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Neues Joint Venture: Stellantis baut Dongfengs Europa-Netz auf

Geplant ist nicht nur die Bündelung von Kräften, sondern auch der Vertrieb der Marke Voyah und eine Produktion im Werk Rennes

Peugeot 408 Plug-in Hybrid (2026) im Test
Bild von: Peugeot

Die Karten auf dem europäischen Automobilmarkt werden im Jahr 2026 weiterhin neu gemischt. Statt sich gegen die asiatische Konkurrenz komplett abzuschotten, geht Stellantis in die Offensive und sichert sich strategische Allianzen. Stellantis und die Dongfeng Group werden daher, ihre bereits seit 34 Jahren bestehende Partnerschaft deutlich ausbauen.

Erst kürzlich wurde bekannt, dass der 14 umfassende Marken starke Konzern für Exportmärkte auf Dongfeng setzen wird. Namentlich ging es hier vor allem um Peugeot und Jeep. Nach der kürzlichen Unterzeichnung einer Absichtserklärung steht nun auch das konkrete Ziel für den heimischen Markt fest: Ein neues, in Europa ansässiges Joint Venture soll gegründet werden.

Jeep Avenger (2026)

Jeep Avenger (2026)

Bild von: Jeep
Peugeot 208 (2026) in Agueda Gelb

Peugeot 208 (2026) in Agueda Gelb

Bild von: Peugeot

Das geplante Unternehmen soll sich um den Verkauf, den Vertrieb, die Produktion, den Einkauf und das Engineering von Dongfeng-Fahrzeugen mit alternativen Antrieben kümmern. Stellantis übernimmt bei der Neugründung mit 51 Prozent der Anteile klar die Führung. Dongfeng wird die restlichen 49 Prozent halten.

Vertrieb und Produktion der Marke Voyah in Europa

Im ersten Schritt fokussiert sich das Joint Venture auf den Vertrieb von Dongfengs Marke Voyah in ausgewählten europäischen Märkten. Durch das Joint Venture kann die chinesische Marke direkt auf das etablierte Vertriebsnetz und die After-Sales-Struktur von Stellantis zugreifen.

Das erspart Dongfeng den mühsamen und kapitalintensiven Aufbau eigener Werkstätten und Händlerstrukturen aus dem Nichts. Im Gegenzug profitiert Stellantis bei gemeinsamen Einkaufs- und Engineering-Aktivitäten von Dongfengs Expertise im Bereich der sogenannten New Energy Vehicles (NEVs) und dem dazugehörigen, äußerst wettbewerbsfähigen Lieferketten-Ökosystem in China.

Besonders relevant für den europäischen Markt ist der Ausblick auf eine mögliche lokale Fertigung. Um die strenger werdenden europäischen Regularien zu erfüllen und das Label "Made in Europe" nutzen zu können, prüfen die Partner eine potenzielle Produktion im französischen Stellantis-Werk Rennes. Dort könnten künftig Dongfeng-Modelle mit alternativen Antrieben vom Band laufen.

Gegengeschäft für den Weltmarkt in China

Für das traditionsreiche Werk würde dies eine zusätzliche Auslastung bedeuten, während Dongfeng mögliche Importzölle umgehen und die Logistikwege verkürzen könnte. Die endgültige Umsetzung dieses Vorhabens hängt derzeit noch von finalen wirtschaftlichen Vereinbarungen sowie den üblichen behördlichen Genehmigungen ab.

Die transkontinentale Zusammenarbeit funktioniert dabei, wie bereits erwähnt in beide Richtungen. Ab dem Jahr 2027 sollen im Werk Wuhan komplett neue Elektrofahrzeuge der Marken Peugeot und Jeep gebaut werden.

Diese Modelle sind nicht nur für den chinesischen Inlandsmarkt gedacht, sondern ausdrücklich auch für den weltweiten Export vorgesehen. Das Joint Venture hat seit seiner Gründung bereits über 6,5 Millionen Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën produziert.