Die offene Vette bietet genauso viel Kofferraum wie das Coupé, kostet 7.500 Dollar mehr

Knapp dreieinhalb Monate nach der pompös inszenierten Vorstellung seiner neuen Corvette C8 Stingray präsentiert uns Chevrolet nun - etwas weniger pompös - die Cabrio-Variante der komplett umgekrempelten Sportwagen-Legende. Allerdings geht die offene Variante in Sachen Premieren noch steiler als das Coupé. Sie ist nämlich nicht nur das erste Corvette Convertible mit Mittelmotor, sondern kommt zum allerersten Mal in ihrer 66-jährigen Geschichte mit einem festen Klappdach. 

Nur falls Sie es vergessen haben sollten: Als die Vette 1953 debütierte, war sie ausschließlich als Cabrio erhältlich. Entsprechend ernst scheint man das Thema bei Chevy zu nehmen. Die 2020er Mittelmotor-Corvette Stingray sei in erster Linie als Cabriolet entwickelt worden, heißt es von den Amerikanern. Die Struktur des Coupés und dessen Nutzung von hochfesten Druckguss-Teilen würden für das Cabrio übernommen. Auch das neue Falt-Hardtop wurde so entwickelt, dass es keine Platz-Einbußen gibt. Wie im Coupé soll man auch im Kofferraum der offenen Stingray zwei Golftaschen unterbringen können. Unter der vorderen Haube soll zudem genug Raum für einen kleinen Trolly und eine Laptop-Tasche sein.  

"Von Anfang an war es unser Ziel, dass die Kunden keine Kompromisse bei der Funktionalität, der Performance oder dem Komfort eingehen müssen, wenn sie sich für das Hardtop-Cabrio entscheiden", sagt Corvette-Engineering Manager Josh Holder. "Wir haben es geschafft, das Design-Thema, die außergewöhnliche Ladekapazität und die Track-Tauglichkeit des Coupés beizubehalten."

Das zweiteilige Verdeck öffnet und schließt mit Hilfe von gleich sechs Elektromotoren in 16 Sekunden und das bis zu Geschwindigkeiten von 50 km/h. Optisch sind die Unterschiede zwischen Coupé und Cabriolet relativ gering. Lediglich im Bereich der Motorabdeckung gibt es Unterschiede. Wo man den 6,2-Liter-V8 bei der geschlossenen Variante hinter Glas und Lüftungsschlitzen bestaunen kann, gibt es beim Cabrio eine geschlossene Abdeckung inklusive übereinanderliegender Lufteinlässe zur Kühlung des Mittelmotors. Links und rechts davon befinden sich zwei auffällige "Höcker", die wie das anschließende Dach in Wagenfarbe oder Carbon-Flash Metallic lackiert werden können. Sie sollen an die Gehäuse erinnern, die man für Kampfjet-Motoren benutzt und dabei helfen, Luftströme vom Cockpit fernzuhalten. Zwischen ihnen befindet sich eine kleine Glasscheibe, die elektrisch rauf- und runtergefahren werden kann. Schließlich wäre es eine Schande, wenn man nur bei offenem Verdeck in den vollen Akustik-Genuss des frei saugenden V8 kommen würde.

Laut Chevrolet erreicht das Cabriolet dank der Dachkonstruktion und dem Heckspoiler, der auch beim Z51 Performance-Paket verwendet wird, die gleichen Auftriebswerte wie die geschlossene C8. Außerdem wurden Federn und Dämpfer angepasst, um "nahezu die gleiche Performance zu erreichen wie das Coupé. Wie viel schwerer die offene Corvette ist, verrät der Hersteller aktuell aber noch nicht. Antriebsseitig bleibt es beim einzigen Achtzylinder-Sauger im Segment. Der 6,2-Liter-Small Block bringt es auf 500 PS und 637 Nm. Über eine Achtgang-Doppelkupplung geht die Kraft an die Hinterräder. Das Coupé soll er in unter drei Sekunden auf 100 km/h beschleunigen. Die Werte für das C8 Cabrio dürften ähnlich ausfallen. 

Chevrolet hat angekündigt, dass die offene Version 7.500 Dollar mehr kosten werde als die Coupé-Basis-Version LT1 Stingray. Selbige wird es in den Staaten ab 59.995 US-Dollar, also knapp 54.000 Euro plus Steuern, geben. Die Fertigung der C8 Stingray beginnt Ende 2019. Das Cabrio wird ab dem Ende des ersten Quartals 2020 gebaut.

Bildergalerie: Corvette C8 Stingray Cabrio 2020