M1 Numbers: Immer mehr "globale" Autos werden in China produziert
Chinas Rolle als Produktionsstandort für Hersteller wächst – immer mehr Fahrzeuge für den europäischen Markt werden dort produziert
Während alle über Kooperationen zwischen traditionsreichen Autoherstellern und chinesischen Produzenten sprechen, passiert etwas anderes, das mindestens ebenso interessant, aber weniger offensichtlich ist: Immer mehr Fahrzeuge etablierter Marken werden in China gebaut und in den Rest der Welt exportiert.
Wer von "chinesischen Autos" spricht, sollte deshalb nicht nur an lokale Marken denken: Darunter fallen inzwischen auch Modelle großer europäischer, US-amerikanischer, japanischer und koreanischer Hersteller, die heute (auch) in China produzieren. Doch welche Fahrzeuge sind das konkret, die weltweit exportiert werden?
Chinesische Autoexporte nehmen zu
Grundsätzlich sind Automobilhersteller aus aller Welt in China präsent. Sie betreiben eigene Werke und Joint Ventures mit chinesischen Produzenten, um sich Anteile an diesem riesigen Markt zu sichern. Doch während lokale Hersteller weiter an Boden gewinnen, wird die Produktionskapazität der internationalen Hersteller zunehmend zum Problem. Denn ausländische Marken verlieren in China an Popularität.
Eine Lösung: den Export der eigenen Fahrzeuge anstoßen. Und genau so kommt es, dass es heute 54 verschiedene Modelle gibt, die von traditionellen Marken in China produziert und im Ausland verkauft werden.
Auch wenn Geely ein chinesischer OEM ist, gehört dem Konzern eine Reihe westlicher Marken. Das ist vermutlich der Grund, warum Geely der Hersteller mit den meisten in China gebauten und weltweit exportierten Modellen ist. Aktuell produziert Geely Lotus Eletre, Emeya, Polestar 2, Polestar 5, smart #1, #3, #5, Volvo ES90, EX30 und S90.
Es folgen General Motors und Hyundai mit jeweils sieben Modellen. Der US-Konzern ist mit seinen in China gebauten Fahrzeugen vor allem in Lateinamerika sehr aktiv: Chevrolet Spark EUV, Groove, Aveo, Captiva, S10 Max, N400 sowie Buick Envision. Hyundai exportiert dagegen in China gefertigte Elantra, Tucson, Sonata, Mufasa, Custo, Santa Fe und Elexio.
Dann ist da noch der Volkswagen Konzern, der größte ausländische Hersteller in China. Im Juni 2026 produziert und exportiert der deutsche Konzern aus China: Cupra Tavascan, VW ID.5, Teramont, Viloran, Sagitar und Magotan. Toyota hingegen – der weltweit größte Automobilhersteller – exportiert kein einziges in China produziertes Modell. Allerdings dürfte die bZ3X voraussichtlich bald auch in Auslandsmärkte kommen.
Auch Honda und Kia erhöhen ihre Exporte aus China. Honda exportiert e:NY1, Odyssey, ZR-V, CR-V Plug-in-Hybrid und e:NP2. Kia exportiert Sonet, Seltos, Soluto, EV5 und Stonic. Nicht zu vergessen sind außerdem der neue Mazda 6e und der Mazda CX-6e sowie der Mini Aceman und der elektrische MINI.
Weitere Exporteure: in China gebaute Autos traditionsreicher Marken
| Volkswagen-Konzern | Honda | Kia | Ford | Stellantis |
| Cupra Tavascan | e:NY1 | Sonet | Territory | Dodge Journey |
| VW ID.5 | Odyssey | Seltos | Taurus | Dodge Attitude |
| VW Teramont | ZR-V | Soluto | Lincoln Nautilus | Ram 1200 |
| VW Viloran | CR-V PHEV | EV5 | ||
| VW Sagitar | e:NP2 | Stonic | ||
| VW Magotan |
| BMW | Mazda | Tesla | Nissan | Renault |
| Mini Cooper EV | EZ-6 | Model Y | Frontier Pro | Dacia Spring |
| Mini Aceman | EZ-60 | Model 3 |
Der Autor des Artikels, Felipe Munoz, ist Analyst und Branchenexperte der Automobilindustrie sowie Content Creator von Car Industry Analysis in sozialen Medien
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