Bitte was? Plant Hyundai manuelles Schaltgetriebe für Elektro-N?
Die Koreaner haben ein Patent angemeldet, das manuelle Schaltvorgänge mit einem klassischen Automatikgetriebe verbindet
Vorgetäuschte Lufteinlässe, künstliche Motorgenräusche, Endrohrattrappen und simulierte Gangwechsel. Wenn es um klassisches Fahrgefühl bei E-Autos geht, werden Hersteller kreativ. Ganz vorne weg geht da Hyundai. Doch was kommt als Nächstes? Aber sicher doch ... ein Fake-Schaltgetriebe.
Denn Autos waren schon immer auch eine Frage des passenden "Feelings". Die Digitalisierung eröffnet den Herstellern hier enorme Möglichkeiten. Shift-by-wire-Systeme sind in der Branche nichts Neues, doch eine Patentanmeldung von Hyundai gibt der Technik eine interessante Wendung. Das Ziel scheint, den Käuferinnen und Käufern das Beste aus beiden Getriebewelten zu bieten.
Hyundai Shift-By-Wire-Mechanismus
Die Patentanmeldung, die zuerst von CarBuzz entdeckt wurde, beschreibt einen neuen Shift-by-wire-Mechanismus, der wahlweise wie ein manuelles Schaltgetriebe mit Schaltkulisse oder wie eine klassische Automatik funktioniert. Das würde gut zu den bereits eingesetzten simulierten Gangwechseln passen, die die Koreaner im elektrischen Ioniq 5 N populär gemacht haben.
Das Patent (US-12624755-B1) zeigt einen Wählhebel mit mehreren Schaltgassen, der keine mechanische Verbindung zu einem Getriebe hat. Im Automatikbetrieb stehen die Stellungen Drive, Reverse und Neutral zur Verfügung. Das Besondere an der Konstruktion ist die zusätzliche Kupplung: Wird sie betätigt, wird ein manueller Modus aktiviert – inklusive einer "Neutral"-Position, wenn der Hebel zwischen zwei Gängen steht.
Hyundai ist nicht der erste Hersteller, der die Idee verfolgt, Getriebe- und Bedienkonzepte zu kombinieren. Koenigseggs Light Speed Transmission und das Engage Shift System sind sehr ähnlich und vereinen eine Neungang-Automatik sowie eine Sechsgang-Handschaltung in einem Getriebe. Auch Porsche hat ein eigenes Patent für einen Getriebe-Wählhebel angemeldet, der im manuellen oder automatischen Modus arbeiten kann.
Software und Code ersetzen immer schneller die mechanischen und haptischen Eigenschaften, die viele von uns an Autos lieben. Aber wenn es sich am Ende genauso anfühlt, spielt es dann überhaupt eine Rolle? Zumal unser Kopf den Unterschied eh kaum wahrnimmt.
Wenn Hyundais Fake-Schalthebel am Ende so unauffällig funktioniert wie die künstlichen Motorgeräusche oder die simulierten Gangwechsel, die heute viele längst akzeptieren, dürfte es in der Praxis kaum jemanden stören. Schließlich geht es um das "Feeling". Ob es tatsächlich kommt, bleibt abzuwarten, denn Patente werden gerne mal angemeldet und verweilen dann einfach in der Schublade. Zutrauen würden wir es Hyundai aber allemal.
Quelle: United State Patent and Trademark Office via Autoblog
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