Zum Hauptinhalt springen

Hyundai i20 (2027): Neuauflage des Kleinwagens erwischt

Offenbar verabschiedet sich die koreanische Marke noch nicht vom Verbrenner

Hyundai i20 (2027) Erlkönig
Bild von: Automedia

Verbrenner-Kleinwagen haben es immer schwerer: Der Ford Fiesta ist schon länger Geschichte, der Kia Rio auch. VW hat die Produktion des Polo nach Südafrika verlagert und kürzlich den elektrischen ID. Polo präsentiert. Immerhin: Renault hat einen neuen Clio, der kommende OPel Corsa wird wohl zweigleisig fahren. 

Und Hyundai? Dort plant man für das Jahr 2030 mit einem Elektro-Anteil von 60 Prozent. Bedeutet: So schnell fährt der Verbrenner dort nicht aufs Abstellgleis. Der i20 steht offenbar vor einem Generationswechsel. Obwohl das Modell im europäischen Kleinwagensegment zuletzt keine tragende Rolle mehr spielte, arbeitet Hyundai nach aktuellen Erlkönigfotos an einem Nachfolger, der 2027 auf den Markt kommen soll. Das neue Modell entwickelt das Design der aktuellen dritten Generation weiter und übernimmt dabei Elemente der jüngsten Formensprache des koreanischen Herstellers.

Bildergalerie: Hyundai i20 (2027) Erlkönig

Für deutsche Kunden hat die Entwicklung allerdings vorerst vor allem theoretischen Charakter. Das deutsche Kennzeichen des Erlkönigs begründet sich mit dem globalen Entwicklungszentrum in Rüsselsheim. Hyundai hat den i20 Ende 2025 aus dem deutschen Programm genommen. In anderen europäischen Märkten bleibt der Kleinwagen jedoch weiterhin erhältlich, weshalb die Marke die Baureihe offenbar nicht aufgibt.

Optisch orientiert sich die nächste Generation an der neuen Designlinie "Art of Steel", die erstmals beim neuen Nexo vorgestellt wurde. Auch der Ioniq 3 folgt diesem Motto. Statt stark modellierter Karosserieflächen setzt Hyundai dabei auf klarere Proportionen und eine reduzierte Formensprache. Besonders deutlich wird dies an der Frontpartie. Die bisherigen großflächigen Kühlergrill-Lösungen weichen offenbar einer schmalen, horizontal ausgerichteten Gestaltung mit separatem unteren Lufteinlass. Auch die Lichtsignatur wird grundlegend überarbeitet und soll künftig stärker den aktuellen Markenauftritt widerspiegeln. 

Hyundai i20 (2027) Erlkönig

Hyundai i20 (2027) Erlkönig

Bild von: Automedia
Hyundai Ionic 3

Hyundai Ioniq 3

Bild von: Hyundai

Darüber hinaus erhält der neue i20 markantere Radhäuser und größere Leichtmetallräder. Die Seitenansicht verändert sich ebenfalls sichtbar. Die Fensterlinie steigt stärker nach hinten an, während die bisherige kleine Seitenscheibe hinter der Hintertür offenbar entfällt. Dadurch wirken die C-Säulen breiter und die Karosserie insgesamt kompakter. Auch am Heck sind neue Leuchtengrafiken zu erkennen. Im Vergleich zeigt sich im Profil eine gewisse Ähnlichkeit zwischen dem neuen i20 und dem Ioniq 3, das Heck ist aber beim Erlkönig konventioneller.

Unter der Tarnung deutet ein vergleichsweise kleiner Endschalldämpfer auf weiterhin kompakte Verbrennungsmotoren hin. Aktuell wird der i20 in vielen Märkten mit dem bekannten 1,0-Liter-T-GDi-Dreizylinder angeboten. Je nach Getriebevariante darf das Modell Anhängelasten von bis zu 1.110 Kilogramm ziehen. In einigen Ländern ist zudem weiterhin ein 1,2-Liter-Saugbenziner erhältlich, dessen Zukunft in Europa jedoch als unsicher gilt.

Hyundai i20 (2027) Erlkönig

Hyundai i20 (2027) Erlkönig

Bild von: Automedia

Im Innenraum soll Hyundai stärker auf Digitalisierung setzen. Erwartet wird ein deutlich aufgeräumteres Cockpit mit weniger physischen Bedienelementen. Eine zentrale Rolle dürfte eine durchgehende Glasfläche auf dem Armaturenbrett spielen, hinter der sowohl das digitale Kombiinstrument als auch der Infotainment-Bildschirm untergebracht sind. Damit würde der i20 dem Layout neuer Hyundai-Modelle folgen.

Auch beim Lenkrad sind Änderungen zu erwarten. Statt des bisherigen Vierspeichen-Designs könnte künftig ein kompakteres Dreispeichen-Lenkrad zum Einsatz kommen. Zudem gilt die Einführung des neuen Infotainmentsystems Pleos Connect als wahrscheinlich.

Hyundai Ionic 3

Hyundai Ioniq 3

Bild von: Hyundai

Technisch dürfte Hyundai auf eine Mehrantriebsstrategie setzen. Neben bekannten Drei- und Vierzylindermotoren wird ein Vollhybrid erwartet, der insbesondere mit Blick auf die kommenden Euro-7-Vorgaben eine wichtige Rolle spielen könnte. Zudem gibt es Spekulationen über eine Rückkehr des sportlichen i20 N. Dem Vernehmen nach könnte dieser künftig auf eine elektrifizierte Antriebstechnik setzen.

Ob der neue Hyundai i20 künftig auch wieder nach Deutschland zurückkehrt, ist derzeit offen. Klar ist jedoch, dass Hyundai das Kleinwagensegment in anderen Märkten weiterhin bedienen will und die Baureihe für die nächste Modellgeneration umfassend modernisiert. Denkbar wäre, dass es sich bei dem Erlkönig um den Nachfolger des seit 2019 in Brasilien verkauften HB20 handelt. Aber wie schon beim Kia K4 aus dem gleichen Konzern könnte ein globales Model daraus werden.