Mercedes C-Klasse Facelift muss ohne AMG C 63 V8 auskommen
Der etwas zahmere C 53 dürfte seinen Platz als Performance-Modell übernehmen
Mercedes hat der C-Klasse gerade ein Facelift spendiert. Doch für alle, die gehofft hatten, das Update würde irgendwie das Brüllen des V8 in die AMG-Sportlimousine zurückbringen, gibt es schlechte Nachrichten. Genau das wird nicht passieren. Tatsächlich macht Mercedes jetzt deutlich, dass kein V8-befeuerter C 63 in Sicht ist.
Dabei hatten die Stuttgarter kürzlich erst selbst erklärt, dass der V8 noch nicht bereit für ein Aus ist. Von klarer Linie kann da also kaum die Rede sein. Klaus Rehkugler, Leiter Produktmanagement und Global Training bei Mercedes, sagte dem australischen Magazin CarExpert, dass der V8 mindestens bis 2035 weiterproduziert werde.
Das ist deutlich länger als manche der pessimistischeren Prognosen, die kursierten, als Mercedes begann, seine Verbrennungsmotoren zu verkleinern. Die Zukunft des V8 wirkt überraschend solide. Die des C 63 dagegen eher nicht.
Denn Mercedes plant nicht, den Achtzylinder in einen weiteren C 63 einzubauen. Der bisherige C 63 S E Performance nutzt einen 2,0-Liter-Turbovierzylinder in Kombination mit einem Plug-in-Hybridsystem und kommt auf 500 kW (680 PS) und 1.020 Nm Drehmoment. Auf dem Papier sind das absurde Werte für eine Kompaktlimousine. Das Problem ist nur: Der C 63 ist nicht für absurde Zahlen auf dem Datenblatt in Erinnerung geblieben. Sondern für seinen donnernden V8.
Downsizing ging nach hinten los
Über Jahre war der AMG C 63 eines der wenigen Autos, die selbst den alltäglichen Arbeitsweg zu etwas Besonderem machen konnten. Die vorige Generation W205 hatte einen 4,0-Liter-Biturbo-V8, während der ältere W204 bekanntlich einen frei saugenden 6,2-Liter-V8 nutzte. Letzterer wurde zu einem der prägenden AMG-Motoren seiner Zeit. Dann entschied Mercedes, dass vier Zylinder genügen.
Der aktuelle C 63 mit seinem 2,0-Liter-Motor ist technisch zweifellos eine Ingenieursleistung. Die Systemleistung ist enorm, der Elektromotor liefert spontanen Schub, und das Plug-in-Hybridsystem erlaubt es Mercedes, sowohl Performance als auch Effizienz zu vermarkten. Gleichzeitig brachte das Konzept jedoch deutlich mehr Gewicht und Komplexität mit sich. Vor allem aber veränderte es den Charakter des C 63.
Mercedes-AMG hat bereits eingeräumt, dass die aktuelle Formel nicht auf Dauer Bestand haben wird. Zu hoch die Kosten für ein Facelift. "Letztendlich läuft es auf die Frage hinaus: 'Lässt sich die Investition angesichts der verbleibenden Lebensdauer der aktuellen C-Klasse wieder einspielen?' – und die Antwort lautet: 'Wahrscheinlich nicht'", so Rehkugler.
Der C 63 läuft aus, der etwas zahmere C 53 dürfte seinen Platz als fahrdynamisch orientierte C-Klasse einnehmen. Dieses Modell wird voraussichtlich einen 3,0-Liter-Reihensechszylinder statt des Vierzylinder-Plug-in-Hybridantriebs verwenden – ähnlich wie beim Wechsel vom GLC 63 zum GLC 53. Und wo bleibt dann der V8? Offenbar überall oberhalb der C-Klasse.
AMG entwickelt einen V8 der nächsten Generation und hat mehrfach angedeutet, dass Verbrennungsmotoren noch über Jahre hinweg Teil des Portfolios bleiben werden. Die Schwaben haben sogar ihre frühere Festlegung auf eine vollelektrische Zukunft abgeschwächt und eingeräumt, dass die Nachfrage nach fossilen Fahrzeugen nicht so schnell verschwindet wie einst erwartet.
Trotzdem ist der Einbau dieses V8 in die C-Klasse nicht Teil des Plans. Das Timing schien eigentlich perfekt, die Wahrheit ist jedoch ein weiteres Mal viel komplexer. Für die nächste Generation möchte Rehkugler den V8 dennoch nicht ausschließen. Es besteht also weiterhin Hoffnung.
Quelle: CarExpert
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