Tatsächlicher Verbrauch: VW Tiguan 2.0 TDI (2026) im Test
Wie viel Sprit braucht das Kompakt-SUV mit 150-PS-Diesel im realen Verkehr?
Der neue VW Tiguan kommt in ganz Europa gut an – das zeigen die Verkaufszahlen, die etwa genauso hoch sind wie bei mit den beiden Vorgängergenerationen. Zu den Erfolgsfaktoren zählen neben dem Design auch die inzwischen selten gewordenen Diesel-Motorisierungen, welche die Mildhybrid- und Plug-in-Hybrid-Benziner ergänzen.
Der Tiguan in der Version mit 150-PS-Diesel steht im Mittelpunkt dieser Ausgabe unseres wöchentlichen Verbrauchstests, bei dem wir die Effizienz auf der 360 km langen Strecke von Rom ins norditalienische Forlì bestimmen. Der neue VW Tiguan mit dem 2.0 TDI kam dabei auf einen Durchschnitt von 4,00 Liter/100 km. Für den nötigen Dieselkraftstoff zahlten wir 27,49 Euro.
Kaum ein Diesel-SUV ist sparsamer
Der VW Tiguan 2.0 TDI mit 150 PS und Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe positioniert sich damit weit oben im Ranking der bisherigen Testergebnisse in der Kategorie Diesel. Er liegt vor dem Mercedes GLB 200 d (4,15 Liter/100 km), dem Audi Q3 TDI 110 kW S tronic (4,20 Liter) und dem Skoda Kodiaq 2.0 TDI Evo SCR DSG (4,25 Liter), um nur einige der zuletzt getesteten Diesel-SUVs zu nennen.
Der VW Tiguan mit 150-PS-Diesel lieferte im Test Top-Verbrauchswerte ab
Das einzige Diesel-SUV, das sparsamer als unser Tiguan war, ist der Mercedes GLA 200 d 4Matic, der 2020 auf lediglich 3,40 Liter/100 km kam. Auch in noch älteren Tests kamen wir auf bessere Werte. So lag der Peugeot 3008 BlueHDi 130 PS EAT8 bei 3,70 Liter/100 km und der Opel Grandland 1.5 Diesel 130 PS AT8 bei 3,75 Liter/100 km.
Geräumig, komfortabel und handlich
Das getestete Fahrzeug war ein italienischer VW Tiguan 2.0 TDI 150 PS DSG R-Line Plus. Die Topversion bringt neben dem 150-PS-Turbodiesel, dem Siebengang-DSG und Frontantrieb eine sehr umfangreiche Ausstattung mit. Dazu gehören 20-Zoll-Leichtmetallräder, die Matrix-LED-Scheinwerfer (IQ.Light), vorn und hinten ein leuchtendes Volkswagen-Logo, Metallic-Lack und eine verchromte Dachreling.
Der neue Tiguan bietet einen gut verarbeiteten und sehr ergonomischen Innenraum
Innen gibt es eine Drei-Zonen-Klimaautomatik, einen 15-Zoll-ITouchscreen, ein Head-up-Display, Vordersitze mit Massagefunktion, Area View mit 360-Grad-Kamera sowie Travel Assist und Emergency Assist. Der italienische Listenpreis liegt bei 51.150 Euro.
Besonders gefallen haben mir der hohe Reisekomfort, der geräumige Innenraum und die Bedien-Ergonomie – auch wenn es zwischen Armaturentafel, Infotainment und Lenkrad teils etwas unübersichtliche Doppelbelegungen gibt. Auch die umfangreiche Technik an Bord, inklusive der Fahrerassistenzsysteme, ist lobenswert. Das Gleiche gilt für das Ladevolumen des Kofferraums, die lässige Durchzugskraft des Diesels beim entspannten Fahren und das gut abgestimmte Automatikgetriebe.
Auch in der Stadt nicht zu durstig
Nach Fahrten unter typischen Alltagsbedingungen kann ich dem Volkswagen-SUV durchweg niedrige Verbräuche bescheinigen. Das gilt vor allem im Stadt-Umland-Mix, auf der (italienischen) Autobahn etwas weniger.
Der VW Tiguan 2.0 TDI erfreut mit niedrigem Verbrauch in der Stadt und außerhalb
Der 55-Liter-Dieseltank sorgt für recht hohe Reichweiten, aus den Bordcomputer-Werten errechnen sich meist etwa 900 Kilometer. Auf idealen außerstädtischen Strecken sind sogar theoretische Reichweiten von über 1.500 km möglich.
Verbrauchswerte in verschiedenen Verkehrssituationen
- Stadt-Umland-Mix: 5,6 Liter/100 km
979 km theoretische Reichweite - (Italienische) Autobahn: 6,2 Liter/100 km
885 km theoretische Reichweite - Spritspartest: 3,4 Liter/100 km
1.617 km theoretische Reichweite
Aus dem offiziellen Datenblatt
| VW Tiguan 2.0 TDI 150 PS DSG R-Line Plus | |
| Antrieb | Diesel, 1.968 cm³ |
| Leistung | 150 PS |
| CO₂-Emissionen (WLTP) | 145 g/km |
| Abgasnorm | Euro 6E-BIS |
Daten des Testfahrzeugs
Fahrzeug: VW Tiguan 2.0 TDI 150 PS DSG R-Line Plus
Grundpreis in Italien: 51.150 Euro
Testdatum: 6. März 2026
Wetter (Start/Ziel): Bewölkt, 18 Grad / Bewölkt, 11 Grad
Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem Abschnitt Rom–Forlì: 68 km/h
Reifen: Pirelli Scorpion Winter – 255/40 R20 101V M+S XL (EU-Label: C, B, 71 dB)
Verbrauch und Kosten
Bordcomputer-Anzeige: 4,2 Liter/100 km
An der Zapfsäule ermittelter Verbrauch: 3,8 Liter/100 km
Mittel aus diesen Werten: 4,00 Liter/100 km
Kraftstoffpreis: 1,909 Euro/Liter (Diesel)
Kosten: 27,49 Euro
Wir haben ein stets aktualisiertes Ranking der Verbrauchstest-Ergebnisse. Das Ganze ist in italienischer Sprache, aber wir denken, Sie finden sich zurecht.
Und so ermitteln wir den Verbrauch
Wenn Sie eine Freundin oder einen Freund nach dem Verbrauch seines Autos fragen, wird Ihnen wahrscheinlich ein Wert genannt, der keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Vielleicht wurde der Wert vom Bordcomputer abgelesen oder die Tankrechnungen wurden aufbewahrt und daraus ein Verbrauch errechnet.
Ähnlich ermitteln wir unseren Testverbrauch: Er ergibt sich als Mittel aus Bordcomputer-Wert und dem an der Tankstelle ermittelten Verbrauch. Die Testautos werden stets von Fabio Gemelli von Motor1.com Italien gefahren. Der Journalist fährt häufig fürs Wochenende von der Redaktion in Rom in seine Heimat Forlì (in der Emilia-Romagna).
Dabei bewegt er die Autos bewusst sparsam: Er bleibt knapp unter der Höchstgeschwindigkeit (auf der italienischen Autobahn: 130 km/h), vermeidet abruptes Beschleunigen und Bremsen und fährt vorausschauend. Die Teststrecke von Rom nach Forlì ist etwa 360 Kilometer lang und umfasst 65 Prozent Superstrada (autobahnähnliche Schnellstraße, Tempolimit zwischen 90 und 110 km/h), 25 Prozent Autostrada (Autobahn, Tempolimit 130 km/h), fünf Prozent Strada Statale (Bundesstraße, Tempolimit 90 km/h) und fünf Prozent Stadtverkehr.
Dabei wird der Apennin überquert, die Strecke enthält also durchaus auch Steigungen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in der Regel bei 70 bis 80 km/h. Am Ende der Strecke notiert unser Tester die Bordcomputer-Anzeige und berechnet (bei Autos mit Verbrennungsmotor) den Verbrauch an der Zapfsäule. Dabei wird "von voll bis voll" gemessen, wobei voll bedeutet: Das Tanken wird beim ersten Klick der Zapfpistole beendet. Dann berechnet Fabio den Mittelwert.
Bildergalerie: VW Tiguan (2024) im Test
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