4 TROOP: Renault militarisiert den Rafale
Das mit Thales verwirklichte Projekt steht auf der Eurosatory 2026
Auf der Rüstungsmesse Eurosatory 2026 haben die Renault Group und das Technologieunternehmen Thales mit dem „4 TROOP“ den Prototypen eines neuen taktischen Fahrzeugs vorgestellt. Das Modell ist als Variante eines VCMR (Véhicule de Combat Multi-Rôles) konzipiert und soll auf veränderte operative Anforderungen von Landstreitkräften reagieren.
Das Projekt verbindet die industrielle Plattformbasis der Renault Group mit den Systemen für sichere Kommunikation und Konnektivität von Thales. Das primäre Ziel der Kooperation besteht darin, ein robustes Mehrzweckfahrzeug zu entwickeln, das durch die Nutzung ziviler Serienstrukturen schnell und kosteneffizient produziert werden kann.
Bildergalerie: Renault Rafale E-Tech 300 4x4 (2024) im Test
Der Prototyp basiert laut der Pressemitteilung "auf einem 4x4-Fahrgestell mit Hybridantrieb, wodurch das Fahrzeug wahlweise emissionsarm und geräuschreduziert oder über längere Strecken hinweg betrieben werden kann". Unübersehbar handelt es sich aber um einen Renault Rafale.
Eine integrierte Vehicle-to-Load-Funktion (V2L) ermöglicht es zudem, externe elektrische Geräte im Feld direkt über die Fahrzeugbatterie mit Strom zu versorgen. Die technische Architektur ist modular aufgebaut und mit verschiedenen Fahrzeugklassen der Renault Group, wie SUVs und Nutzfahrzeugen, kompatibel.
In die elektronische Architektur des Fahrzeugs wurden Steuerungssysteme von Thales integriert. Der 4 TROOP verfügt über hohe Datenverarbeitungskapazitäten und nutzt die sogenannte "Combat Digital Platform". Dadurch kann das Fahrzeug als mobile Befehlsstelle genutzt werden, von der aus unter anderem unbemannte Luft- (UAV) und Bodenfahrzeuge (UGV) gesteuert und koordiniert werden.
Auch der neue Renault Trafic kann militärisch genutzt werden
Die Systeme verarbeiten Sensordaten und nutzen KI-gestützte Assistenzfunktionen, um der Besatzung die Überwachung des Umfelds und die Entscheidungsfindung in Echtzeit zu erleichtern. Die Cyber-Sicherheits- und Kommunikationslösungen sind auf die bestehenden Konnektivitätsstandards von Militärverbänden abgestimmt, um die Interoperabilität mit vorhandenen Führungssystemen bei nationalen und internationalen Einsätzen zu gewährleisten.
Das geplante Einsatzspektrum des Fahrzeugs umfasst Aufgaben wie Aufklärung, Truppenkoordination, Begleitschutz, Logistik sowie die Überwachung sensibler Areale. Neben der Produktion soll auch die Instandhaltung optimiert werden: Die Streitkräfte können für die Wartung und den langfristigen Support auf das bestehende After-Sales-Netzwerk der Renault Group zurückgreifen, was die logistische Kette im Betrieb vereinfachen soll.
Nach Angaben der beteiligten Unternehmen stellt das Konzept einen Ansatz dar, bei dem standardisierte zivile Plattformen durch digitale Vernetzung für den Einsatz im Sicherheitsbereich sowie für hochintensive Konfliktszenarien angepasst werden.
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