Mercedes GLA (2026): Neue Generation startet ab 48.600 Euro
Zum Start gibt es drei 800-V-Elektromodelle, 2027 folgen die Verbrenner
Mercedes ist weiterhin damit beschäftigt, die Modellpalette zu aktualisieren. Nach C-Klasse, S-Klasse und GLE ist nun das Einstiegs-Crossover an der Reihe. Genau den haben wir schon ein wenig länger als Erlkönig beobachtet. Jetzt ist die Tarnung endgültig gefallen.
Die Stuttgarter schmeißen beim neuen GLA mit Begriffen wie "Welcome home"-Erlebnis und "Aura-Sound" um sich. Wir wischen das Marketing-Sprech jetzt einfach mal beiseite und schauen uns an, was bei der Neuauflage des Bestsellers (rund 10.000 Neuzulassungen in Deutschland im ersten Halbjahr 2026) wirklich Sache ist. Spoiler: Tatsächlich eine ganze Menge. Das Kompakt-SUV kriegt eine 800-V-Architektur, deutlich mehr Platz und stampft, wie bereits bekannt, das bisherige Design ein.
Bildergalerie: Mercedes GLA (2026)
Design/Karosserie
Optisch steht der neue GLA merklich satter auf der Straße als noch der Vorgänger H 247. Ganze 20 Millimeter duckt sich die dritte Generation weiter nach unten, während der Radstand um ordentliche 61 Millimeter wächst. Der beträgt jetzt insgesamt 2,79 Meter.
An der Hinterachse geht die Spur um 31 Millimeter in die Breite. In den Radkästen drehen sich Felgen zwischen 18 und 20 Zoll. Angaben zu den Gesamtmaßen liefert Mercedes derzeit leider noch nicht. Wir halten also fest: Das Ding wächst!
Vorne gibt es bei den E-Modellen, wie schon bei seinen Brüdern um die C-Klasse, eine ziemliche Lichtshow. Der geschlossene Grill kann optional mit 608 beleuchteten Leuchtpunkten bestellt werden, die den Fahrer animiert begrüßen. Die Verbrenner tragen hingegen einen Sternengrill mit klassischem Muster in Chrom-Optik. Aerodynamisch haben die Stuttgarter ihre Hausaufgaben gemacht, der cW-Wert liegt bei windschlüpfigen 0,27.
Auch am Heck macht Mercedes einen klaren Schnitt. Ein optischer Unterfahrschutz soll den SUV-Charakter unterstreichen. Deutlich auffälliger ist aber die neue Lichtsignatur. Das Schlusslicht der LED-Heckleuchten erstrahlt künftig im Stern-Design.
Zudem werden die beiden Rückleuchten nun durch ein durchgehendes Leuchtband miteinander verbunden, was das Heck optisch noch weiter in die Breite zieht. Insgesamt wirkt das ein wenig nach Kassetten-Silhouette. Wer auf Spielereien steht und die optionalen Multibeam-LEDs ordert, bekommt ein Lichtband, das beim Auf- und Zuschließen des Fahrzeugs animierte Begrüßungs- und Verabschiedungsszenarien abspielt.
Innenraum
Im Cockpit breitet sich auf Wunsch auch im Mercedes GLA der riesige MBUX-Superscreen aus. Ein 10,25-Zoll-Display für den Fahrer und gleich zwei 14-Zoll-Bildschirme für das Zentrum und den Beifahrer. Knöpfe sucht man fast vergebens, dafür soll ein KI-Sprachassistent fast alles regeln können.
Auf dem dritten Screen laufen künftig Apps wie YouTube oder Disney+. Wer nach oben schaut, blickt auf das optionale "Sky Control"-Panoramadach, dessen Glas sich in Millisekunden in sieben Segmenten abdunkeln oder transparent schalten lässt.
Im Fond gibt es 38 Millimeter mehr Beinfreiheit. Das Kofferraumvolumen steigt um 70 auf 410 Liter. Klappt man die Fondsitze im Verhältnis 40/20/40 um, schluckt das Heck bis zu 1.400 Liter. In den Elektromodellen sitzt unter der Fronthaube ein 107 Liter großer Frunk. Wer Musik liebt, kann sich zudem ein 850 Watt starkes Burmester-Soundsystem mit 16 Lautsprechern in die Hütte packen.
Antriebe, Assistenz und Fahrwerk
Mercedes rüstet den GLA auf SAE-Level 2 auf. Auf der Autobahn reicht nun ein Antippen des Blinkers, und das Auto wechselt automatisch die Spur. Wer gerne mal unaufmerksam einparkt, wird sich über die neue "Felgenschutz-Warnung" freuen, die unschöne Bordsteinschäden an den Felgen verhindern soll.
Geht es mal runter vom Asphalt, bieten die Allradmodelle (4MATIC) einen speziellen "Terrain"-Modus. Um fiesen Steinen oder tiefen Löchern auszuweichen, projiziert das System eine "Transparente Motorhaube" auf das Display – also einen virtuellen Blick unter den Vorderwagen.
Der GLA schwenkt auf eine 800-Volt-Architektur um. Am Schnelllader sind damit DC-Ladeleistungen von bis zu 320 kW. In zehn Minuten sollen so bis zu 270 Kilometer in die Akkus gepresst werden. AC-Laden klappt mit bis zu 22 kW.
Zum Marktstart im November stehen drei vollelektrische Varianten zur Verfügung: Der GLA 200 leistet 165 kW (224 PS) und nutzt eine LFP-Batterie mit 58 kWh. Der GLA 250+ kommt auf 200 kW (272 PS) und setzt auf eine NMC-Batterie mit 85 kWh, die bis zu 657 Kilometer Reichweite ermöglichen soll. Der GLA 350 4MATIC bildet das vorläufige Topmodell mit Allradantrieb, leistet 260 kW (354 PS).
Diese Version nutzt ebenfalls den 85-kWh-NMC-Akku und knackt die Hundertermarke in 5,4 Sekunden. Die E-Allradler dürfen bis zu 2.000 Kilogramm ziehen. Detaillierte Infos zu den elektrischen Varianten lesen Sie bei InsideEVs.de.
Wer noch Verbrenner fahren will, muss bis Anfang 2027 warten. Dann folgen zwei Mild-Hybride mit 48-Volt-System. Die Basis bildet ein 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbo, der von einem 22 kW (30 PS) starken E-Motor im neuen Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe unterstützt wird.
Herzstück des Systems ist eine neue 48-V-Batterie (Lithium-Ionen), die bis zu 1,3 kWh Energie speichert. Bei typischem Stadtverkehrstempo können die Verbrenner-Modelle phasenweise rein elektrisch rollen. Auch jenseits der 100 km/h ist elektrisches Segeln mit abgekoppeltem Antriebsstrang möglich, solange weniger als 22 kW Leistung abgerufen werden. Zudem kann der E-Motor in allen acht Gängen boosten und beim Verzögern mit bis zu 25 kW rekuperieren.
Ausstattungen & Preise
Neben der Basis namens "Style Line" und der "Progressive"-Ausstattung gibt es die "AMG Line" und erstmals eine "AMG Line Plus", die unter anderem 20-Zoll-Felgen und rote Ziernähte mitbringt. Oben drauf setzt Mercedes eine "Night-Edition", die AMG-Optik mit dunklen Akzenten kombiniert.
Bestellbar ist der neue GLA ab dem 30. Juli 2026. Zum Start kommuniziert Mercedes logischerweise nur die Preise der Elektro-Versionen. Der GLA 200 startet bei 48.599 Euro. Für den reichweitenstarken GLA 250+ werden mindestens 54.978 Euro fällig. Das Allrad-Topmodell GLA 350 4MATIC steht ab 58.107 Euro in der Preisliste.
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