Gibt es noch bezahlbare Autos unter 20.000 Euro? Immer seltener, sofern sie nicht Dacia heißen oder bereits eine halbe Ewigkeit gebaut werden. So wie der aktuelle Fiat Panda, der 2011 vorgestellt wurde und seitdem in Pomigliano d'Arco nahe Neapel vom Band läuft.

Und das wird er noch einige Zeit, wie Fiat-Chef Olivier François verkündet hat: "Der Pandina ist eine Verbeugung vor der Liebe der Italiener zum Fiat Panda. Tatsächlich ist Pandina in Italien der Spitzname für den Fiat Panda. Der Fiat Panda wird mindestens bis 2027 in Pomigliano d'Arco weiter produziert."

Bildergalerie: Fiat Pandina (2024)

Zu diesem Zweck bekommt der Kleinwagen einen neuen Namen und wird technisch aufgewertet, optisch ändert sich praktisch nichts. Das hätte zu hohe Kosten erfordert und den Panda alias Pandina zu sehr verteuert. Hintergrund der Maßnahmen dürfte indes auch die Forderung der aktuellen italienischen Regierung nach mehr Autoproduktion in Italien sein. Zudem ist der Panda ein Bestseller für Fiat und seit Jahren das meistverkaufte Auto in Italien.

"Wir haben beschlossen, die Produktion um 20 Prozent zu erhöhen, um die gestiegene Nachfrage der Kunden in Italien und Europa auch in Zukunft befriedigen zu können. Der Fiat Panda ist nach wie vor Marktführer in Italien und europaweit Spitzenreiter im Segment. Der Fiat Panda ist außerdem das einzige Modell der Stellantis Gruppe im Segment A, dass mit Hybrid-Technologie zu haben ist."

Olivier François – Fiat-Chef

Was er durch die Blume in seiner Rede auch sagte: Der gut 3,60 Meter lange Panda spielt im Stellantis-Konzern nun die Rolle, die einst der Peugeot 108 und Co. spielten. Auch, weil dem Fiat 500 mit Verbrenner kein langes Leben mehr beschieden ist. Am 11. Juli 2024 wird man hingegen den Elektro-Panda als komplett neuen Einstiegs-Stromer vorstellen, die Basis hierfür liefert der Citroën e-C3.

Fiat Pandina (2024)

Fiat Pandina (2024)

Aber nun zum Pandina: Er ist laut Hersteller "der fortschrittlichste Fiat Panda aller Zeiten". Die Serienausstattung in den Bereichen Sicherheit und Technologie wurde erweitert, optisch tut sich hingegen nicht viel.

Der Pandina verfügt neben sechs Airbags serienmäßig über eine breite Palette elektronischer Fahrerassistenzsysteme, die zum größten Teil jetzt von der EU verlangt werden. darunter der Spurhalteassistent, die Müdigkeitswarnung und der Autonome Notbremsassistent.

Ebenfalls serienmäßig an Bord sind die Verkehrszeichenerkennung, der Fernlichtassistent und die Geschwindigkeitsregelung. Die Funktionen der meisten Systeme greifen auf die Informationen einer im oberen Bereich hinter der Windschutzscheibe installierten Kamera zu.

Fiat Pandina (2024)

Fiat Pandina (2024)

Zur Serienausstattung des Fiat Pandina zählen darüber hinaus das volldigitale Zentralinstrument hinter dem Lenkrad, das ebenso wie das Infotainmentsystem auf einem Display mit sieben Zoll Bildschirmdiagonale (17,8 Zentimeter) aufbaut. Der Infotainment-Monitor ist als Touchscreen ausgelegt. Durch die Kompatibilität zu Android Auto und Apple CarPlay ist die Integration kompatibler Smartphones besonders komfortabel. Das Radio empfängt auch digitale Sender (DAB).

Im Innenraum fallen die weiß lackierte Verkleidung der Armaturentafel sowie spezifische Sitzbezüge auf. Die Bezüge weisen eingeprägte Schriftzüge Pandina, gelbe Doppelnähte und weiße Einsätze auf.

Das Exterieur des Fiat Pandina wird durch verspielte Details wie das Gesicht eines kleinen Pandas auf den Radabdeckungen, gelbe Spiegelkappen, Pandina-Schriftzüge auf den Seitenleisten und auf der dritten Bremsleuchte bereichert. Oder wie es der Fiat-Chef sagt: Kung-Fu-Panda.

Bildergalerie: Fiat Pandina (2024) Sitzprobe

Eine erste kurze Sitzprobe im Pandina zeigt: Das neue Digitalcockpit ist gut ablesbar, wenngleich natürlich nicht vergleichbar mit jenen Landschaften deutscher Premiummarken. Auffallend ist der hohe Anteil von Hartplastik, er sorgt für einen günstigen Preis, ebenso die billigen Klapptürgriffe und das nackte Blech an der Heckklappe. Dort entdeckt man übrigens ein Panda-Emblem (nicht Pandina!).

Überraschend groß (gemessen an der Außenlänge) ist der Kofferraum. Im Fond hingegen fehlt es an Beinfreiheit, sobald man größer als 1,80 Meter ist. Der Pandina ist also eher als günstiges Eltern-Taxi zu empfehlen. Motorenseitig bleibt es beim Mildhybrid-Saugbenziner mit 70 PS.

Als Karosseriefarben stehen neben Gelato Weiß, Cinema Schwarz, Passione Rot und Italia Blau zusätzlich das neue Positano Gelb sowie eine Bicolore-Variante mit schwarz lackiertem Dach zur Wahl.

Der Fiat Pandina wird ab Sommer 2024 in vielen europäischen Ländern erhältlich sein, darunter auch in Deutschland. Zum Preis dieses "Pomigliano-Panda" äußert sich Fiat noch nicht. Bislang startet das Basismodell in Deutschland bei 14.990 Euro, der Cross bei 17.990 Euro. Allerdings gibt es generell 1.000 Euro Aktionsrabatt. Klar unter 20.000 Euro sollte der Digital-Bär aber bleiben.