Mazdas fiktiver Wankel-Sportwagen kehrt in einer Hardcore-Version zurück
Der RX-Vision GT3 erhält eine Evo-Kur, aber fahren kann man ihn nur im Videospiel Gran Turismo
Erinnern Sie sich an den Mazda RX-Vision? Das wunderschöne Konzept eines heckgetriebenen Sportwagens, das 2015 auf der Tokyo Motor Show vorgestellt wurde, sollte eine neue Wankel-Ära für den japanischen Hersteller einläuten. Mehr als ein Jahrzehnt später warten wir noch immer auf eine Serienversion. In der Zwischenzeit findet Mazda immer neue Wege, den RX-Traum am Leben zu halten.
Der jüngste davon ist der RX-Vision GT3 Evo, eine noch extremer ausgelegte Weiterentwicklung des virtuellen Rennwagens für die Gran-Turismo-Reihe. Und wenn das Original bereits aussah, als könnte es es mit den exotischsten GT-Rennwagen der Welt aufnehmen, wirkt diese Version, als hätte sie ein paar Mahlzeiten ausgelassen und deutlich mehr Zeit im Fitnessstudio verbracht.
Die größte Veränderung betrifft die Karosserie. Mazda hat dem RX-Vision GT3 Evo deutlich breitere Kotflügel verpasst, wodurch er noch muskulöser wirkt als das ohnehin schon breite Original. Besonders rund um die Hinterräder fällt die zusätzliche Breite auf, wo die Karosserie nun dramatisch weiter herausragt als zuvor.
Aggressiver Auftritt
Auch die Front präsentiert sich aggressiver, mit überarbeiteten Aerodynamik-Elementen und einem tiefer wirkenden Splitter. Am Heck erhält der Evo einen markanten Diffusor und einen riesigen Heckflügel, der den ursprünglichen RX-Vision GT3 im Vergleich fast schon zurückhaltend erscheinen lässt. Nun ja, fast.
Der RX-Vision GT3 war bereits eines der spektakulärsten Rennautos in Gran Turismo. Stark auf dem Konzept von 2015 basierend, verwandelte er Mazdas elegante Kodo-Designsprache in etwas, das deutlich besser auf Rennstreckenangriffe zugeschnitten war. Der virtuelle Racer ergänzte das ursprüngliche Design um breitere Kotflügel, einen markanten Frontsplitter, zusätzliche Öffnungen in der Motorhaube, einen höheren Heckflügel und einen großen Diffusor. Der Evo treibt dieses Konzept noch weiter.
Mazda hat noch keinen vollständigen Satz technischer Daten für die neue Version veröffentlicht, denn bei diesem Video handelt es sich offiziell nur um einen Teaser vor der bevorstehenden vollständigen Enthüllung. Unklar ist daher, ob die Änderungen rein optischer Natur sind oder ob der virtuelle Rennwagen unter der verbreiterten Karosserie auch nennenswerte Leistungs-Upgrades erhalten hat. So oder so wirken die überarbeiteten Proportionen deutlich zielgerichteter.

Starke (aber hypothetische) Daten
Der ursprüngliche RX-Vision GT3 wurde für Gran Turismo Sport entwickelt und erschien 2020. Mazda beschrieb seinen virtuellen Rennwagen als von einem Vier-Scheiben-Skyactiv-R-Motor angetrieben, der rund 413 kW (561 PS) und 540 Nm Drehmoment leisten soll. Ja, tatsächlich: vier Rotoren.
Genau das ist einer der Gründe, warum der RX-Vision GT3 weiterhin ein so faszinierendes Gedankenspiel bleibt. Mazda hat seit dem Produktionsende des RX-8 im Jahr 2012 keinen Sportwagen mit Wankelmotor mehr verkauft, erinnert Enthusiasten aber immer wieder daran, dass die Idee nicht vollständig aufgegeben wurde.
Leider ist der RX-Vision GT3 Evo nicht der Nachfolger des RX-7, auf den wir warten. Am Ende des Tages bleibt er ein weiteres virtuelles Auto.
Das muss allerdings nichts Schlechtes sein. Das Gran-Turismo-Universum gibt Mazda einen Spielplatz, um Design- und Performance-Ideen auszuprobieren, ohne sich Gedanken über Crashtests, Emissions-Zertifizierungen, Fußgängerschutz, Produktionskosten oder die Frage machen zu müssen, ob sich überhaupt jemand die daraus resultierende Maschine leisten könnte.
Der ursprüngliche RX-Vision selbst schaffte trotz großer Begeisterung nie den Sprung vom Konzept zur Serie. Mazda entwickelte später die GT3-Version für Gran Turismo und verschaffte dem Entwurf damit ein zweites Leben als digitaler Rennwagen.
Mazda hat das Thema Wankelmotor seitdem mit dem MX-30 R-EV und vor allem mit dem Iconic SP Concept am Leben gehalten. Letzteres wurde 2023 als Vision eines künftigen Sportwagens vorgestellt, der einen Zweischeibenmotor als Teil eines elektrifizierten Antriebsstrangs nutzt. Mazda hat inzwischen eingeräumt, dass eine Serienversion weiterhin geprüft wird, auch wenn die Finanzierung ein Hindernis bleibt.
Der Wankelmotor ist nicht tot
Genau deshalb ist der RX-Vision GT3 Evo besonders interessant. Er ist kein Beleg dafür, dass Mazda kurz vor der Enthüllung eines neuen RX-7 steht, zeigt aber, dass der Hersteller weiterhin große Freude an der Idee eines kompromisslosen Wankel-Sportwagens hat.
Mehr als zehn Jahre nach dem Debüt des ursprünglichen Konzepts sehen die lange Haube, die flache Dachlinie, die nach hinten versetzte Kabine und die fließende Kodo-Karosserie noch immer hervorragend aus. Noch breitere Kotflügel und aggressivere Aero-Elemente machen die Formel als Rennwagen sogar noch überzeugender. Der frustrierende Teil ist: Mazda hat uns bereits gezeigt, was möglich wäre.
Wir haben den RX-Vision gesehen. Wir haben den GT3 gesehen. Wir haben den Iconic SP gesehen. Wir haben sogar erlebt, wie Mazda den Wankelmotor wieder in die Produktion zurückgebracht hat, wenn auch in einer völlig anderen Rolle als heute fast schon vergessener Range Extender. Das Einzige, was wir bisher nicht gesehen haben, ist ein echter Serien-Sportwagen.
Mazda hält Wankel-Fans seit Jahren mit Andeutungen bei Laune, und der RX-Vision GT3 Evo ist eine weitere Erinnerung daran, was uns entgeht. Er ist breiter, böser und womöglich sogar noch attraktiver als der ursprüngliche virtuelle Rennwagen, steckt aber weiterhin in einem Videospiel fest.
Das RX-Vision-Konzept bleibt eines dieser seltenen Showcars, das nie wirklich verschwunden ist. Mazda greift die Idee immer wieder in neuen Formen auf, sei es als GT3-Rennwagen oder als Iconic SP. Gleichzeitig hoffen Enthusiasten weiter, dass eines dieser Fahrzeuge irgendwann der digitalen und konzeptionellen Welt entkommt. Vorerst muss der RX-Vision GT3 Evo dafür herhalten.
Bildergalerie: Mazda RX-Vision Concept
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