ID. Buzz mit Benziner? VW prüfte Range-Extender-Konzept
Die Reichweite gilt als Achillesverse des Elektro-Bullis – ein Range Extender sollte helfen, doch die Ingenieure stießen auf Probleme
Der VW ID. Buzz hatte mit Startschwierigkeiten zu kämpfen, mausert sich aber langsam. Letztes Jahr konnten 8.565 Fahrzeuge in Deutschland abgesetzt werden, 2026 sind es schon 5.254 Einheiten. Mit 60.700 weltweit ausgelieferten Einheiten im Jahr 2025 war der ID. Buzz hingegen das achtbestverkaufte Elektroauto im Volkswagen-Konzern.
Die Nachfrage nach dem elektrisch angetriebenen Van im Retro-Look und seinem Nutzfahrzeug-Ableger hat sich damit gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Ein Flop sieht eigentlich anders aus. Während sich der elektrische Personentransporter in Europa langsam entwickelt, tut er sich in den USA jedoch schwer. Dort wurden nur 6.140 Exemplare verkauft, was zu der überraschenden Entscheidung führte, das Modelljahr 2026 zu streichen und zunächst die Bestände des Modelljahres 2025 abzubauen, bevor der ID. Buzz für 2027 zurückkehrt.
Schuld am zaghaften Verkauf sind auch in den USA die eher bescheidene Reichweite des Hecktrieblers von unter 400 Kilometern nach WLTP in Kombination mit einem auch dort hohen Einstiegspreis von 61.545 US-Dollar. Als VW ankündigte, dass der ID. Buzz das Modelljahr 2026 auslässt, nannte das Unternehmen weder Reichweite noch Preisgestaltung als Gründe für die einjährige Pause des Vans.
Stattdessen verwies man auf die allgemein schwache Akzeptanz von Elektroautos in den USA und sprach von einer "strategischen Entscheidung" auf Grundlage einer "sorgfältigen Bewertung der aktuellen Marktbedingungen für Elektrofahrzeuge".
Aber jetzt halten Sie ihren Hut fest. Es wurde bekannt, dass VW durchaus eine Möglichkeit geprüft hat, den ID. Buzz für die USA attraktiver zu machen, indem die Reichweitenangst mit einem Benziner als Generator gemildert werden sollte. In einem Interview mit einem australischen Magazin erklärte der Chef von Volkswagen Nutzfahrzeuge, dass eine Version mit Range-Extender zwischenzeitlich tatsächlich erwogen wurde.
Stefan Mecha sagte gegenüber GoAuto, dass das Konzept eines REEV-Antriebs zwar untersucht wurde, die Ingenieure am Ende jedoch auf Packaging-Probleme stießen. Der kurze vordere Überhang des ID. Buzz lässt absolut keinen Platz für einen Verbrennungsmotor, da die MEB-Plattform ausschließlich für batterieelektrische Fahrzeuge entwickelt wurde.
Bildergalerie: VW ID. Buzz GTX (2024) im Test
Mehr als 20 Modelle nutzen diese dedizierte Architektur – vom ID.3 bis zum ID.7. Dabei handelt es sich nicht ausschließlich um Produkte des Volkswagen-Konzerns, denn auch der Ford Explorer und der Ford Capri basieren auf der modularen, heckantriebsorientierten Plattform.
Auch wenn ein ID. Buzz mit Range-Extender nicht kommt, hat der VW-Konzern kürzlich sein erstes REEV in China vorgestellt. Der gemeinsam mit SAIC entwickelte ID. Era 9X ist ein großes sechssitziges SUV. Es nutzt einen 1,5-Liter-Benziner als Generator zum Laden der Batterie und reduziert so Ladestopps. Auch die neue Konzernmarke Scout wird in den USA Range-Extender-Versionen des Traveler und des Terra anbieten, wenn SUV und Pick-up ab 2027 in Produktion gehen.
Ende vergangenen Jahres berichtete Bloomberg, dass der Volkswagen-Konzern insgesamt Range-Extender für Europa und die USA prüft. Das wäre plausibel, denn die seit Langem erwartete SSP-Plattform wird so entwickelt, dass sie Verbrennungsmotoren aufnehmen kann, die ausschließlich als Generatoren arbeiten. SSP soll langfristig alle aktuellen Elektroplattformen des Konzerns ersetzen. Ein Debüt in einem Serien-Audi wird möglicherweise 2028 erwartet, danach sollen Modelle von Porsche und Skoda folgen.
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