Gewinneinbruch bei Mercedes: China-Krise trübt Bilanz
Mercedes feiert solide Zahlen für das erste Quartal. Ein massiver Absatzeinbruch in China offenbart jedoch tiefe Risse im Fundament
Mercedes-Benz hat seine Ergebnisse für das erste Quartal 2026 vorgelegt. Dabei zeigt sich ein recht gemischtes Bild für den Erfinder des Automobils. Zwar lobt das Management die eigene finanzielle Widerstandsfähigkeit ausgiebig. Ein genauer Blick auf die aktuellen Daten verrät aber auch, dass der Konzern in einem rauen Marktumfeld unterwegs ist und weniger Geld verdient als noch im Vorjahr.
In reinen Zahlen ausgedrückt bedeutet dies einen Gewinnrückgang von rund 17 Prozent auf nun 1,43 Milliarden Euro. Der weltweite Umsatz schrumpfte ebenfalls leicht auf 31,6 Milliarden Euro. Für Normalverbraucher sind solche Summen kaum greifbar, in der Chefetage betrachtet man sie jedoch ganz genau. Dennoch verfügt das Unternehmen über ein dickes finanzielles Polster von fast 34 Milliarden Euro. Die Stuttgarter stehen also grundsolide da, auch wenn das Tempo momentan etwas gedrosselt ist.
Der Mercedes CLA scheint die in ihn gesetzten Hoffnungen zu erfüllen
China ist der Problembär
Spürbare Probleme bereitet aktuell das Geschäft in China. Dort tobt ein harter Preiskampf und die Kunden halten sich beim Autokauf eher zurück. Das schlägt bei Mercedes voll durch, denn der Absatz brach dort kräftig ein. Der Konzern steuert mit speziell für Asien entwickelten Fahrzeugen dagegen. Währenddessen lief es in Europa und den USA erfreulich gut. Hier kauften die Menschen sogar mehr Modelle mit dem Stern als zuvor, was die Delle im asiatischen Markt zumindest teilweise abfedern konnte.
Besonders stolz ist man in Stuttgart auf die Elektroautos. Die reinen Stromer legten in Europa deutlich zu und verzeichneten einen Verkaufszuwachs von beachtlichen 34 Prozent. In Deutschland waren es sogar noch etwas mehr. Die Auftragsbücher für Modelle wie den elektrischen CLA oder die SUV-Varianten GLC und GLB sind laut Unternehmensangaben prall gefüllt. Neue Modelle sollen diesen Trend in den kommenden Monaten weiter befeuern und die Kassen wieder kräftiger klingeln lassen.
Mercedes C 400 4Matic EQ (2026): Die rein elektrische C-Klasse ist die jüngste Neuheit der Marke
Auch bei den Transportern gibt es Licht und Schatten. Die Van-Sparte verkaufte zwar etwas weniger Fahrzeuge, verdiente daran aber verhältnismäßig gutes Geld. Hohe Entwicklungskosten für neue Fahrzeugplattformen bremsen jedoch die ganz großen Gewinnsprünge. Insgesamt muss Mercedes-Benz beweisen, dass die Strategie der teuren Luxusautos langfristig funktioniert. Die Autokäufer weltweit halten ihr Geld angesichts politischer Spannungen lieber zusammen, was für alle Hersteller eine Herausforderung bleibt.
Teuer, aber (hoffentlich) beliebt: Die neue VLE-Klasse von Mercedes
Für den Rest des Jahres gibt sich die Konzernführung dennoch optimistisch. Die Jahresziele wurden offiziell bestätigt und man rechnet fest mit Besserung in der zweiten Jahreshälfte. Neue Technologien sollen die Kunden rund um den Globus vom Kauf überzeugen. Analysten mahnen jedoch zur Vorsicht und verweisen auf die starke Konkurrenz aus Asien, die den europäischen Markt zunehmend für sich entdeckt. Es bleibt also spannend, wie geschickt der Stern durch diese stürmischen Gewässer navigiert.
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