Intellektuelles Schlaraffenland: Mercedes CL 600 im Test

Langsam schreite ich den riesigen Parkplatz ab, habe mein Ziel fest im Blick: Durch die Seitenscheiben irgendeines Kombis kann ich sie sehen, die Silhouette meines Mercedes CL 600. Ich freue mich diebisch auf alles, was mich erwartet. Auf die Präsenz, die Entspannung, die Unterhaltung. Aufmerksamkeit in allen Formen ist mir gewiss.

In den Blick geloggt
Ich bin eingestiegen. Eine Frau lässt die elegante Coupéform auf sich wirken, während ihr Mann die Einkäufe in einen Golf wuchtet. Als ich vorbei bin, schießt er auch noch schnell einen verstohlenen Blick Richtung meiner Karosse ab. So verläuft jede Fahrt. An der Kreuzung steht ein CLK 240 neben mir. Das in ihm enthaltene Rentner-Ehepaar starrt geradeaus. Manchmal zuckt der Kopf der Frau ein wenig zu mir rüber um sich dann hektisch zu ihrem Gatten zu wenden und ein paar Sätze rauszupressen. Ja, heute seid ihr mal die Armen auf der Straße. Aber ich bin längst abgelenkt. Die drei Meter große Triumph-Dessous-Blondine guckt mit offenem Gesicht von der Litfasssäule zu mir herüber, bereit zum Dialog. Soweit hatte ich sie noch nie. Dieser Wagen kleidet mich besser als jeder Anzug.

Hinten für Schlangenmenschen
Die wohlgeformte Kabine besteht aus Leder mit einer Beimischung von 10 Prozent Pappelholz. Alles ist sehr hell und wirkt dadurch geräumig. Das Coupé bietet zwar im Vergleich zu seiner Länge von über fünf Metern einen vergleichsweise kurzen Innenraum, aber selbst hinten haben auch Erwachsene noch Platz. Kompliziert wird es aller...