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Letzte Chance für Verbrenner-Macan: Porsche stockt Bestand vor Produktionsende auf

Kurz vor dem endgültigen Ruhestand erfreut sich der Ur-Macan in den Vereinigten Staaten weiterhin „großer Nachfrage“.

2023 Porsche Macan T Exterior Front Quarter

Nachdem er in Europa aufgrund der gewohnt erratischen EU-Verordnungslust bereits 2024 aus dem Programm genommen wurde, ist auch bald im Rest der Welt Schluss mit Generation Eins des SUV-Verkaufsschlagers. Es ist offiziell: Der letzte Macan mit Verbrennungsmotor soll irgendwann in diesem Sommer vom Band laufen.

Interessant dabei: Üblicherweise fahren Hersteller die Produktion vor dem Ende eines Modells schrittweise herunter – im Werk Leipzig verfolgt Porsche jedoch eine andere Strategie.

Der Sportwagenhersteller baut in den kommenden Monaten so viele Macan mit Verbrenner wie möglich, bevor die Fertigung endet. Jochen Breckner, Vorstand für Finanzen und IT, sagte in der Telefonkonferenz zu den Q1-2026-Zahlen, man lege Fahrzeuge „so weit wie möglich“ auf Lager – abhängig von Produktionskapazitäten und der Teileverfügbarkeit bei Zulieferern. Zuffenhausen erwartet, dass dieser Bestand in einigen Weltregionen bis ins Jahr 2027 reichen könnte.

Breckner ergänzte, der bisherige Macan sei in den USA weiterhin „sehr gefragt“, obwohl das Modell seit rund zwölf Jahren am Markt ist. Porsche will die Verkäufe dort vor dem Auslauf noch einmal maximieren und damit die schwächere Nachfrage nach der Elektroversion abfedern. Das Ende der 7.500-US-Dollar-Förderung für E-Autos gilt als „erhebliches Problem“; gegensteuern wolle man, indem man „so viele Macan mit Verbrennungsmotor wie möglich“ in die USA liefert.

Auch wenn der erste Macan seinen Zenit überschritten hat und in der Europäischen Union nicht mehr angeboten wird, verkauft er sich weiterhin besser als sein elektrischer Nachfolger. In den ersten drei Monaten des Jahres lieferte Porsche 10.130 Exemplare der Verbrenner-Version aus – das sind 2.051 mehr als beim E-Modell. Das zeigt, dass ein Ersatz nicht schnell genug kommen kann – gleichzeitig wird es eine spürbare zeitliche Lücke zwischen dem Aus des Benzin-Macan und dem Start eines direkten Nachfolgers geben.

Im Rahmen eines 1-Milliarde-Euro-Pakets zwischen Porsche und Audi soll ein komplett neuer Crossover mit Verbrennungsmotor unterhalb des Cayenne im Jahr 2028 kommen – allerdings unter einem anderen Namen. Technisch wird er eng mit dem Audi Q5 verwandt sein, CEO Michael Leiters verspricht aber einen „echten Porsche“.

Die Porsche-typische Auslegung bedeute „einige Inhalte, Substanz im Produkt, etwas Technologie“, die sich klar vom Audi Q5 abhebt – und das brauche Zeit, bis daraus ein Serienfahrzeug wird. Deshalb nimmt sich das Unternehmen den nötigen Vorlauf, statt einen Q5 vorschnell lediglich umzubenennen.


Motor1 meint: Für Porsche ist es zu spät, den bisherigen Macan länger in Produktion zu halten – solche Entscheidungen werden Jahre im Voraus getroffen. Es liegt auf der Hand, dass die Verbrenner-Version noch erfolgreicher gewesen wäre, wenn sie in Europa weiter hätte verkauft werden dürfen. Wie erwähnt: Seit Mitte 2024 kann der Sportwagenhersteller das Modell in EU-Märkten aufgrund einer Cybersicherheits-Vorgabe nicht mehr anbieten.

Als Teil des Volkswagen-Konzerns hat Porsche die finanzielle Stärke und über die Audi-Verbindung auch die Basis, um ein überzeugendes Produkt zu entwickeln, das die Lücke schließt. Ein günstigerer Kompakt-Crossover mit Benzinmotoren wird dringend benötigt, zumal die Absätze des Unternehmens weiter sinken – besonders in China. Da außerdem ein großes SUV mit drei Sitzreihen unterwegs ist, dürften diese Modelle Porsche in den kommenden Jahren bei der Erholung helfen.