VW ID. Buzz wird zum Camper: Gute-Nacht-Paket kostet 2.600 Euro
Neues Bettmodul, 48-Stunden-Klimamodus und V2L machen den Elektro-Bulli fit für spontane Nächte
Der ID. Buzz war in seiner relativ kurzen Lebenszeit schon vieles: Design-Zitat, Familien-Shuttle, Elektroauto mit Bulli-Gesicht. Jetzt kommt noch eine Disziplin dazu, die bei Volkswagen traditionell schnell Richtung Kissen, Kocher und Kühlbox abbiegt. Das neue Gute-Nacht-Paket macht aus dem E-Bus zwar noch keinen California, aber immerhin einen brauchbaren Tinycamper für spontane Nächte.
Spannend ist dabei, dass VW gar nicht erst den großen Camping-Wurf versucht, sondern bewusst die kleine, alltagstaugliche Lösung wählt. Beim T7 Multivan mit Gute-Nacht-Paket hat genau das gut funktioniert: kein halber California, sondern ein klug gedachter Bus für alle, die im Alltag kein Reisemobil bewegen wollen.
Bildergalerie: VW ID. Buzz mit Gute-Nacht-Paket (2026)
Das machte das Konzept sympathisch, weil es den Multivan nicht künstlich zum Camper aufgeblasen hat, sondern seine Stärken einfach sinnvoll in Richtung Übernachten weitergedacht hat.
Zum Paket gehören ein Bettgestell, eine passgenaue Klappmatratze im Format 2,0 mal 1,2 Meter, ein Verdunklungsset für die Scheiben, Lüftungsgitter für die vorderen Seitenscheiben sowie ein Tisch und zwei Stühle. Das klingt zunächst nach Zubehörliste, ergibt in Summe aber genau die Art Lösung, die spontane Nächte nicht zur Bastelstunde werden lässt.
Der eigentliche Kniff steckt in der Software. VW führt für den ID. Buzz einen neuen „Übernachten“-Modus ein, der den Innenraum bis zu 48 Stunden auf Temperatur halten kann.
Gerade beim Camper entscheidet nicht nur die Matratze über die Nacht, sondern auch, ob man morgens entspannt oder leicht durchgefroren aussteigt. Parallel werden Licht- und Komfortfunktionen reduziert, damit der Wagen nachts nicht weiter wirkt, als stünde er noch im Schauraum.
Dazu kommt die neue Vehicle-to-Load-Funktion, bei der der ID. Buzz über einen Adapter eine Dauerleistung von bis zu 2.000 Watt bei 230 Volt liefert und damit Haushaltsgeräte betrieben oder ein E-Bike geladen werden können. In der Praxis bedeutet das: Die Kühlbox funktioniert, die Kaffeemaschine auch und das Ladegerät fürs Rad ebenfalls.
Beim Preis bleibt VW noch in einem Rahmen, der im Camper-Alltag nicht gleich wehtut. Das Gute-Nacht-Paket ist für die Pkw-Versionen des ID. erhältlich und kostet 2.600 Euro. Es ist für den ID. Buzz mit beiden Radständen und allen Sitzkonfigurationen erhältlich.
Der ID. Buzz passt damit in eine Entwicklung, die man derzeit häufiger sieht: weniger großes Wohnmobil, mehr modulare Lösung für den Alltag und den schnellen Trip zwischendurch. Der VanTrack-Ausbau für den Kia PV5 geht in eine ähnliche Richtung – nur eben mit Heckmodul, mobiler Küche und einem Basispreis von rund 10.000 Euro.
Ventje und Tonke gehen mit dem elektrischen Kompaktcamper auf ID.-Buzz-Basis noch einen Schritt weiter, allerdings ist dieser auch deutlich aufwendiger. Der ID. Buzz mit Gute-Nacht-Paket dagegen wird nicht zum California-Ersatz, sondern erhält ein passendes Camping-Upgrade. Er bleibt damit zuerst Bus für den Alltag und kann nachts eben auch Camper sein.
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