Lucid verschiebt seinen Tesla-Model-Y-Gegner, um „Fehler der Vergangenheit“ zu vermeiden
Das elektrische Mittelklasse-SUV Cosmos wird erst in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 auf den Markt kommen
Bereits im Juni kündigte Lucid an, im Zuge einer umfassenderen Restrukturierung 18 Prozent seiner Belegschaft abzubauen. Das Unternehmen reduzierte außerdem die Produktion in seinem Werk in Arizona und verschiebt nun den Marktstart seines kleineren Elektro-Crossovers, der mit dem Tesla Model Y konkurrieren soll.
Während der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des zweiten Quartals gaben Verantwortliche von Lucid bekannt, dass das neue Werk nun erst in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 bereit sein wird, die Produktion des Cosmos aufzunehmen. Die Kalifornier wollten das elektrische SUV ursprünglich noch in diesem Jahr auf den Markt bringen, verschieben den Start nun jedoch, um kein Fahrzeug mit Kinderkrankheiten einzuführen.
Im Rahmen der Konferenz sagte Lucids neuer CEO Silvio Napoli:
„Unser Ziel ist klar. Das Mittelklassemodell wird erst eingeführt, wenn jeder Prozess und jede Qualitätsanforderung erfüllt ist. Wir werden die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen und kein Produkt auf den Markt bringen, bevor es wirklich bereit ist.“
Lucid wird den Cosmos in seinem Werk AM2 in Saudi-Arabien produzieren. Die Fabrik wird allerdings erst Anfang kommenden Jahres betriebsbereit sein.
Lucid Cosmos
Ein „grundlegender Neustart“
Lucid steht vor erheblichen Herausforderungen, die laut dem neuen CEO einen „grundlegenden Neustart“ des Unternehmens erzwingen. Die neuen Pläne konzentrieren sich auf drei zentrale Bereiche: Kosten, Qualität und Unternehmenskultur.
„Die Art, wie wir arbeiten, muss sich ändern“, sagte Napoli. „Zweifellos hat Lucid wegweisende Innovationen und herausragende Produkte auf den Markt gebracht. Dennoch sind wir in mehreren Bereichen enttäuscht – und das schon viel zu lange.“
Das Unternehmen will zudem vier strategische Projekte priorisieren, um die Wende zu schaffen, darunter 1,4 Milliarden US-Dollar an Liquiditätsreduzierungen. Das neue Werk und der Cosmos sollen dabei ebenso eine wichtige Rolle spielen wie das Robotaxi-Programm des Unternehmens.
„Wir werden das Geschäft in Ordnung bringen, denn die zugrunde liegenden Ursachen liegen im operativen Bereich und damit weitgehend in unserer Kontrolle“, ergänzte Napoli. „Aber um dorthin zu gelangen, müssen wir zu den Grundlagen zurückkehren. Unsere gesamte Arbeit muss sich auf drei Grundpfeiler und vier unbedingt zu erreichende Ziele konzentrieren.“
Aktuell verkauft Lucid den Air und den Gravity, also eine Luxuslimousine und ein Luxus-SUV, die in Deutschland bei 85.900 und 94.000 Euro starten. Für den Lucid Cosmos wird ein Einstiegspreis von unter 50.000 US-Dollar erwartet. Wie es auf dem hiesigen Markt aussehen wird, ist noch nicht klar.
Motor1 meint: Lucids erschwinglicheres elektrisches Mittelklasse-SUV ist für die Zukunft des Unternehmens von zentraler Bedeutung. Die Verzögerung könnte teuer werden, doch offenbar will der Hersteller Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen, wo man zweifelsfrei großartige Produkte launchte, die jedoch noch reichlich Bugs aufwiesen.
Quelle: Lucid
Auch interessant
Lucid Air Grand Touring (2026) im Test: Kann er nur Reichweite?
Laika Kreos H 5109 MB: So will der neue Luxus-Integrierte punkten
M1 Numbers: Mehr als die Hälfte aller neuen Autos kommt aus China
Besitzer zahlten Millionen, um in Aston Martins Turm in Miami zu wohnen. Nun soll er Risse haben
"Werden nicht überleben": Nissan will Autos schneller entwickeln
Hyundai Tucson (2027) als Erlkönig erwischt: Kanten statt Kurven
ID. Buzz mit Benziner? VW prüfte Range-Extender-Konzept