Nur nicht Van sagen

Jedes Hallenbad muss heute ein ,Erlebnis-Freizeitbad" sein, jede Art von Erholung wird zu ,Wellness". So gesehen verwundert es nicht, dass BMW sein neuestes Modell auf Biegen und Brechen nicht ,Van" nennen möchte. Stattdessen soll offenbar jeder potenzielle Kunde Rafting, Bergklettern oder Mountainbiking betreiben, um zur Zielgruppe des 2er Active Tourer zu mutieren. Bloß blöd, wenn es dann doch nur Langlauf im Bayerischen Wald ist. Die verehrte Kundschaft dürfte nämlich nicht nur von anderen Marken kommen, sondern auch aus jahrzehntelangen 3er-Fahrern bestehen, die ihre müden Knochen inzwischen lieber eine Etage höher platzieren.

Neues Front-Erlebnis
Vermutlich vermeidet BMW das böse V-Wort auch deshalb, um die Fans nicht noch mehr zu irritieren. Der 2er Active Tourer ist nämlich das erste Fahrzeug der Marke mit Frontantrieb und Dreizylinder-Motoren. (Wir haben viele Bücher gewälzt, aber es ist wirklich so.) Grundlage dafür ist die so genannte UKL-Plattform. Sie variiert in der Länge und liefert unter anderem die Basis für den neuen Mini. Ein enger Verwandter des Active Tourer ist der nächste Mini Clubman. Und damit nicht genug: Sowohl der 1er als auch der X1 werden in der nächsten Generation über die Vorderräder angetrieben. Ziemlich gute Gründe, um uns den Van-Vorboten einer neuen BMW-Ära genauer anzusehen.

In bester Gesellschaft
Bevor es ans Fahren geht, werfe ich einen Blick auf die technischen Daten des 2er Active Tourer. Der Kompaktvan (sorry BMW, aber es ist nun mal...