Kia K4 Sportwagon (2026) im Kurztest: Nix für zarte Bandscheiben
Kann der Korea-Kombi der starken Konkurrenz aus Deutschland ein Schnippchen schlagen?
Trotz der ganzen SUVs auf Europas Straßen sind Kombis hier durchaus noch beliebt. Zwar hat auch das Kompaktsegment Federn lassen müssen (siehe Ford Focus Turnier), aber mit VW Golf Variant, Opel Astra und Peugeot 308 SW haben wir weiterhin beliebte Vertreter am Start.
Nachdem der Kia K4 bereits die Nachfolge des Ceed angetreten hat, ist nun sein großer Bruder an der Reihe: der Kia K4 Sportswagon. Der Koreaner wurde mit dem europäischen Markt im Sinn komplett auf hiesige Straßen angepasst ... und das merkt man schon nach wenigen Metern. Wir konnten den Kombi mit dem 1,6-Liter-Turbobenziner und 132 kW (180 PS) ein paar Kilometer im Frankfurter Umland bewegen, um uns einen ersten Eindruck zu verschaffen.
| Schnelle Daten | Kia K4 Sportwagon (2026) GT-Line |
| Antrieb | 1,6-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner, Frontantrieb |
| Getriebe | Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DCT) |
| Systemleistung / Drehmoment | 132 kW (180 PS) / 265 Nm |
| 0 - 100 km/h | 8,4 Sekunden |
| Abmessungen | 4.700 x 1.850 x 1.420 mm |
| Kofferraumvolumen | 604 - 1.439 Liter |
| Anhängelast | 1.410 kg |
| Preis | 39.890 Euro |
Karosserie/Design
Wer flüchtig auf den Kia K4 Sportwagon schaut, wird kaum einen Unterschied zum Kompakten entdecken. Linien, Zeichnungen und Proportionen sind absolut identisch. Der Kombi ist jedoch am größeren hinteren Seitenfenster zu erkennen, das durch die insgesamt 4,70 Meter Länge noch einmal gestreckt wird.
Auch der Überhang am Heck ist logischerweise größer. Und genau das sind die Feinheiten, die beim Kombi den etwas stimmigeren Gesamteindruck gegenüber dem K4 erzeugen. So geht der Koreaner den Weg des Opel Astra Sports Tourer und steht als Lastenesel wohlproportioniert da.
Innenraum
Der Radstand des Sportswagon ist der gleiche wie beim "normalen" K4. Größere Menschen finden im Fond dennoch genügend Kopffreiheit. Der zusätzliche Stauraum findet sich aber im Heck. Im Normalzustand schluckt der Kofferraum exakt 604 Liter (166 Liter mehr als der K4).
Wer die Rückbank flachlegt, erweitert das Ladevolumen auf 1.439 Liter. Ein solider Wert! Unter dem Ladeboden gibt es zudem ein praktisches, unterteiltes Fach für Kleinteile. Der Klassenprimus VW Golf Variant packt mit 611 bis 1.642 Liter etwas mehr, was vor allem an der abfallenden Dachlinie des K4 SW liegen dürfte.
Im Cockpit selbst geht es aufgeräumt und hochwertig zu. Die Materialauswahl hat im Vergleich zum Vorgänger noch einmal spürbar angezogen. Etliche analoge Tasten machen den Schnellzugriff leicht. Zwischen den beiden Displays liegt eine digitale Einheit für die Klimasteuerung. Das Infotainment lässt sich Kia-typisch durchsichtig und fix bedienen. Der Wählhebel für die Automatik ist zwar oldschoolig nett anzusehen, nimmt aber auch dementsprechend viel Stauraum auf der Mittelkonsole weg.
Antrieb/Fahreindrücke
Hinter der Star-Map-Fassade werkelt ein 1,6-Liter-Turbobenziner mit 132 kW (180 PS). Gekoppelt ist der Vierzylinder an ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Letzteres würde nicht gerade der beste Freund von Friedrich Merz, braucht sie doch immer eine Gedenksekunde, um die mit dem Fuß eingegebene Anforderung auch so auszuspucken. Das sollte vor allem bei Überholmanövern bedacht werden.
Und das ist schade, denn Insgesamt hängt der Kombi kernig klingend brauchbar am Gas. Fahrwerk und Lenkung sind durchaus richtig ordentlich straff ausgerichtet. Das Fahrgefühl ist sportlich direkt, das Feedback des K4 Sportswagon präzise. Für einige dürfte das bei einigen Straßenverhältnissen hier zu viel des Guten sein. Einen gewissen Grundkomfort gönnt sich der Koreaner dennoch. Als Fan von knackig abgestimmten Auto gefällt mir das richtig gut.
Bildergalerie: Kia K4 Sportswagon (2026) im Kurztest
Preise
Für 29.890 Euro gibt es den Kia K4 Sportswagon mit 1.0 T-GDI, 85 kW (115 PS) und Handschaltung. Unser gefahrenes Topmodell mit 1.6 T-GDI, 132 kW (180 PS) kostet als Spirit mindestens 38.490 Euro, die GT-Line liegt bei 39.890 Euro.
Zum Vergleich: Ein Opel Astra kostet als Mild-Hybrid mindestens 32.990 Euro. Als Plug-in-Topmodell liegt der Rüsselsheimer ebenfalls bei mindestens 39.960 Euro. Der VW Golf Variant startet derzeit mit 85 kW (115 PS) und 1,5-Liter-Benziner bei mindestens 30.495 Euro. Die R-Line als Topmodell kostet mit 1,5-Liter-TSI und 110 kW (150 PS) 37.515 Euro.
Fazit
Im Gesamtbild ist der Kia K4 Sportwagon gegenüber der Konkurrenz damit kaum noch günstiger. Der Umfang der Serienausstattung, der Raum und die Verarbeitungsqualität sind im Topmodell dafür auf hohem Niveau. Wer gerne tief und straff unterwegs ist, findet im Koreaner vermutlich den besten Kompaktkombi. Wer mehr Komfort oder Raum braucht, greift zu den deutschen Vertretern. Wenn da nur nicht diese zögerliche Gasannahme wäre!
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