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Elektrisches Mercedes-AMG GT 53 4-Türer Coupé hat „authentischen“ Sechszylinder-Sound

Neue Einstiegsversion hat weniger Leistung, aber mehr Reichweite als der GT 55 und GT 63

2027 Mercedes-AMG GT 53 4-Door Coupe
Bild von: Mercedes-Benz

Der Mercedes CLS musste sterben, damit das AMG GT 4-Türer Coupé leben konnte. Doch nun folgt der große fünftürige Performance-Liftback mit Verbrennungsmotoren der eleganten Limousine ebenfalls auf den automobilen Friedhof. An seine Stelle rückt ein neues Modell, das denselben verwirrenden Namen trägt, nun aber rein elektrisch fährt. Nachdem die zweite Generation im Mai als GT 55 und GT 63 spektakulär vorgestellt wurde, wächst das Programm jetzt um ein Einstiegsmodell: den GT 53.

Von einem gewöhnlichen Basismodell kann hier allerdings keine Rede sein. Obwohl man auf die drei Axialflussmotoren der stärkeren Schwestermodelle verzichtet, leisten hier zwei Elektromotoren immer noch bis zu 400 kW (544 PS) und 800 Nm. Mercedes gibt für den Sprint von 0-100 km/h 3,5 Sekunden an (Rollout-Start), die Höchstgeschwindigkeit liegt elektronisch begrenzt bei 230 km/h. Wer das AMG Drivers Package bucht schaltet bis zu 250 km/h frei.

Der AMG GT 53 ist zwar erwartungsgemäß langsamer und weniger leistungsstark, hat aber einen Vorteil gegenüber GT 55 und GT 63. Mit einer WLTP-Reichweite von 809 Kilometern kommt er weiter als die beiden anderen Varianten. Zudem ist er beim Laden ein echtes Kraftpaket: Unterstützt werden 600 kW, wodurch sich der 106.kWh-Akku (der gleiche wie in den stärkeren GT-Modellen) in nur 11 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden lassen soll. Alternativ genügen 10 Minuten Ladezeit für bis zu 534 Kilometer zusätzliche Reichweite.

<p>2027 Mercedes-AMG GT 53 4-Türer Coupé</p>

2027 Mercedes-AMG GT 53 4-Türer Coupé

Bild von: Mercedes-Benz

Authentischer Reihensechser-Klang

Abseits der zugegebenermaßen beeindruckenden Zahlen setzt Mercedes auf künstliche Unterstützung. Während die stärkeren Versionen einen V8-Sound nachahmen, liefert der neue GT 53 den Klang eines Reihensechszylinders – genauer gesagt den Soundtrack des früheren AMG E 53 Coupé mit aufgeladenem 3,0-Liter-Motor. Laut Mercedes handelt es sich um einen „authentisch reproduzierten Verbrennerklang“, der einen gewissen „Gänsehaut-Faktor“ erzeugen soll.

Am Begriff „authentisch“ ist tatsächlich etwas dran. Zwar besitzt das Auto selbstverständlich keinen Verbrennungsmotor, doch Mercedes-AMG hat die Geräuschkulisse eines echten Reihensechszylinders mit nicht weniger als 16 Mikrofonen innerhalb und außerhalb des Fahrzeugs aufgezeichnet. Dabei wurden mehr als 100 Messungen vorgenommen – sowohl im Stand als auch in Bewegung.

Modell max. Leistung

0-100 km/h

 

Vmax

 

max. Reichweite

AMG GT 53 544 PS/800 Nm 3,9 s 250 km/h 809 km
AMG GT 55 816 PS/1.800 Nm 2,8 s 300 km/h 700 km
AMG GT 63  1.169 PS/2.000 Nm 2,4 s 300 km/h 696 km

Simulierte Gangwechsel per Schaltwippe

Zum Reihensechser-Sound kommen „unmittelbar spürbare“ künstliche Gangwechsel, die über die Schaltwippen am Lenkrad ausgelöst werden. Motorensound und simulierte Schaltvorgänge stehen im Modus Sport+ zur Verfügung, der neben Comfort, Sport, Slippery, Eco und Individual anwählbar ist.

Da die Elektromotoren unabhängig voneinander gesteuert werden, wechselt der GT 53 je nach Fahrsituation zwischen Hinterrad- und Allradantrieb. Wichtig ist außerdem: Die zuvor genannte Leistung stellt die Spitzenleistung dar. Die Dauerleistung der beiden E-Motoren liegt mit 270 kW (367 PS) deutlich darunter.

Markstart für das neue GT 4-Türer Coupé-Einstiegsmodell ist der 13. August. Die Preise starten bi 115.400 Euro.


Motor1 meint: Optionen zu haben, ist grundsätzlich gut – selbst bei einem so umstrittenen Elektroauto wie diesem. Ein Blick auf die Preise legt nahe, dass der neue Einstieg keine schlechte Idee ist. Der GT 55 startet bei 154.700 Euro, für den GT 63 werden mindestens 196.350 Euro fällig. Da könnten die gut 115.000 Euro des GT 53 mehr Akzeptanz schaffen.

Wobei es sehr spannend zu beobachten sein wird, wie sich dieses Auto letztlich verkauft. Wenn ein Unternehmensmanager sagt, dass es das Auto angeblich sogar „gar nicht hätte geben dürfen“, scheint selbst Mercedes zu wissen, dass sich das neue AMG GT 4-Türer Coupé nicht leicht tun wird.