Ford Escort XR3i (2026): Tolman baut 1980er Hot Hatch neu auf
Ein neuer Zylinderkopf, 152 PS und ein modernisiertes Fahrwerk sorgen für Kurvenspaß
Das Ford Hot-Hatch-Angebot ist derzeit mit dem Ausscheiden von Fiesta ST, Focus ST und RS leider sehr überschaubar. Oder treffender: überhaupt nicht vorhanden! Und was macht man da, wenn man gerne einen neuen knackigen Kompakten von Ford fahren will, aber keinen erwerben kann? Richtig, man baut sich einfach selbst einen oder gibt das Teil in Auftrag.
Gehen wir weiter zurück kommen so illustre Namen wie Ford Escort RS 2000 oder Escort XR3i in den Sinn. Letzterer war gerade in den 1980ern ein heißer Konkurrent des VW Golf GTI. Doch wenn wir ehrlich sind konnte der Fahrdynamisch gegen einen Wolfsburger oder den Peugeot 205 GTi nicht wirklich anstinken. Tolman ändert das jetzt. Bereits einige Restomods in der Tasche, widmet sich der britische Spezialist jetzt dem Kölner, baut ihn neu auf und nimmt sich Schwachstellen zur Brust.
Bildergalerie: Tolman Ford Escort XR3i (2026)
Die Basis für das Projekt, das 2026 als eines von vier exklusiven Kundenfahrzeugen auf die Räder gestellt wird, bildete ein serienmäßiger XR3i in der Farbkombination "Diamond White" mit roten Akzenten. Wie bei fast allen Fahrzeugen dieser Ära hatte der Rost ordentlich zugeschlagen. Die Briten investierten rund 1.600 Arbeitsstunden in die Restaurierung.
Da brauchbare Ersatzdächer mit Schiebedachausschnitt auf dem Markt schlicht nicht mehr existieren, fertigte Tolman kurzerhand ein eigenes Werkzeug an, um den Bereich passgenau aus einem geschlossenen Dach nachzubauen. Anschließend wurde die Karosserie großzügig mit modernem Unterbodenschutz versiegelt, damit der Wagen nicht beim ersten Regenschauer wieder zu bröseln beginnt.
Mehr Leistung durch Zetec-Technik
Unter der Haube bleibt Tolman der Historie treu, zimmert aber ordentlich moderne Technik hinein. Der wartungsbedürftige und oft rau tackernde 1,6-Liter-CVH-Motor durfte bleiben, bekam aber einen 16V-Zylinderkopf aus der neueren Zetec-Reihe spendiert. Hinzu kommen neue Kolben und Pleuel, ein verstärkter Rumpfmotor und ein elektronisches Motormanagement, das unsichtbar in den originalen Steuergeräten versteckt ist. Eine maßgefertigte Abgasanlage aus Edelstahl sorgt für freies Ausatmen.
Die Leistung steigt um gut 50 Prozent. Statt der mageren 105 PS ab Werk liefert der überarbeitete Vierzylinder nun standfeste 112 kW (152 PS). Das Drehmoment klettert auf 163 Nm. Geschaltet wird weiterhin über das originale Fünfgang-Getriebe.
Endlich ein brauchbares Fahrwerk
Damit die Leistung auch auf der Straße ankommt, packte Tolman das Fahrwerk an. Das eher mäßige Original-Setup weicht einer Kombination aus Fahrwerkskomponenten des seltenen Homologationsmodells RS 1600i und modernen Bilstein-Dämpfern. Ein eigens entwickelter Stabilisator an der Vorderachse soll das Einlenkverhalten und die generelle Straßenlage spürbar verbessern.
Damit moderne Reifen und eine standfeste AP-Bremsanlage Platz finden, stehen die Radhäuser nun voller im Futter. Statt der originalen 14-Zöller fräste Tolman neue 15-Zoll-Leichtmetallfelgen. Der Mittelteil der Räder entspricht dem alten Design und trägt sogar die originalen Gussmarkierungen von Ford. An der Hinterachse weichen die alten Trommelbremsen zeitgemäßen Bremsscheiben, während moderne Michelin-Gummis den Kontakt zum Asphalt herstellen.
Abgerundet wird der Restomod durch kleine, aber sinnvolle Details für den Alltag. LED-Scheinwerfer bringen endlich echtes Licht ins Dunkel, ein Blaupunkt-Radio mit DAB-Empfang liefert Unterhaltung und ein moderner GPS-Tracker samt Wegfahrsperre schützt vor Diebstahl. So bleibt die originale 1980er-Jahre-Optik mit dem klassischen Daytona-Stoff im Innenraum erhalten, ohne dass man auf heutige Standards verzichten muss. Eigentlich ne ziemlich gute Zweckalternative.
Quelle: Tolman
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