Der neue Nissan Skyline kommt früher als gedacht
Die sportliche Limousine mit Hinterradantrieb wurde in nur 26 Monaten entwickelt
Der Name Skyline wird bald 70 Jahre alt: Nissan verkauft seit 1957 Fahrzeuge unter dieser Bezeichnung. Im Lauf der Jahrzehnte stand der Name für so gut wie jede erdenkliche Karosserieform – von Limousinen und Coupés über Pick-ups bis hin zu einem Crossover.
Für das auslaufende Modell der dreizehnten Generation hat Nissan das Angebot auf eine Limousine reduziert – und auch der Nachfolger soll wieder mit vier Türen und klassischem Kofferraum antreten.
Offizieller Teaser zum neuen Nissan Skyline
Einen ersten Ausblick auf den komplett neuen Skyline gab Nissan bereits im April, und es dürfte nicht mehr lange dauern, bis die Sportlimousine enthüllt wird. CEO Ivan Espinosa sagte gegenüber Nikkei Asia, dass die Premiere irgendwann in diesem Winter stattfinden soll. Der Generationswechsel kann angesichts des Alters des aktuellen Modells kaum früh genug kommen: Der Skyline der Baureihe V37 kam bereits 2014 auf den Markt und ist damit deutlich über seinen Zenit hinaus.
Der neue Skyline ist zudem Nissans erstes Modell, das einem deutlich kürzeren Entwicklungsprozess folgt. Während der Vorgänger rund 55 Monate Entwicklungszeit benötigte, soll sein Nachfolger bereits nach 26 Monaten finalisiert sein. Der Nissan-Chef erklärte, wie die Entwicklungszeit halbiert werden konnte:
"Ein großer Teil davon basiert auf KI-Fähigkeiten und der Nutzung neuer Werkzeuge – mehr digitale Tools in der Designphase, in der Testphase und in der Fertigungsphase."
In Nordamerika wird es den Skyline nicht mit Nissan-Emblem geben. Stattdessen soll er dort als Infiniti angeboten werden – wenig überraschend, da frühere Generationen der beiden Schwestermarken eng miteinander verwandt waren. Möglicherweise trägt er dort den Namen Q50. Laut den bisherigen Hinweisen – unter anderem von Tiago Castro, Vice President Infiniti Americas – soll das Modell Hinterradantrieb und ein manuelles Getriebe bieten.
Beim Antrieb deuten Insiderangaben darauf hin, dass der neue Skyline den Biturbo-V6 aus dem Z übernehmen könnte. Dort leistet der VR30DDTT in der neuen Nismo-Version mit Handschaltung 313 kW (420 hp) und 520 Nm. Ebenfalls nicht auszuschließen: eine Variante mit Allradantrieb und Automatikgetriebe (aber ohne CVT), um die Zielgruppe zu erweitern.
Bis zur Premiere in diesem Winter hoffen wir auf weitere Teaserbilder, um die Wartezeit zu verkürzen. Alfonso Albaisa, Nissans globaler Designchef, hatte das Exterieur bereits als "von der Vergangenheit inspiriert" beschrieben – allerdings ohne daraus eine konsequente "Retro-Übung" zu machen.
Zur Weltpremiere soll der neue Skyline demnach "aggressiv und modern wirken, mit Proportionen, die an das Original erinnern, aber mit einem Design, das nach vorn schaut".
Nissan arbeitet außerdem an einem neuen GT-R R36
Der nächste Skyline ist kein Ersatz für den GT-R R35. Allerdings verriet Ivan Espinosa im selben Interview, dass ein direkter Nachfolger von "Godzilla" in Arbeit ist. Der CEO und Präsident kündigte an, man werde "später weitere Details teilen". Motor1 hat zudem bereits von Richard Candler, Corporate Executive für Family, Product & Components, erfahren, dass der künftige Supersportler weiterhin einen Verbrennungsmotor haben wird.
Nissan hat seit der Übernahme durch Ivan Espinosa vor etwas mehr als einem Jahr eine Reihe richtiger Entscheidungen getroffen. Eine neue Modellwelle soll das in die Jahre gekommene Portfolio verjüngen. Die Produktoffensive reicht dabei weit über einen neuen Skyline und einen später folgenden GT-R hinaus. Beispiele sind die Rückkehr des Xterra und des Terrano als SUVs mit Leiterrahmen.
Zusätzlich zu dem Skyline-basierten Infiniti, der den Q50 ersetzen soll, entwickelt Nissans Premium-Marke mehrere neue Modelle – darunter ein mittelgroßes Hybrid-SUV sowie zwei große Hybrid-SUVs mit Leiterrahmen.
Hoffentlich zahlen sich die Investitionen in neue Produkte aus und helfen Nissan, wieder dorthin zurückzukehren, wo die Marke hingehört. Eine drastisch verkürzte Entwicklungszeit kann die Wettbewerbsfähigkeit steigern, weil sich neue Fahrzeuge schneller in den Markt bringen lassen. Ideal wäre allerdings, wenn die Qualität unter den komprimierten Zeitplänen nicht leidet – ein Tempo, das bislang vor allem chinesische Hersteller konsequent erreicht haben.
Quelle: Nikkei Asia
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