US-Sportwagen-Legende bekommt 495 PS starken V8-Sauger

Chevrolet hat die neue Corvette bei einem Event im kalifornischen Tustin vorgestellt. Erstmals erhält die neue Version C8 der US-amerikanischen Sportwagen-Ikone einen Mittelmotor. Das bisherige Konzept mit Frontmotor sei an seine Leistungsgrenzen gestoßen, sagte General-Motors-Präsident Mark Reuss.

„In puncto Komfort und Fahrspaß sieht das neue Modell nach wie vor aus wie eine Corvette und fühlt sich auch so an", verspricht Reuss. „Die Fahrleistungen übertreffen jedoch die aller Vorgängermodelle in der bisherigen Geschichte der Corvette.“

Das neue Mittelmotor-Layout bewirkt, dass der Schwerpunkt nach hinten rutscht, was die Längsdynamik genauso verbessert wie die Querdynamik, so GM. Bei Modellen mit Z51-Paket soll so ein Normsprint in unter drei Sekunden möglich sein. Zu den weiteren Vorteilen gehören eine bessere Sicht auf die Fahrbahn, da die Fronthaube nun tiefer liegt. Auch die Alltagstauglichkeit profitiert: Die neue Corvette hat zwei Kofferräume, die zusammen 357 Liter Stauraum bieten.

Äußerlich wird das Mittelmotorkonzept durch veränderte Proportionen deutlich, doch der Wagen ist aber nach wie vor klar als Corvette erkennbar.

Chevrolet Corvette C8

Der Motor wird wie ein Ausstellungsstück in einer Vitrine platziert; er ist er durch ein großes Fenster von außen sichtbar:

Chevrolet Corvette C8

Für den Antrieb sorgt eine neue Generation des bekannten 6,2-Liter-Small-Block-Motors, des einzigen V8-Saugers in diesem Segment. Bei Ausstattung mit dem optionalen Sportauspuff bringt er 495 PS und 637 Newtonmeter. Das LT2-Aggregat wird mit Chevrolets erstem Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe gepaart. Das Getriebe erkennt den Fahrstil und passt die Gangwahl entsprechend an. Manuelle Eingriffe sind über Schaltwippen möglich. Besonderheit: Der Fahrer kann durch gleichzeitiges Festhalten beider Schaltwippen sogar das Auskuppeln. Der elektrische Wählhebel enthält zwei Zugschalter für „Reverse“ und „Drive“ sowie Tasten für „Park, Neutral und Low/Manual“. Der erste Gang ist für den Ampelstart besonders kurz ausgelegt, die Gänge 2 bis 6 sind eng gestuft, was den Motor auf der Rennstrecke im höchsten Leistungsbereich hält. Länger übersetzte siebte und achte Gänge sorgen für entspannte Langstreckenfahrten.

Die Corvette Stingray ist gleichzeitig auf Fahrkomfort und gutes Handling auf der Rennstrecke ausgelegt, so der Hersteller. Keine Corvette soll jemals so komfortabel, agil und dabei gleichzeitig vollkommen stabil gefahren sein.

Chevrolet Corvette C8

Zu den Fahrwerkseigenschaften gehört eine Vorderachsanhebung in knapp drei Sekunden. Dadurch wird die Bodenfreiheit um etwa vier Zentimeter erhöht und das Auto vor Bodenwellen und ähnlichem geschützt. Das System arbeitet bei Geschwindigkeiten bis 38 km/h und lässt sich auch automatisch aktivieren, wozu man bis zu 1.000 Orte festlegen kann, wo die Achse angehoben werden soll. Ein Front-Splitter und ein zweiteiliger Heckspoiler sorgen zusammen für bis zu zirka 180 Kilogramm mehr Abtrieb und gleichzeitig verbesserten Grip in Kurven. Optional gibt es eine verbesserte Magnetic Ride Control. 

Ein Z51 Performance Package macht die neue Corvette Stingray noch sportlicher. Dazu gehört eine "Performance-Aufhängung" mit manuell verstellbaren Gewindefedern und größere Bremsscheiben. Auch eine verbesserte Kühlung, eine spezifische Achsübersetzung und eine andere Auspuffanlage gehören zu dem Paket.

Bei den Fahrmodi wurden die Auswahlmöglichkeiten von vier auf sechs erweitert. Zu Weather, Tour, Sport und Track kommen nun noch MyMode (individuelle Einstellungen) und Z Mode (aktivierbar über einen „Z“-Knopf am Lenkrad, ermöglicht spezifische Veränderungen von Motor- und Getriebeeinstellungen).

Chevrolet Corvette C8

Zu den Hightech-Elementen gehören die Fähigkeit zu Over-the-Air-Updates, ein neues Infotainment-System, eine dazulernende Spracherkennung und ein konfigurierbares 12-Zoll-Instrumentendisplay.

Weitere Features umfassen eine Memory-Funktion für die Einstellung der Vordersitze, eine Lenkradheizung und zwei Bose-Audio-Systeme. Der „Performance Data Recorder“ (PDR) wurde durch eine HD-Kamera aufgewertet. Damit lassen sich Fahrten auf der Rundstrecke, aber auch Strecken zwischen zwei Punkten auf der Straße aufzeichnen. 

Zu den Individualisierungsoptionen gehören nicht nur zwölf Fahrzeugfarben, sondern auch sechs Interieur-Farbmotive, sechs Gurtfarben, zwei optionale Nahtfarben (Gelb und Rot) sowie drei verschiedene Sitze.

Produktionsstart der US-Versionen der neuen Corvette Stingray ist Ende 2019. Der Preis wurde noch nicht bekannt gegeben. Auch Information zu europäischen Versionen gibt es bislang noch nicht.

Bildergalerie: Chevrolet Corvette Stingray (2019)