Stellantis will in China gebaute Jeep und Peugeot weltweit anbieten
Stellantis und Dongfeng wollen elektrifizierte Autos in internationale Märkte exportieren
Wenn man sie nicht schlagen kann, macht man eben mit – das bringt den Zustand der Autoindustrie im Jahr 2026 ziemlich genau auf den Punkt. China ist zu einer ernstzunehmenden Macht geworden, und die seit Jahrzehnten etablierten Hersteller haben den kometenhaften Aufstieg der Wettbewerber längst registriert.
Stellantis mag 14 Marken unter seinem großen Konzern-Dach vereinen, setzt bei mindestens vier neuen Modellen für den heimischen Markt und für Exportmärkte jedoch auf Dongfeng als Fertigungspartner. Stellantis hat mit Dongfeng eine neue Vereinbarung geschlossen, um zusammen acht Milliarden Yuan (rund 1 Milliarde Euro zum aktuellen Wechselkurs) zu investieren.
Den Löwenanteil (haha!) übernimmt Dongfeng, während Stellantis lediglich etwa 130 Millionen Euro (rund 151 Millionen US-Dollar) beisteuert. Mit dem Geld sollen mehrere Modelle von Jeep und Peugeot auf die Straße gebracht werden. Jede Marke erhält zunächst zwei Fahrzeuge – Start ist ab 2027.
Alle Modelle sollen in einem Werk in Wuhan montiert werden, das zum Joint Venture Dongfeng Peugeot Citroën Automobile (DPCA) gehört. Ja, dieses Wuhan. Es handelt sich durchweg um New Energy Vehicles (NEVs) – also eine Kategorie, die Plug-in-Hybride, reine Elektroautos sowie E-Autos mit Verbrennungsmotor als Range Extender (Generator zum Laden des Akkus) umfasst.
Stellantis hält sich zu den neuen Jeeps, die im kommenden Jahr kommen sollen, mit weiteren Details bedeckt und betont bislang lediglich den Offroad-Fokus. Bei Peugeot sollen sich die beiden Modelle an dem markanten Kombi- und SUV-Duo orientieren, das vergangenen Monat auf der Beijing Auto Show gezeigt wurde. Concept 6 und Concept 8 führten eine neue Designsprache für den chinesischen Markt ein – und nun heißt es, dass dieser Look ab 2027 auch weltweit ausgerollt werden soll.
Peugeot Concept 6 und Concept 8
Obwohl Stellantis erst seit fünf Jahren existiert, arbeitet die französische Seite des Konzerns bereits seit 34 Jahren mit dem staatlichen Hersteller Dongfeng zusammen. PSA Peugeot Citroën gründete das Joint Venture mit dem chinesischen Autobauer schon 1992. Der ZX wurde in der Volksrepublik China von Dongfeng Peugeot Citroën Automobile zwischen 1992 und 2009 als Citroën Fukang mit Stufenheck produziert.
Die vier neuen Fahrzeuge sind dabei nur ein Teil des Gesamtbilds: Beide Unternehmen haben zudem ein unverbindliches strategisches Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet, um die Kooperation weiter zu vertiefen. Wörtlich heißt es: "Diese Produkte sind für China und für den Export in globale Märkte im Rahmen des internationalen Wachstumsplans von Peugeot vorgesehen."
Im vergangenen Monat hatte ein Bloomberg-Bericht behauptet, Stellantis könne Dongfeng erlauben, in Europa in einigen unterausgelasteten Werken Fahrzeuge zu bauen. Informierte Kreise sagten, Dongfeng würde sich revanchieren, indem Stellantis dafür in China produzieren dürfe – und inzwischen ist klar: Genau das passiert jetzt offiziell.
Es ist noch zu früh, um zu beurteilen, wie viel Jeep- und Peugeot-DNA tatsächlich in diesen vier in China montierten Fahrzeugen steckt. Da Dongfeng finanziell den Großteil trägt, ist es plausibel, dass die Produkte primär mit Blick auf den chinesischen Markt entwickelt werden – allerdings mit globalen Ambitionen. Dass zunächst „anfangs“ zwei Modelle pro Marke genannt werden, lässt zudem Raum für weitere Fahrzeuge zu einem späteren Zeitpunkt.
Stellantis hat nicht gesagt, welche Regionen die kommenden Modelle erhalten sollen, doch Dongfeng-Chef Qing Yang bezeichnet die neue Vereinbarung als "Win-win". Stellantis-CEO Antonio Filosa deutete seinerseits eine noch engere Zusammenarbeit an: "Wir freuen uns auf dieses Projekt und darauf, in Zukunft noch mehr zusammenzuarbeiten."
Quelle: Stellantis
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