Opel Astra F Cabriolet (1993-2000): Klassiker der Zukunft?
Der Nachfolger des offenen Kadett erschien vor 30 Jahren und gefiel durch Bügellosigkeit
Unsere geschätzten Leser haben bestimmt schon einmal die Rubrik "Kennen Sie den noch?" studiert. Dort stellen wir Autos von früher vor, die inzwischen fast vergessen sind. Doch was ist mit den Modellen, die durchaus noch zahlreich im Straßenverkehr umherfahren? Jene Typen, die jeder kennt, die schon deutlich über 20 Jahre, teilweise aber auch viel weniger auf dem Buckel haben.
Werden sie einmal Oldtimer? Das birgt Zündstoff für kontroverse Diskussionen. Einige dieser Modelle wollen wir in unserer Reihe "Klassiker der Zukunft?" vorstellen.
Vor 30 Jahren kam es zur Neuauflage des deutschen Cabrio-Duells. Hier der Golf III, erneut von Karmann und erneut mit Überrollbügel. Dort ab August 1993 der Kadett-Nachfolger Astra F, erneut von Bertone geöffnet, aber ganz frech ohne Bügel. Nach dem Motto "Wer kann, der kann", hatte sich Opel für das Stufenheck als Grundlage entschieden. Deswegen wirkte der offene Astra eleganter als sein Rivale aus Osnabrück, obwohl nur 4,24 Meter lang.
Das heruntergeklappte Stoffdach hatte keinen eigenen Verdeckkastendeckel, sondern musste manuell mit einer Persenning mittels Druckknöpfen abgedeckt werden. Wegen der umständlichen Handhabung hielt sich kaum ein Fahrer daran. Die optional erhältliche Diebstahlwarnanlage hatte den Nachteil, dass sie bei offen abgestelltem Fahrzeug bei Bewegungen in der Nähe Alarm auslöste.
Für Alarm sorgten die Antriebe im Cabrio nur bedingt: 71 und 115 PS lautete der Stand im August 1995. dabei blieb es, auch wenn sich der Basismotor mit 1,6 Liter Hubraum später noch zu 75 PS aufschwang. Die große Maschine war zunächst ein 2,0 Liter, recht bald aber schon ein 1,8-Liter-16V.
Jene magere Modellvilfalt monierte seinerzeit auch der ADAC, zudem sei der Wagen "nicht sehr verwindungssteif". Lob bekamen der 390 Liter große Kofferraum, die sehr gute Sportsitze, die beiden serienmäßigen Airbags und das simpel zu bedienende Verdeck. Was man damals natürlich noch nicht wissen konnte: Auch das Cabrio rostete kaum minder freudig wie seine geschlossenen Geschwister. 35.500 Mark kostete der Frischluft-Spaß mindestens, fast 10.000 DM mehr als die bürgerliche Stufenheck-Basis.
Streng genommen hat das Opel Astra F Cabriolet übrigens einen italienischen Pass: Bertone hatte das Fahrzeug nicht nur entwickelt, sondern fertigte auch die Karosserien am eigenen Fließband. Die dazugehörige Technik lieferten Lastwagen über den Brenner.
Am Bertone-Logo erkennt man übrigens beim Cabrio auch das große Astra-Facelift vom Herbst 1994: Zuvor auf dem Kotflügel, wanderte es fortan auf die Tür. Nach dem Auslaufen des Astra F lief die offene Version als "Opel Cabrio" noch bis zum Jahr 2000 weiter.
Bildergalerie: Opel Astra F Cabriolet (1993-2000)
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