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Cabriolets und Roadster auf dem deutschen Markt (2025)

Allzu groß ist das Angebot an offenen Neuwagen inzwischen nicht mehr (Update)

Mini Cooper S Cabrio (2025) im Test
Bild von: Mini

Update vom 3. März 2025: Es wird wärmer, die Sonne kündigt den Frühling an. Und man sieht mehr Cabrios und Roadster auf den Straßen. Doch wer sich ein neues offenes Auto zulegen will, hat hierzulande immer weniger Auswahl. Beliebtestes Cabrio im vergangenen Jahr in Deutschland war übrigens der T-Roc vor dem jüngst überarbeiteten Mini Cabrio. Wir haben unsere Übersicht vom August 2024 aktualisiert.

Nach dem Ende des Jaguar F-Type und der Cabrios bei Audi zeigt sich immer deutlicher: Neue Cabrios werden immer seltener. Und die Frischluft-Neuwagen als solche eher weniger als mehr. Unsere Übersicht für den deutschen Markt im August 2024 wies nur noch 27 Modelle mit Verdeck oder Klappdach aus, diese Zahl ist konstant geblieben.

Bildergalerie: MG Cyberster (2024) im Test


Gefühlt ist es noch nicht so lange her, dass fast jede Marke irgendein offenes Modell im Programm hatte. Man denke an die Inflation der optisch nicht immer hübschen kleinen Klappdach-Cabrios zurück. Aber sie waren bezahlbar. Doch inzwischen sind Cabriolets und Roadster eine aussterbende Gattung. Die Hersteller denken maximal profitorientiert, auch weil diese Gewinne in die Elektro-Wende fließen.

Nach dem Ende von TT, R8 und dem A5 Cabriolet hat Audi nichts mehr im Programm, das VW Golf Cabrio ist schon seit einigen Jahren Geschichte.

Inzwischen ist das Fahren unter freien Himmel zumeist eine teure Angelegenheit, sofern man einen Neuwagen will. Auf Preisangaben verzichten wir aber an dieser Stelle, da dieser Punkt zu volatil ist. Bei den meisten Modellen kann man sich die vielen Nullen eh denken ...

Aston Martin

Die Roadster-Fahne hielten bei Aston Martin bislang der Vantage Roadster und der DB12 Volante hoch. Mit 680 PS ein rasanter Fön. Ganz neu ist der Vanquish Volante. Er soll der schnellste und stärkste Roadster mit Frontmotor der Welt sein. Bedeutet: 835 PS und 1.000 Nm aus einem neuen 5,2-Liter-Biturbo-V12.

Aston Martin Vanquish Volante (2025)

Aston Martin Vanquish Volante (2025)

Bild von: Aston Martin

Bentley

Offen und britisch, das passst bei Bentley seit Jahrzehnten zusammen. Der Plug-in-Hybrid im neuen Continental GTC Speed setzt sich zusammen aus einem 4,0-Liter-Biturbo-V8 mit 600 PS Leistung und 800 Nm maximalem Drehmoment. Hinzu gesellt sich ein E-Motor mit 190 PS und 450 Nm. Die Systemleistung gibt Bentley mit 782 PS und 1.000 Nm an. 

Bentley Continental GTC Speed

Bentley Continental GTC Speed

Bentley

Extrem teuer und extrem selten ist der Batur Convertible. Von ihm gibt es nur 16 Exemplare.

Bentley Batur Cabrio

Bentley Batur Convertible

BMW

In München hält man bei BMW noch wacker an drei offenen Modellen fest. Von Ihnen ist das kürzlich leicht überarbeitete 4er Cabriolet noch am nachgefragtesten, während Z4 und 8er Cabriolet lediglich Nischenprodukte sind. Daher bleibt fraglich, ob diese beiden (auch schon gut sechs Jahre alten) Modelle einen Nachfolger erhalten. Das 2er Cabriolet verschied übrigens bereits 2021.

BMW Z4 M40i

BMW Z4 M40i

BMW 8er Cabriolet

BMW 8er Cabriolet

BMW 4er Cabriolet (2024)

BMW 4er Cabriolet (2024)

BMW

Bugatti

1.600 PS, 420 km/h Spitze: Mehr Roadster als im Bugatti W16 Mistral geht kaum. Kostenpunkt? Offiziell fünf Millionen Euro plus Steuern. Einer der 99 Bauplätze wurde aber schon für über acht Millionen Euro gehandelt.

Bugatti W16 Mistral

Bugatti W16 Mistral

Bugatti

Caterham

Kein anderes Auto ist derart radikal leicht und offen wie der Caterham. Und das schon seit 1973, als man die Produktion des Lotus Seven fortführte. Aktuelles Einstiegsmodell ist der Seven 170 mit 660-Kubik-Turbomotor, bei dem 84 PS auf nur 440 Kilogramm treffen. In gerade einmal 3,4 Sekunden beschleunigt der 241 PS starke Seven 485 auf 100 km/h.

Caterham 485 Final Edition

Caterham 485 Final Edition

Caterham

Chevrolet

Betracht man sich die offene Variante der Corvette C8, ist man fast geneigt, von einem Targa zu sprechen. In Europa gibt es aktuell einzig die Stingray mit "nur" 482 PS starkem 6,2-Liter-V8.

Chevrolet Corvette C8 Convertible

Chevrolet Corvette C8 Convertible

Chevrolet

Ferrari

In Maranello produziert man noch einiges an Frischluft-Vergnügen. Ferrari bietet solventen (und ausgesuchten) Kunden den Roma Spider, den 296 GTS und den extremen SF90XX Spider an. Letzter bringt es auf 1.030 PS Systemleistung.

Ferrari Roma Spider

Ferrari Roma Spider

Ferrari 296 GTS

Ferrari 296 GTS

Ferrari SF90XX Spider

Ferrari SF90XX Spider

Ferrari

Noch recht neu ist der 12Cilindri Spider. Sein namensgebender V12 holt 830 PS aus 6,5 Liter Hubraum. Der Saugmotor dreht bis 9.500 Umdrehungen!

Ferrari 12Cilindri Spider im ersten Drive-Test 2025

Ferrari 12Cilindri Spider

Bild von: Ferrari

Fiat

Grazie, Fiat! Dort hält man die Fahne der bezahlbaren Cabrios noch hoch. Wobei "Cabriolet" beim 500C und dessen großen Rolldach relativ zu sehen ist. Den 500C Benziner gibt es nur noch aus Restbeständen, inzwischen hat die Elektroversion das Zepter übernommen. 2025 könnte aber eine 48V-Hybrid-Version den Preis deutlich senken.

Fiat 500C Elektro

Fiat 500C Elektro

Fiat

Ford

Die Cabrio-Fahne hält bei Ford schon seit geraumer Zeit nur noch ein US-Modell hoch: der Ford Mustang. Die jüngste Generation ist hierzulande seit Februar 2024 auf dem Markt. Unter der Haube befindet sich ein 5,0-Liter-V8 mit 446 PS Leistung. Man hat die Wahl zwischen einem Sechsgang-Schaltgetriebe oder einer 10-Gang-Automatik. 

Ford Mustang Convertible (2024)

Ford Mustang Convertible (2024)

Ford

Lamborghini

Lamborghini befindet sich derzeit im Umbrauch: Den Revuelto gibt es bislang nicht offen, der Huracan Spyder ist ein Auslaufmodell. Auch beim Temerario warten wir noch auf die offene Variante.

Lamborghini Huracan Spyder

Lamborghini Huracan Spyder

Lamborghini

Lexus

Eine sehr seltene Erscheinung war hierzulande das Lexus LC Cabriolet. Kein Hybrid übrigens, sondern mit 464 PS starkem 5,0-Liter-V8 und 10-Gang-Automatik unter dem Blech. Inzwischen ist es aus dem Programm in Deutschland genommen worden.

Lexus LC Convertible

Lexus LC Convertible

Lexus

Maserati

Einen interessanten Ansatz verfolgt Maserati bei der Neuauflage des GranCabrio. Zunächst wurde die Baureihe (intern Tipo M189 genant) nur als Trofeo mit einem 3,0-Liter-V6-Ottomotor (Nettuno) mit 404 kW (550 PS) vorgestellt. Die Präsentation der rein elektrisch angetriebenen Version Folgore mit 560 kW (761 PS) Leistung folgte im April 2024.

Maserati GranCabrio Folgore

Maserati GranCabrio Folgore

Maserati

Mazda

Es gibt ihn immer noch, zum Glück: Seit fast zehn Jahren hält die ND-Generation des Mazda MX-5 am Konzept des kleinen leichten Roadsters fest. Der große 2,0-Liter-Skyactiv G-Motor mit 184 PS wird aber europaweit (außer UK) in Kürze eingestellt. Obwohl er 2023 hierzulande in 89 Prozent aller verkauften MX-5 steckte. Es klingt wie ein schlechter Scherz, aber natürlich sind mal wieder die EU-Emissionsregularien schuld. 

Mazda MX-5 (2024)

Mazda MX-5 (2024)

Mazda

Mercedes

Mercedes-Benz bleibt dem offenen Wagen in guter Tradition treu. Doch man hat aus Kostengründen die Cabriolets von C- und E-Klasse im neuen CLE zusammengefasst. Neben Plug-in-Hybrid und Benzinern gibt es hier auch einen 220er-Diesel. Der neue Mercedes-AMG SL hingegen ist quasi der offene Ableger des neuen AMG GT

Mercedes CLE Cabriolet

Mercedes CLE Cabriolet

Mercedes-Benz
Mercedes-AMG SL

Mercedes-AMG SL

MG

Roadster, aber elektrisch. Der neue MG Cyberster ist Geschenk der Marke zum 100. Geburtstag und eine Art Rückkehr zu den Wurzeln. Wie der MG 4 basiert der Cyberster auf der Modular Scalable-Plattform (MSP) von SAIC Motor. Eine Version mit Allradantrieb wird von je einem Elektromotor pro Achse angetrieben. Die maximale Leistung wird mit 400 kW (544 PS) und 725 Nm für das Spitzenmodell mit zwei E-Motoren angegeben. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 200 km/h und knapp über drei Sewkunden von null auf 100 km/h.

MG Cyberster (2024) im Test

MG Cyberster (2024) im Test

Bild von: MG Motor

Mini

Ohne das Cabrio wäre die Mini-Familie nicht komplett. Die neuesten Verbrenner-Minis, und damit auch das Cabrio, bedienen sich einer aufgebrezelten Version der Vorgänger-Basis. Die E-Minis wedeln auf der neuen JO1-Architektur, die zusammen mit Chinas Great Wall Motors ersonnen wurde. Über ein elektrisches Cabrio wird nachgedacht, aber aktuell gibt es noch keine Entscheidung. Tendenz nach unserem Dafürhalten: da kommt noch was. Vor allem, weil es sowas ja bereits gab. In den Vorgänger baute man ja schon mal einen Elektromotor ein. Allerdings weltweit nur 999-mal. 

Zurück zum offenen Mini mit Verbrenner: Motorentechnisch setzt man hier ganz auf vier Zylinder und zwei Liter Hubraum. Im Cooper C sorgt das für 163 PS, im von uns bewegten Cooper S sind es 204 PS. Zudem wird ein John Cooper Works mit 231 PS angeboten. 

Mini Cooper S Cabrio (2025) im Test

Mini Cooper S Cabrio (2025) im Test

Bild von: Mini

Morgan

Der Morgan Plus Four ist ein klassischer Sportwagen, der im Prinzip seit 1950 nahezu unverändert gebaut wird. Im Jahr 2020 erlebte das Modell den radikalsten Schnitt seiner Geschichte, als es von einem betagten Stahlchassis auf einen modernen Aluminium-Unterbau umgestellt wurde.

Dabei änderte sich der Name auch von "Morgan Plus 4" in "Plus Four", um diesen für den Hersteller einschneidenden Schritt zu verdeutlichen. Angetrieben wird der kürzlich deutkich überarbeitete Plus Four nach wie vor von einem Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziner von BMW, der 258 PS und 350 Nm Drehmoment leistet. Die Kraft wird ausschließlich auf die Hinterräder übertragen, wobei theoretisch die Wahl zwischen einem manuellen Sechsganggetriebe oder einem ZF-Achtgang-Automatikgetriebe besteht.

Morgan Plus Four (2024)

Morgan Plus Four (2024)

Morgan Motor

Ganz neu ist der Morgan Supersport, er beerbt den Plus Six. Bei der Aluminium-Karosserie wird jedes Paneel wird von erfahrenen Handwerkern handgefertigt. Unter der Haube steckt der BMW B58 TwinPower Turbo-Reihensechszylinder mit 335 PS plus ZF-Achtgang-Automatikgetriebe.

Morgan Supersport (2025)

Morgan Supersport (2025)

Bild von: Morgan Motor

Polestar

Polestar zeigte beim Goodwood Festival of Speed seine erweiterte Modellpalette, darunter der Elektro-Roadster Polestar 6 als Studie. Das Highlight war jedoch die Weltpremiere des Polestar Concept BST.

Wie beim Polestar 6 handelt es sich um einen Elektro-Roadster mit Hardtop, allerdings mit sportlichen Attributen. Dazu gehören ein Frontsplitter, eine Fronthaube mit Lufteinlässen und ein auffälliger Heckflügel. Die weiter ausgestellten Kotflügel werden von 22-Zöllern gefüllt. Das Auto sollte ursprünglich 2026 in Serie gehen. Es handelt sich um die offene Version des Polestar 5, dessen Start für 2025 geplant ist. Inzwischen will Polestar aber zunächst den 7 vorziehen. 

Polestar 6 Concept (2024)

Polestar 6 Concept (2024)

Polestar

Porsche

Der 718 Boxster ist tot, es lebe der 718! Allerdings wird der für 2025 geplante Nachfolger ähnlich wie beim Macan rein elektrisch sein. Wer als Fan der Marke Porsche dann noch dem Offenfahren mit Verbrenner frönen will, muss zum 911 Targa oder 911 Cabriolet greifen. Beide erhielten kürzlich eine große Modellpflege mitsamt Hybridantrieb im neuen GTS. 

Porsche 718 Cayman EV (2026), das Motor1.com-Render

Porsche 718 Cayman EV im Motor1.com-Rendering

Bild von: Motor1.com
Porsche 911 Carrera Cabriolet

Porsche 911 Carrera Cabriolet

Porsche

VW

Halten Sie sich lieber die Augen zu: Das meistverkaufte "echte" Cabriolet abseits des Fiat 500C ist ein SUV. Und zwar der offene VW T-Roc. Er trat an die Stelle des Golf Cabrio. Einen Nachfolger auf Grundlage des neuen T-Roc soll es nicht geben, aber das T-Roc Cabrio hat noch eine Bestandsgarantie bis 2027. Wie es dann bei VW mit offenen Autos weitergeht, ist bislang unbekannt.

VW T-Roc Cabriolet

VW T-Roc Cabriolet

Volkswagen