motor in ein Automatikgetriebe investieren. Mit Blick auf den Golf verliert der 3 beim Platzangebot, punktet aber mit seinem agilen Fahrverhalten als auch den Materialien und der Verarbeitung innen.
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