Dieser Milliardär zahlte 40 Millionen Dollar für den Ferrari Luce
Herbie Wertheims Rekordgebot für das Chassis 0 macht das E-Auto sofort zu einem Stück Maranello-Legende
Herbie Wertheim hat einen Scheck über 40 Millionen US-Dollar ausgestellt und damit die Ferrari-Welt aufgerüttelt. In Monterey verpflichtete sich der milliardenschwere Unternehmer zu dieser Summe für den Ferrari Luce "Chassis 0" und machte das ohnehin bereits heftig diskutierte Elektroauto damit zum teuersten fabrikneuen Pkw, der je bei einer Auktion verkauft wurde.
Das Fahrzeug ist ein Einzelstück als Schaufenster für Ferraris elektrische Zukunft. Doch es sind der Käufer und die aufgerufene Summe, die diesen Verkauf in die Sammlerfolklore heben. Für Kenner der Ferrari-Historie markiert dieser Moment den Punkt, an dem ein einzelner Wagen der Nullserie, gebaut noch vor den ersten Kundenfahrzeugen, zu einem eigenen Kapitel der Mythologie von Maranello wurde.
Chassis 0 und der Rekordverkauf
Der Luce ist Ferraris erstes batterieelektrisches Modell, und Chassis 0 ist das erste Produktionschassis des Programms, von Ferraris Tailor-Made-Team und dem Designzentrum als Einzelstück ausgeführt. Versteigert wurde es während der Monterey Car Week bei einer Auktion von RM Sotheby’s; der gesamte Erlös ist für Bildungsprojekte über die Ferrari Foundation vorgesehen.
Ferrari hatte den Luce bereits als stilistisch eigenständiges, leistungsstarkes Elektroauto vorgestellt, doch Chassis 0 steht außerhalb des regulären Bestellprogramms als Halo-Modell mit maßgeschneiderten Materialien und Details für einen der wichtigsten Kunden der Marke. Anfang des Jahres bestätigte Ferrari zudem die breitere Luce-Palette und nannte technische Daten, Preiserwartungen und den Zeitplan für die Premiere des Luce, um zu unterstreichen, dass es sich nicht nur um eine Designstudie handelt.
Der Zuschlag lag über Ferraris internen Erwartungen und übertraf den bisherigen Rekord für einen Neuwagen, der bei einer Auktion verkauft wurde. Damit wurde auch die Summe überboten, die 2025 mit einem einmaligen Daytona SP3 für wohltätige Zwecke erzielt worden war. Da die Produktionsslots für den Luce EV faktisch ausverkauft sind, noch bevor die meisten Menschen das Modell überhaupt real sehen konnten, wirkte dieses erste Chassis auf Bieter wie eine einmalige Gelegenheit für maximales Prestige.
Dr. Herbert Wertheim und sein Ferrari SP3 Daytona mit Enrico Galliera, Ferrari Chief Commercial and Marketing Officer
Wer ist Herbie Wertheim?
Herbert "Herbie" Wertheim (Jahrgang 1939) ist ein milliardenschwerer Investor und Philanthrop, bekannt für frühe Beteiligungen an Unternehmen wie Apple und Microsoft. Wikipedia weiß: "1970 gründete er das Unternehmen Brain Power, durch das Tönungen für Brillengläser und optische Geräte für Optiker und Augenärzte hergestellt werden. Wertheim meldete über einhundert Patente zu seinen Erfindungen an. Sein Vermögen in den 2020er-Jahren wurde auf rund 4,9 Milliarden US-Dollar geschätzt. Mit der deutschen Kaufhaus-Familie Wertheim ist er übrigens nicht verwandt.
Seit Jahren unterstützt Herbie Universitäten und die medizinische Forschung, weshalb eine wohltätigkeitsorientierte Ferrari-Auktion gut zu seinem Muster passt, Leidenschaftskäufe mit Spendenengagement zu verbinden. Wertheim soll bei der Monterey Car Week schon in den vergangenen Jahren bei Charity-Autos zugeschlagen haben. Zumal Spenden auch in den USA von der Steuer abgesetzt werden können ...
Einzelstücke und erste Ferrari-Chassis bewegen sich heute in einer eigenen Marktklasse. Historische Modelle wie der nur 39-mal gebaute 250 GTO spielen ohnehin in einer anderen Liga, was sich jedes Mal zeigt, wenn ein seltener 250 GTO zur Auktion kommt. Chassis 0 fügt dem eine moderne Dimension hinzu: Es ist sowohl das erste Exemplar aus Ferraris EV-Ära als auch ein maßgeschneidertes Tailor-Made-Objekt, das Sammler als künftiges Referenzfahrzeug betrachten.
Setzt man diesen Verkauf in Beziehung zu anderen bedeutenden Ferrari-Auktionen in Monterey – vom 288 GTO, der zusammen mit Luce-bezogenen Losen angeboten wurde, bis zu einem seltenen Ferrari 250 GT von 1958, wird das Muster deutlich. Gerade die allerersten oder allerletzten Exemplare, die für einen Wendepunkt in der Markengeschichte stehen, ziehen Käufer an, die nicht einfach nur ein schnelles Auto für die Sonntagsausfahrt wollen, sondern ein Stück Ferrari-Historie. Aber auch seltene Fahrzeuge bis hin zu Unikaten erzielen sehr hohe Preise.
Der Verkauf zeigt, wie Sammler den Übergang zur Elektromobilität inzwischen bewerten: Herkunft, Einordnung und der Status als erstes Chassis besitzen im elektrischen Zeitalter offenbar denselben Reiz wie einst bei klassischen Ferraris. Ob daraus ein neuer Maßstab für elektrische Halo-Modelle wird oder ob es bei einem spektakulären Einzelfall bleibt, wird der Markt zeigen.
Quelle: supercarsfor.sale (Instagram) via TheSupercarBlog
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