Die übermäßige Abhängigkeit von Bildschirmen im Auto ist zu einem Sicherheitsrisiko geworden. Wir neigen dazu, den Blick von der Straße abzuwenden, um durch Untermenüs zu navigieren, um eine häufig genutzte Funktion aufzurufen. Das ist ein echtes Problem, auf das EuroNCAP kürzlich hingewiesen hat.

Ab 2026 wird die unabhängige europäische Sicherheitsorganisation die Autohersteller bestrafen, indem sie die Sicherheitsbewertung eines Fahrzeugs herabsetzt, das keine physischen Bedienelemente für bestimmte Funktionen hat.

Bildergalerie: Dacia Duster Essential (2024)

Diese Entscheidung hat uns zum Nachdenken gebracht: Gibt es noch Autos ohne Monitor in der Mitte? Damit meinen wir, dass es überhaupt kein Display gibt. Es gibt eine Handvoll Autos mit berührungslosen Bildschirmen, die von Tasten umgeben sind, aber wir wollen uns auf Autoinnenräume konzentrieren, die ganz ohne einen zentralen Bildschirm auskommen.

Die Antwort muss "Ja" lauten. Dacia zum Beispiel verkauft Ihnen einen Sandero, einen Logan, einen Jogger oder einen Duster ohne zentrales Display, vorausgesetzt, Sie entscheiden sich für die billigste Version. Allerdings lassen sich Musik oder Navigation per Dacia-App vom Cockpit aus steuern. Im neuen Duster (unser Titelbild) hält eine "Krokodil-Klappe" das Smartphone fest, dessen Kabel (anders als etwa beim Sandero) nach unten zum USB-Anschluss führt.

Autos ohne Bildschirme in der Mitte

Während der Sandero, der Logan und der Jogger schon etwas älter sind sind, ist der Duster ein brandneues Auto, das gerade erst auf den Markt kommt. In immer mehr europäischen Ländern sind die Konfiguratoren in Betrieb und zeigen ein herrlich spartanisches Interieur für die Einstiegsversion. Die Billigsparte von Renault ist nicht das einzige Unternehmen, das so vorgeht, denn auch Fiat hat für den günstigsten Panda ein Basismodell ohne Bildschirm eingerichtet.

In seiner dritten Generation seit 2011 wurde der Lebenszyklus des liebenswerten Stadtautos kürzlich mit dem Sondermodell Pandina bis 2026 verlängert. Eine weitere Marke von Stellantis, Citroën, hat kürzlich den ë-C3 auf den Markt gebracht, der in der Grundversion für 19.990 Euro ebenfalls ohne Bildschirm zu haben ist. 

Der VW Up wurde vor einigen Monaten aus der Produktion genommen, und auch er wurde in der Grundausstattung ohne Mitteldisplay angeboten. Die Besitzer konnten jedoch ein Smartphone anschließen und es in ein herausnehmbares Infotainment-System verwandeln. Dacia bietet die gleiche Funktion für Fahrzeuge an, die ohne Touchscreen bestellt werden. Sie nennt sich Media Control und dient als "Bildschirm, der aus der Tasche kommt", da man bereits ein Smartphone mit sich führt. Und so funktioniert es:

Zu dieser Liste können wir den Toyota GR86 / Subaru BRZ in Japan sowie exotische Autos wie Bugatti und Ferrari hinzufügen. Einige Nutzfahrzeuge wie der Peugeot Partner der ersten Generation und der Citroën Berlingo haben ebenfalls keinen Bildschirm. Ja, diese Transporter werden in einigen Märkten immer noch verkauft, obwohl sie bereits 1999 auf den Markt kamen. Bedeutet: Vor allem ziemlich alte Neuwagen verzichten auf Bildschirme, da sie dafür einst nicht konstruiert waren.

Da wir VW bereits erwähnt haben: Das Unternehmen war aufgrund des Mikrochip-Mangels ab 2021 gezwungen, den Crossover Nivus und die Schräghecklimousine Fox in Brasilien ohne ein Mitteldisplay zu verkaufen. Beim Nivus war das besonders seltsam, da er ein volldigitales Kombiinstrument, aber keinen Touchscreen hatte. In der jüngeren Vergangenheit hat VW Brasilien die billigste Version eines Autos ohne Display in der Mitte des Armaturenbretts verkauft.

VW Nivus

Volkswagen Nivus

2021 Volkswagen Fox (BR)

Volkswagen Fox

Sicher, wir sind uns einig, dass ein Autointerieur ohne Bildschirm im Jahr 2024 nicht mehr zeitgemäß ist. Aber der Verzicht auf Infotainment bedeutet, dass Sie etwas Besseres bekommen - Knöpfe und Regler. Bedienelemente der alten Schule sind funktionaler, unabhängig davon, was das Marketingteam eines Autoherstellers über die Großartigkeit von Touchscreens sagt. Die Erbsenzähler eines Automobilherstellers werden nie offiziell zugeben, dass es billiger ist, dieselben Bildschirme für die gesamte Produktpalette zu verwenden, als separate Infotainment-Optionen zu entwickeln.

Einen perfekten Kompromiss gibt es zwar nicht, aber einige Autohersteller wie Hyundai versuchen, beiden Welten gerecht zu werden. Der kürzlich überarbeitete Tucson behält seine beiden Bildschirme bei, hat aber mehr Tasten als zuvor. Darüber hinaus hat die südkoreanische Marke ihr langfristiges Engagement für physische Bedienelemente zum Ausdruck gebracht und argumentiert, dass harte Tasten beim Fahren einfacher zu bedienen sind.

VW setzt beim Golf-Facelift sowie den Neuauflagen von Tiguan und Passat wieder auf echte Tasten am Lenkrad, nachdem es massive Kritik an der Touchlösung hagelte. Leider bleibt es bei der Klimatisierung bei den Touchreglern.

BMW sieht das anders, denn das Unternehmen hat den iDrive-Controller bei den Neuauflagen von X1 und X2 sowie im 2er Active Tourer bereits abgeschafft. Im 1er und 2er Gran Coupe wird der zentrale Drehknopf noch in diesem Jahr abgeschafft, wenn die Modelle der nächsten Generation erscheinen. Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, werden auch die Elektroautos der nächsten Generation auf der Plattform der Neuen Klasse keinen Drehknopf mehr haben.

Wenn Sie andere Beispiele für Neuwagen kennen, die heute ohne Bildschirm verkauft werden, teilen Sie sie mit uns! Der Audi TT zählt nicht, da er nicht mehr produziert wird, und der R8 wird es bald auch nicht mehr.