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Mercedes S 680 Guard 4matic (2026): Der neue Politiker-Panzer

Die Limousine erfüllt die Schutzklasse VR10 und erreicht damit das höchste zivile Schutzniveau

Mercedes S 680 Guard 4matic (2026)
Bild von: Mercedes-Benz

Seit fast 100 Jahren vertrauen Staatsoberhäupter, Wirtschaftsführer und Mitglieder königlicher Familien auf Sonderschutzfahrzeuge von Mercedes-Benz – mit dem Anspruch, maximale Sicherheit mit hohem Komfort zu verbinden. Diese Tradition setzt der neue Mercedes S 680 Guard 4matic fort. Wobei "neu" relativ ist: Auch der Panzer-S wurde der großen Modellpflege unterzogen.

Als Spitzenmodell im Bereich Sonderschutz vereint die Limousine ein hausintern entwickeltes Integriertes Schutzsystem (iSS) mit einer speziell konstruierten Fahrgastzelle und einer dezenten Aluminium-Außenhaut. Hinzu kommen ein eigens angepasstes Fahrwerk, eine modifizierte Antriebstechnik und speziell abgestimmte Komponenten, die trotz des hohen Zusatzgewichts Fahrkomfort, Raumangebot und Langzeitdauerhaltbarkeit auf dem Niveau einer regulären S-Klasse ermöglichen sollen.

Bildergalerie: Mercedes S 680 Guard 4matic (2026)

Der S 680 Guard erfüllt die Schutzklasse VR10 und erreicht damit das höchste zivile Schutzniveau. Nach Angaben von Mercedes ist die S-Klasse Guard derzeit die einzige Serienlimousine, die ab Werk sowohl für transparente Bereiche wie die Verglasung als auch für opake Karosseriebereiche beziehungsweise die Fahrgastzelle nach VR10 zertifiziert ist. Die Zertifizierung erfolgt durch das Beschussamt Ulm nach den Richtlinien des Verbands der Prüfstellen für angriffshemmende Materialien und Konstruktionen (VPAM).

Die Schutzwirkung der gepanzerten Fahrgastzelle wurde mit speziellen Dummys überprüft, deren physikalische Eigenschaften denen des menschlichen Körpers möglichst nahekommen. Dadurch lassen sich potenzielle Verletzungen bei ballistischen oder explosiven Angriffen realitätsnah analysieren. Laut Hersteller absolvierte der S 680 Guard sämtliche Tests mit der Bestnote von drei von drei Sternen.

Im gepanzerten Mercedes gibt es noch einen Zwölfzylinder: Für den Antrieb sorgt ein 6,0-Liter-V12-Biturbomotor mit 450 kW (612 PS) und 830 Nm Drehmoment. Erstmals kombiniert Mercedes bei einer Guard-Limousine diesen Motor mit Allradantrieb. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 210 km/h. Das Antriebskonzept soll auch unter schwierigen Bedingungen ein souveränes Fahrverhalten ermöglichen. Speziell abgestimmte Fahrwerks- und Bremskomponenten tragen dazu bei, die hohe Fahrzeugmasse kontrollierbar zu halten und gleichzeitig den für die S-Klasse typischen Fahrkomfort zu bewahren.

Mercedes S 680 Guard 4matic (2026)

Mercedes S 680 Guard 4matic (2026)

Bild von: Mercedes-Benz

Im Innenraum orientiert sich die S-Klasse Guard an den Komfort- und Digitalisierungsstandards der aktuellen S-Klasse-Generation. Materialien, Farben, Ausstattungen und Sitzkonfigurationen lassen sich individuell anpassen. Das MBUX High-End Rear Seat Entertainment verwandelt den Fond mit Funktionen wie Live-Videokonferenzen in eine vernetzte Business-Lounge. Damit richtet sich das Fahrzeug nicht nur an Nutzer mit erhöhtem Sicherheitsbedarf, sondern auch an Kunden, die unterwegs arbeiten oder vertrauliche Gespräche führen müssen.

Über das eigentliche Schutzpaket hinaus bietet Mercedes zahlreiche Guard-spezifische Systeme. Das Feuerlöschsystem kann Brände im Motorraum oder unter dem Fahrzeug bekämpfen. Das Notfall-Frischluftsystem schützt die Insassen vor dem Eindringen schädlicher Gase. Zusätzlich kann per Knopfdruck ein Überdruck im Innenraum erzeugt werden, wobei eine Druckluftversorgung mit 900 Litern zur Verfügung steht, um die Gefahrenzone sicher verlassen zu können.

Das Threat Alarm System warnt die Umgebung mit optischen und akustischen Signalen. Ein integriertes Kommunikationssystem ermöglicht Gespräche mit Personen außerhalb des Fahrzeugs, ohne Türen oder Fenster öffnen zu müssen.

Mercedes S 680 Guard 4matic (2026)

Mercedes S 680 Guard 4matic (2026)

Bild von: Mercedes-Benz

Da die integrierten Schutzkomponenten (etwa die dicken Scheiben) die Türen deutlich schwerer machen als bei einer normalen S-Klasse, sind optional servo-unterstützte Front- und Hecktüren erhältlich. Sie lassen sich auch einhändig bedienen und stufenlos positionieren, selbst an Steigungen.

Weitere Guard-spezifische Optionen reichen von Standartenhaltern bis zu hydraulischen Fensterhebern für eine diskrete Bedienung. Darüber hinaus entwickelt Mercedes gemeinsam mit Kunden individuelle Lösungen für Behördeneinsätze und andere spezialisierte Aufgabenbereiche, darunter besondere Signalsysteme, Dokumentenablagen oder elektronische Vorinstallationen.

Die schwere Panzerung fordert ihren Tribut: Der kombinierte WLTP-Verbrauch liegt bei 19,1 Litern pro 100 Kilometer, die CO₂-Emissionen betragen 434 g/km. Zum Preis macht Mercedes keine Angaben.