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Ahorn CV 560 (2026) im Test: Lagerkoller oder Allrounder-Glück?

Wir waren vier Wochen und über 6.000 km auf 5,68 Metern in Europa unterwegs – kann der sympathische Kompakt-Camper auch Dauerreisen?

Ahorn CV 560 (2026) im Test
Bild von: Motor1.com Deutschland

Wenn der Süden Europas erschlossen werden soll, steht die Frage nach dem passenden Auto im Raum. Kompakt und wendig sollte es sein, um eventuelle Passstraßen und enge Gassen der oftmals dicht bebauten historischen Kerne meistern zu können und nicht nur außen rum fahren zu müssen. Doch gerade Richtung Spanien und Portugal braucht es beim Kilometerfressen Zeit, Komfort und Raum, um nach etlichen Tagen nicht als zusammengefaltete Briefmarke zurückzukommen.

Klar, ein VW Bulli oder ähnlich große Vans kämen da in Sachen Wendigkeit sofort in Frage. Aber will man das ständige Umbauen, den überschaubaren Raum und die geringe Kopffreiheit wirklich über Wochen in Kauf nehmen? Wir werden eben nicht jünger. Und was ist eigentlich mit dem fehlenden Bad? Schließlich willse dir auch ma den Schweiß vonne Wampe spülen und nicht nur auf Campingplätzen stehen!

Bildergalerie: Ahorn CV 560 (2026) im Test

Genau aus diesen Gründen fiel der Blick direkt auf den Ahorn CV 560. Das CV steht hier für Camper-Van und die Nummer gibt wie so oft Aufschluss auf die Länge. Mit 5,68 Metern liegt der in etwa in der Mitte vom Fünf-Meter-Allrounder und dem Fiat-Ducato-5,99-Meter-Standardmaß mit größerem Radstand und Überhang. Zudem bringt der Kasten etwas mehr Entzerrung gegenüber der 5,40-Meter-Konkurrenz mit. Aber kann der Speyerer auf Renault-Master-Basis Langstreckentouren über Wochen?

Wir haben dem A-Hörnchen, wie er von uns liebevoll getauft wurde, die Vorschusslorbeeren gegeben und die Frage vorab erst einmal mit Ja beantwortet. Doch beim Einräumen entstehen neue Fragen, denn in vier Wochen kann einiges passieren: ein Wetterumschwung im Süden vielleicht? Eventuell will man ein paar Tage an derselben Stelle entspannen, also Stühle und Tisch mit rein? Arbeitsmaterial, Spiele, Bücher, Essen, Klamotten, alles einfach rein? Strand oder kühler Windspaziergang? Oft selber kochen oder Restaurants auschecken?

Einmal hin, alles drin?

Wir haben uns entspannt für "Einmal alles bitte!" entschieden, um zu sehen, was der 560 so mitbekommt – auch wenn mindestens einmal Waschsalon mitgedacht war. Stauraum hat der Pfälzer in jeglicher erdenklichen Ecke. Praktisch ist in unserem Packplan nicht jede, wie wir herausfinden. Die üblichen Fächer und Schubladen befinden sich überm Bett, in der Küche, über der Dinette und über dem Fahrerhaus, im Kofferraum warten weitere voluminöse Schränke.

Schnelle Daten Ahorn CV 560 (2026)
Antrieb 2,0-Liter-Vierzylinder-Diesel
Getriebe 9-Gang-Wandlerautomatik
Systemleistung / Drehmoment 125 kW (170 PS) / 380 Nm
Höchstgeschwindigkeit 177 km/h
Verbrauch (WLTP) / CO2-Emission 7,8 l/100km / 204 g/kg
Abmessungen 5,68 x 2,08 x 2,60 Meter
Zulässige Gesamtmasse 3.500 Kilogramm
Preis ab 52.800 Euro

Doch wer (neben den üblichen Utensilien) Tische und Stühle mitnimmt und eventuell noch das Dinettenbett einpackt, um bei Hitze zu zweit noch eine Ausweichmöglichkeit mitzunehmen, wird es schwer haben, ohne ständige Umräumaktion dort ranzukommen. Der Camper ist mit Klappbett flexibel für Kurztrips oder den vermeintlichen Alltag, auf langen Touren ist hinten alles voll. Clever packen nach möglicher Gebrauchshäufigkeit ist ratsam.

Spoiler: Lassen Sie das optionale Dinettenbett zuhause, wenn Sie nicht gerade mit kleinem Kind unterwegs sind. Bei 1,67 x 0,80 Meter sind die Maße für Erwachsene eher überschaubar. Zudem rutscht das Bett gern in die Lücke zwischen Fahrersitz und vertieftem Tisch und bildet samt höherer Sitzauflage der Rückbank eher eine Hügellandschaft. Zumal mit Kopf vor dem Kühlschrank ebenfalls keine ruhige Nacht zu erwarten ist. Auch weil der dann heiße Luft ins Gesicht bläst. Es ist eine unebene Notlösung für das verlängerte Wochenende, mehr nicht.

Ahorn CV 560 (2026) im Test

Ahorn CV 560 (2026) im Test

Bilder von: Motor1.com Deutschland
Ahorn CV 560 (2026) im Test

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Bilder von: Motor1.com Deutschland

Mehr Master-Basen, bitte!

Mit der Ordnung Marke kreatives Chaos geht es dann auch endlich ab auf die Straße. Mit nur zwei Übernachtungen durchqueren wir Deutschland, Belgien und ganz Frankreich. Der neue Renault Master bildet da eine sehr schöne Basis. Der optionale Diesel mit 125 kW (170 PS) ist genau der richtige Antrieb für lange Reisen. Starkes Drehmoment, gute Leistungspolster. So lassen sich Autobahnen und bergige Abschnitte perfekt abreißen.

Zumal auch das Fahrwerk einen für Nutzfahrzeuge lobenswerten Eindruck vermittelt. Der Ahorn bügelt Unebenheiten gut weg, ohne gleich die Fassung zu verlieren. Hier stimmt die Balance aus Komfort und nötiger Straffheit. Ein wenig durchgerüttelt zu werden lässt sich damit auf französischen Landstraßen zwar nicht vermeiden, es gibt aber ein gutes Feedback für die Straßenlage. 

Ahorn CV 560 (2026) im Test

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Ahorn CV 560 (2026) im Test

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Bilder von: Motor1.com Deutschland
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Geräuschmäßig ist das bis Geschwindigkeiten von 100 km/h noch okay. Darüber werden Diesel und Windgeräusche zunehmend dominanter. Aber das sei verziehen, hier fährt halt eine Schrankwand (2,60 Meter Höhe) im Wind. Wenn auch um 20 Prozent aerodynamisch optimiert gegenüber dem Vorgänger-Master.

Geräusche aus dem Wohnraum sind hingegen nur bei wirklich schlechten Abschnitten zu erwarten. Der Ahorn-Ausbau gehört in seiner geräuschdämmenden Qualität zu den Besten, die ich in der Klasse bis sechs Meter gefahren bin. Wer nicht ungünstig eingeräumt hat, wird nichts Nennenswertes von hinten hören. Den Grund sieht man zwar in Form von Dichtstreifen manches Mal zwischen Materialien hervor quillen, den geringen optischen Makel nehmen wir aber liebend gern für die Ruhe beim Reisen in Kauf!

Auch die Assistenten machen einen ordentlichen Job und lassen sich bei Gefallen easy ausschalten oder anpassen. Eine Vielzahl physischer Tasten bieten Funktionalität, das Infotainment-System (optional über Multimedia Paket: 990 Euro) arbeitet schnell und ist verständlich gestaltet, ganz Renault-like eben.

Ahorn CV 560 (2026) im Test

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Bilder von: Motor1.com Deutschland
Ahorn CV 560 (2026) im Test

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Und mal ehrlich, bei den ganzen Behelfssystemen in der Camping-Branche oder Radios aus dem Zubehör ist es nahezu schon Luxus, einfach Android Auto zu verbinden und auf die eigene Navigation, Musik und Co zugreifen zu können. Wir brauchen mehr Renault-Master, liebe Camping-Bubble. Danke Ahorn!

Schlafen? Wo wir hinfahren, brauchen wir nicht schlafen!

Man kommt über den kleinen Tritt in der Abtrennung von Wohnraum zum Kofferrauf zwar wirklich komfortabel in das hohe Bett. Sich nicht zu berühren wird unter der Hitzedecke im Sommer 2026 in Europa in einem 1,90 x 1,34 Meter Querbett unter Freundinnen in mancher Nacht zum obersten Gebot. Entspannt nächtigen ist in der ersten Woche eher eine Nebensächlichkeit. Ich rutsche mit meinen 1,76 Meter möglichst weit in Richtung Heckscheiben, jedoch wird hier der Platz zwischen den Endholmen enger. Ausstrecken ist so quasi unmöglich.

Ein interessierter Mitcamper fasst es beim Blick auf das Bett im Hafen vor Gibraltar salopp zusammen: "Meine Frau würde mich umbringen." Auch der praktische Klappmechanismus des Betts, um entspannt durch den Kofferraum laufen zu können, kippt des Nachts ins Negative. Die Matratze ist für die Allround- und Alltagsqualitäten des CV 560 dreigeteilt. Es fehlt unter Kontaktvermeidung und Positionsverschiebung schlicht der passende ergonomische Halt.

Für lange Reisen empfiehlt sich deshalb ein Topper. Vollbepackt und das Bett bezogen wird hier eh nichts geklappt. Für verlängerte Wochenenden in kühleren Regionen entzerrt sich das Bild sicherlich.

Ahorn CV 560 (2026) im Test

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Bilder von: Motor1.com Deutschland
Ahorn CV 560 (2026) im Test

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Genau das wird spürbar als wir den Ahorn das erste Mal direkt an der Atlantikküste in Porto abstellen und uns eine steife Brise umweht. Die Nächte entspannen sich, die nicht zu öffnenden Heckfenster werden zur Nichtigkeit. Hier entsteht genug Durchzug mittels Dachluke und kleinem Seitenfenster links. Ich freue mich Abends über eingepackte Hoodies und Kuscheldecke. Die "Einmal-Alles-Taktik" geht auf.

Für mehr Luftzirkulation an heißen Tagen kann zudem die Ventilationsfunktion der Truma-Heizung sorgen. Bei "stehenden Hitzewänden" um die 40 Grad ist aber auch diese machtlos. Eine Klimaanlage gibt es nur während der Fahrt im Führerhaus. Die macht wiederum einen herausragenden Job. Zumindest bei Temperaturen bis 36 Grad.

Abdunkeln geht hingegen fix: Dafür sorgen ins Fahrerhaus integrierte Faltrollos, die an den Seiten mittels Magneten befestigt werden – praktisch und sauber. Leider verlieren sie ebenso schon nach der ersten Woche etwas Steifigkeit und Bilden nach dem Einklappen einen leichten Fächeransatz.

Ausstattung Ahorn CV 560 (2026)
Sitzplätze 4
Schlafplätze

- Doppelbett im Heck (1,90 x 1,34 Meter)

- Optionales Dinettenbett (1,67 x 0,80 Meter)

Gesamthöhe innen  1,87 Meter
Kapazität Frisch- / Abwassertank 80 + 20 Liter / 80 Liter
Kapazität Kühlschrank 70 Liter
Herd 2-Gasflammenkocher
Aufbau-Batterie 95 Ah
Heizung Truma Combi 4 Gas, 4 kW

Platz ist in der kleinsten Hütte ...

Generell sind die Platzverhältnisse im kleinsten Ahorn absolut okay. Gerade, wenn man den ganzen Tag unterwegs ist und das Leben vor den Camper verlagern kann. Zum Frühstück und Abendessen nutzen wir auf Stellplätzen und freistehend hingegen zumeist die unausgeklappte Dinette. Zu zweit reicht es aus, möglichst viel vorzubereiten, um dann wenig auf den Tisch zu stellen.

Das Ausklappen würde auch das Drehen des Beifahrersitzes bedeuten, was wir uns gerne sparen. Nicht jedoch für entspannte Spieleabende an luftigen Abenden. Und siehe da, mit der Tischerweiterung finden sogar ausladende Brettspiele wie Alhambra Platz. Erschreckt werden wir zwischendurch nur vom Fenster in der Schiebetür, dessen Dämpfer das große Fenster nicht immer halten will. Eine etwas stärke Version wird sicher Abhilfe schaffen.

Ahorn CV 560 (2026) im Test

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Bilder von: Motor1.com Deutschland
Ahorn CV 560 (2026) im Test

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Spülen und Kochen erfordert zumeist ein wenig erweiterten Erfindergeist fürs Ablegen der benötigten Utensilien oder des gespülten Geschirrs. Bett oder Tisch stehen bereit: der 560 ist so kompakt, das quasi alles in einer Armlänge oder einem Schritt erledigt werden kann – praktisch. Drei Schubladen unter der Spüle bieten ausreichend Platz für Geschirr, Besteck, Gewürze und Vorrat bis insgesamt 45 Kilo, auch wenn dessen Knöpfe manchmal klemmen.

Warum hier aber genau ein Kippschalter neben die Klickschalter unter die Spüle gebaut wurde, erschließt sich mir nicht. Beim Spülen schalte ich nahezu jedes mal ungewollt das Licht mit meinem Unterleib ein.

Fürs Kochen steht ein Zweiflammenherd zur Verfügung. Die rechte Flamme ist zwar etwas nah an der Spüle platziert und forciert ein Kippen zu großer Pfannen. Bei angepassten Topf- und Pfannengrößen geht das hier aber durchaus klar. Und so kochen wir grob drei der vier Wochen entspannt im Camper.

Ahorn CV 560 (2026) im Test

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Ahorn CV 560 (2026) im Test

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Wer früher gut in Tetris war, wird auch mit dem 70-Liter-Dometic-Kühlschrank klarkommen. Nach Supermarkteinkäufen standen wir zwar immer etwas besorgt vor der Schiebetür, am fand jedoch alles einen Platz. Wenn nicht, ist "sofort essen" immer eine Option. Ein schönes Extra ist das Gefrierfach, das uns das Roadtrip-Eis für lange Fahr-Sessions garantiert. Eine optionale Solaranlage aus zweimal 80 Watt Paneelen liefert Energie nach, ohne auf Landstrom angewiesen zu sein.

Die hellen Polster suggerieren auf den ersten Blick eine schwierige Reinigung, erweisen sich am Ende aber durchaus als robust gegen Schweiß-, Sonnencreme- und Kleckerflecken. Zudem sind die Details im CV 560 wirklich schön. Neben dem Ahorn-Logo aus Blatt und kleinem Führerhaus, finden wir auch ein kleines Label mit Kindersitz und ausgeworfenem Anker.

Etliche USB, USB-C und Steckdosen laden zum Arbeiten ein. In der gestauten Hitze des Campers finde ich jedoch nur selten zur Ruhe. Erst vier folgende Nächte auf einem ruhigen Campingplatz in Sao Jacinto animieren mich zum Schreiben ... draußen vor der Tür! Im Campingstuhl am verstellbaren Tisch.

Ahorn CV 560 (2026) im Test

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Bilder von: Motor1.com Deutschland
Ahorn CV 560 (2026) im Test

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Die Dinette bietet hingegen wenig Auflagefläche und ergonomischen Halt. Im Herbst geht Arbeiten bestimmt auch entspannt im Bett. Ein Arbeitstier wird der CV 560 aber wohl nicht ohne Anpassungen, zumal fürs Laden von vielen Laptops 230 Volt nötig sind, die freistehend nicht zur Verfügung stehen. 

Vom Bad zur Dusche in zwei Sekunden 

Das A-Hörnchen-Highlight wartet im Bad. Bei anderen Camper-Vans verging mir schon die Lust zu duschen, wenn ich an die Nutzung des umschlingenden Duschvorhangs dachte. Ahorn hat hier clever gedacht und ein Klappbad entwickelt. Mit einem Handgriff lässt sich das Waschbecken mit Spiegel ausklipsen und um 90 Grad über die Toilette drehen. Einlegeboden raus, und fertig ist die Dusche!

Hier muss nur penibel auf die Führung des Schlauchs der Brause geachtet werden, da sich dieser sonst beim Zurückdrehen gerne einklemmt und seinen Lack an den weißen Badoberflächen verteilt. Eine festere Beschichtung oder ein unlackierter Schlauch würden auch dieses Problem lösen.

Ahorn CV 560 (2026) im Test

Ahorn CV 560 (2026) im Test

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Ahorn CV 560 (2026) im Test

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Bilder von: Motor1.com Deutschland
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So nutzen wir das Bad gerne ausgiebig und stehen öfter frei. Zumal das Angebot in Frankreich, Spanien und Portugal an kostenlosen Stellplätzen mit Versorgung und manches Mal auch mit kostenlosen Strom echt gut ist. Die 80+20 Liter Frischwasser und 80 Liter Abwasser reichen bei regelmäßigem Duschen zu zweit für gut zwei Tage. Die Thedford-Kassetten-Toilette hält auch mal ein zwei Tage mehr durch.

Leider ist die (wie bei ziemlich vielen Vans) viel zu hoch geraten. Ich weiß, die Konstruktion mit der Kassette drunter ist schwierig, aber baumelnde Beine erschweren das Geschäft. Wir haben einen kleinen Hocker untergestellt, allerdings verstärkt der das Platz- und Drehproblem im Bad. Meine Mitfahrerin bemängelte derweil gern den fehlenden Klopapierhalter.

Zur Überwachung der Bordelektronik und des Abwassers hat Ahorn ein Touch-Display am oberen Eingang des CV 560 eingebaut. Letzteres braucht jedoch dringend eine Überarbeitung. Egal ob wir per Schlauch oder Gießkanne Wasser auffüllen, das "Refill-Häkchen" setzen oder nicht, die Frischwasser-Anzeige kommt selten über 50 Prozent hinaus.

Ahorn CV 560 (2026) im Test

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Bilder von: Motor1.com Deutschland
Ahorn CV 560 (2026) im Test

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Beim letzten Ablassen läuft das Frischwasser bei Anzeige-Stand-Null noch etwa zwei Minuten weiter. Auch die Abwasseranzeige kriegen wir nie auf Null. Selbst mit Auffahrkeilen und Schlagseite zum Ablauf wurden es nur 15 Prozent. In Richtung Voll scheint zumindest das näher an der Wahrheit zu liegen. Wir fuhren also mit gedanklichem Überschlagen wesentlich besser, als auf diese Anzeige zu achten.

Agave an der Algarve oder: Benja macht blau

Weniger Frust bereitet die auffällige Außenfarbe, die je nach Lichteinfall immer mal wieder anders scheint, und das ungewöhnliche Gesicht des Ahorns. Immer wieder kommen Leute interessiert auf uns zu, gucken dem Ahorn hinterher. Zwischen gefühlt 95 Prozent weißen Autos und einem Rest aus grau und schwarz fällt der CV 560 mit seinem optionalen "Agave Blue" richtig auf. Das bestimmte Gesicht des Master mit dem fetten Rhombus, der kurzen Haube und der Lichtsignatur ist definitiv mal was anderes unter Ducato, Jumper, Crafter und Sprinter.

Ahorn CV 560 (2026) im Test

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Bei so ziemlich jeder Ecke in der Stadt nutzt zudem der kürzere Radstand gegenüber den Sechsmeter-Vans. Der Pfälzer mit französischen Wurzeln schlängelt sich hier selbstbewusst auch durch enge Gassen. Etwas ausholen und der Blick in die Spiegel sind beim Abbiegen nicht so intensiv nötig, wie bei den großen Kollegen. Das entspannt beim Fahren.

In Porto müssen wir allerdings aufgrund eines nett gemeinten schnelleren Routen-Hinweises von Google Maps zum ersten Mal die Außenspiegel einklappen. Auf dem Weg nach Lissabon stehen wir plötzlich in einer Straße, die immer enger wird und müssen umkehren, Richtung Madrid bei der Anfahrt auf eine Versorgungsstation mit dem Hinweis auf zwei Meter Breite und mitten in Alhambra noch weitere Male. 

Irgendwann ist wohl jedes Auto mal zu groß. In den meisten Fällen kommt der 560 mit seinen Abmessungen jedoch wundervoll durch, was auch die verschiedenen Arten von Schlafplätzen beweist. Ob Pinienwald, Wanderparkplatz, Strandnahe Bucht, der verschachtelten Versorgungsstation, dem verwinkeltem Camping-Platz oder buckeliger Aussichts-Hippie-Hügel, Ahörnchen macht alles mit. Auch aufgrund seiner erhöhten Bodenfreiheit und der Rückfahrkamera.

Ahorn CV 560 (2026) im Test

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Ahorn CV 560 (2026) im Test

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"Der wendige Allrounder für jede Tour" trifft in diesem Fall zu. Bei 1,87 Innenhöhe stoße ich mir nach vier Wochen dennoch regelmäßig den Kopf. Gerne beim Gang ins Führerhaus. Hitze, geringer Platz zu zweit auf engem Raum, ungeordnetes Chaos und etliche Kilometer in wenigen Wochen machen am Ende doch zu schaffen. Machen sie es besser als wir, fahren Sie weniger. Dann wird alles gut!

Als Alltagsfahrzeug würde ich den CV 560 allerdings nicht empfehlen. Bei 68 Zentimeter über Norm kommt es zwangsweise auf Supermarktparkplätzen oder in engen Innenstädten immer wieder zu Problemen. In Parkbuchten an der Straße kann man so kaum stehen und die Höhe wird immer wieder zum Kriterium bei beschränkten Einfahrten. Wer komplett Allrounder will, muss auf einen Fünfmeter-Kompakten gehen. Alle anderen kaufen sich für den Alltag einen Dacia Spring oder Ähnliches. Auf dem Land geht der CV 560 aber eventuell klar.

Verbrauch und Preis

Auf über 6.000 Kilometern gönnt sich der Ahorn Camp CV 560 8,5 Liter Diesel im Schnitt. Plus einen fünf Liter Refill AdBlue. Wobei bei 2,60 Meter in der Höhe und 3,5 Tonnen Gesamtmasse kaum von gönnen gesprochen werden kann. Auf flachen Nationalstraßen-Etappen in Portugal waren auch mal 7,6 Liter drin, bei Bergmassivüberquerungen eher 10,2. Weh tat eher die Rückkehr nach Frankreich und Deutschland, wo der Liter Diesel wieder weit über die 2,00-Euro-Marke kletterte, statt in Spanien zwischen 1,39 und 1,64 schwankte.

Insgesamt wurden es auf vier Wochen Roadtrip 1.065,50 Euro Diesel bei nur 130,90 für Stell- und Campingplätze. Letzteres geht sicher nicht in allen Ländern so günstig. Und so sollten die Betriebskosten immer zur Anschaffung mitgedacht werden. Der kompakte Ahorn geht bei 52.800 Euro los. Wir empfehlen den großen 170-PS-Diesel plus Automatik, das Renault-Chassis-Pack, das Multimedia Pack, die Solar-Anlage, das Comfort-Pack und definitiv das "Agave Blue" mitzunehmen.

Ahorn CV 560 (2026) im Test

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Je nach Nutzung auch das Winter-Pack. Mit ersteren Optionen (11.030 Euro) steht der "Kleine-Große" mit 63.830 Euro leider gar nicht mehr so günstig da. Aber, und hier kommt der große Vorteil des Ahorn, er ist in diesem Zwischensegment relativ allein unterwegs. Lediglich Ford-Transit-basierte Camper-Vans bieten mit 5,53 bis 5,55 Meter Länge ähnliche Ausmaße.

Einfallen würde uns da der Matist L, der mit einem 2,00 x 1,68 Meter Längsbett und einer völlig anderen Aufteilung daherkommt, die allerdings zum regelmäßigen Umbau zwingt. Ab 78.490 Euro spielt der zudem in einer ganz anderen Klasse. Ebenfalls interessant könnten der Bürstner Lineo C (ab 54.590 Euro) und der VanTourer 550 D sein. Letzterer jedoch nur noch über den Gebrauchtwagenmarkt, da eingestellt.

Auch bei VanTourer ist das Angebot mit dem 540 D ab 59.690 Euro kürzer geworden. Soll es Ahorn und größer sein, bliebe im Camper-Van-Regal nur der nicht mehr wirklich alltagstaugliche CV 630 ab 54.500 Euro mit dem Vorteil der zwei getrennten Längsbetten.

Fazit: Allrounder mit Abstrichen

Der Ahorn Camp CV 560 kommt mit cleveren Ideen wie dem Klappbad, den Staufächern, der eigentlich übersichtlichen Anzeige, dem Zugang zum Heck oder dem Dinettenbett. Leider funktionieren nicht alle so perfekt, wie die Dusche. Dafür ist der Pfälzer gut und knarzfrei verarbeitet und die Renault-Master-Basis ein echter Gewinn in Sachen Fahrkomfort und digitalem Zugang.

Auf langen Touren werden die eigentlichen Allround-Vorteile leider oftmals zu Nachteilen, wie beim Klappbett. Hier sind individuelle Lösungen mit Eigeninitiative nötig, um den Camper-Van auch auf langen Strecken genießen zu können. Manchmal wünscht man sich mehr Konsequenz im Ausbau statt alle ansprechen zu wollen. Abseits dessen ist er ein gelungener Kompakter, der je nach Ausstattung sowohl für Kurztripps als auch für zwei bis drei Wochen einen guten Begleiter darstellt. Ob es nun wirklich länger sein muss, entscheiden wohl ihr eigenes Gusto und die persönlichen Upgrades.

   

Pro

  • Fahrkomfort & Antrieb
  • Wendigkeit
  • Cleveres Klappbad
  • Geräuschdämmung
  • Infotainment
   

Kontra

  • Schlafkomfort im Querbett
  • Unzuverlässige Tankanzeigen (Wasser)
  • Kleine Ergonomie-Fails
  • Preisgestaltung