Neuer Audi A6 Allroad (2026): Offroad-Schub mit V6-TDI
Er sieht absolut scharf aus und soll mehr im Gelände können - wir haben alle Infos, Motoren und Preise
Der Audi A6 allroad gehört seit 1999 zu den festen Größen unter den gehobenen Allroad-Kombis. Seitdem besetzt er die Nische zwischen klassischem Business-Kombi und SUV. Mit der heute vorgestellten fünften Generation geht man so sexy in den Schlamm (oder eher in den Staub) wie noch nie. Der neue A6 allroad geht brutal in die Breite, kommt erstmals als PHEV und erhält zahlreiche exklusive Fahrwerks- und Offroad-Funktionen.
Deutlich eigenständiger als bisher
"Ja sapperlot" dachten wir uns beim ersten Betrachten der Bilder, "da hat einer aber alle seine Vitamine geschluckt". Während sich frühere Allroad-Generationen optisch oft nur durch Kunststoffbeplankungen und etwas mehr Bodenfreiheit vom jeweiligen A6 Avant unterschieden, geht Audi beim neuen Modell deutlich weiter. Erstmals erhält der A6 allroad einen ausgeprägten Breitbau.
Die Karosserie wächst gegenüber dem normalen A6 Avant um stattliche 111 Millimeter in die Breite. Auch die Spurweiten legen kräftig zu. Es steht dem Halb-SUV ganz hervorragend. Schauen Sie nur mal auf die Öffnung hinter den Vorderrädern.
Bildergalerie: Audi A6 Allroad (2026)
Unterstützt wird dieser Eindruck durch die serienmäßigen 19-Zoll-Räder, die optional bis auf 21 Zoll anwachsen können. Erinnern Sie die Räder auf den Fotos nicht auch ein bisschen an die des neuen Supercars Nuvolari? Wir hörten zuletzt, der neue Design-Chef Massimo Frascella, habe nochmal Hand ans nahezu fertige Auto gelegt. Geschadet hat es offensichtlich nicht.
Neu und ziemlich markant beim Allroad: Hexagonale Strukturen prägen den Singleframe-Grill, die seitlichen Lufteinlässe sowie den Heckbereich. Neu gestaltete Unterfahrschutzelemente, deftige Seitenschweller und schicke Radhausverkleidungen sorgen für den gewünschten Offroad-Look.
Auch bei den Proportionen unterscheidet sich der Allroad vom Avant. Die Bodenfreiheit wächst um 34 Millimeter, die Karosserie steht zusätzlich 16 Millimeter höher als beim Vorgänger.
Luftfederung mit echten Offroad-Fähigkeiten
Die wohl wichtigste technische Besonderheit des A6 allroad bleibt das serienmäßige Luftfederfahrwerk. Es wurde speziell für ihn entwickelt und bietet mit 55 Millimetern Verstellbereich deutlich mehr Spreizung als das optionale Luftfahrwerk des normalen A6 Avant.
Im Alltag fährt der Allroad wie erwähnt bereits 34 Millimeter höher als sein Kombi-Pendant. Wer ins Gelände fährt, kann über die Fahrprogramme „offroad“ und „offroad+“ weitere 15 Millimeter Bodenfreiheit aktivieren. Zusätzlich steht eine Lift-Funktion zur Verfügung, die die Karosserie nochmals um 20 Millimeter anhebt. Damit ergibt sich Spielraum für Schotterpisten, Waldwege oder verschneite Passstraßen.
Audi A6 Allroad (2026)
Interessant ist vor allem der neue Modus "offroad+". Hier greift Audi tiefer in die Fahrdynamikregelung ein. Die Antriebsschlupfregelung erlaubt mehr Radschlupf für bessere Traktion auf losem Untergrund, die elektronische Differenzialsperre arbeitet früher und intensiver, und auch die Schaltstrategie der Siebengang-Doppelkupplung wird angepasst. Die Gänge werden länger gehalten, um die Kraftentfaltung im Gelände konstanter zu gestalten.
Passend dazu erhält der Allroad erstmals eine spezielle Offroad-Anzeige im MMI-System. Dort werden Neigungswinkel, Fahrwerkshöhe, Lenkwinkel, Kompassdaten und geografische Koordinaten dargestellt.
Optional oder serienmäßig Allradlenkung
Zum Allroad-Konzept gehört natürlich auch weiterhin der permanente Allradantrieb. Neu ist jedoch die nochmals überarbeitete Fahrwerksabstimmung. So wurde die Progressivlenkung gegenüber dem Vorgänger deutlich versteift. Änderungen an Lenkgetriebe, Querlenkerlagern und Vorderachsgeometrie sollen für ein direkteres Ansprechverhalten und mehr Rückmeldung sorgen.
Dazu kommt eine Allradlenkung. Beim Plug-in-Hybrid gehört sie zur Serienausstattung, beim V6-Diesel ist sie optional erhältlich. Bei niedrigen Geschwindigkeiten schlagen die Hinterräder bis zu fünf Grad entgegen der Vorderräder ein. Das reduziert den Wendekreis um bis zu einen Meter. Bei höherem Tempo lenken die Hinterräder dagegen gleichsinnig mit und erhöhen die Fahrstabilität.
Erstmals als Plug-in-Hybrid
Wie schon in den normalen A6-Varianten wird es auch beim Allroad die Option auf Plug-in-Hybrid geben. Allerdings kommt der PHEV im hohen A6 tatsächlich erstmalig zum Einsatz. Die Kombination aus einem 2,0-Liter-TFSI mit 252 PS und einem Elektromotor mit bis zu 105 kW ergibt eine Systemleistung von 367 PS sowie 500 Nm Drehmoment. Der Sprint auf 100 km/h gelingt in 5,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h.
Die Hochvoltbatterie speichert netto 20,7 kWh Energie und ermöglicht laut Audi bis zu 95 Kilometer elektrische Reichweite nach WLTP. Geladen wird dreiphasig mit bis zu 11 kW Wechselstrom. Eine Vollladung dauert etwa zweieinhalb Stunden. Das Hybridmanagement bietet die Modi EV und Hybrid. Zusätzlich kann der Fahrer übers Infotainment einen gewünschten Batterieladestand festlegen. Die Rekuperation lässt sich über Schaltwippen am Lenkrad in mehreren Stufen einstellen.
Wieder mit V6-TDI
Freunde des Diesels dürfen indes aufatmen. Trotz Elektrifizierung bleibt Audi seinem traditionellen Allroad-Rezept treu. Zur Markteinführung gibt es weiterhin einen Dreiliter-V6-TDI. Zuletzt fuhren wir das neue Aggregat bereits kurz in der A6 Limousine und waren durchaus angetan.
Der Sechszylinder leistet 299 PS und entwickelt 580 Nm Drehmoment. Unterstützt wird er von Audis neuer MHEV-plus-Technologie. Neben einem Riemenstartergenerator kommt ein Triebstranggenerator zum Einsatz, der bis zu 24 zusätzliche PS beisteuern und bis zu 25 kW rekuperieren kann.
Der Diesel beschleunigt in 5,4 Sekunden auf 100 km/h und erreicht ebenfalls 250 km/h Spitze. Gleichzeitig steigt die Anhängelast auf bis zu 2,5 Tonnen – rund 400 Kilogramm mehr als beim normalen A6 Avant.
Innen edler?
Im Interieur mangelte es der neuen A6-Generation zum Start ein wenig am Premium-Ambiente. Ob man beim A6 allroad hier bereits ewtas nachschleifen konnte, wird der erste Test zeigen. Es bleibt beim Bildschirm-Trio aus 11,9-Zoll-Instrumenten, 14,5-Zoll-Infotainment und 10,9-Zoll-Beifahrer-Display.
Audi hebt zudem eine "sehr gute Geräuschdämmung sowie zahlreiche Komfortausstattungen, darunter Individualkontursitze mit Lüftungs- und Massagefunktion, eine Vier-Zonen-Klimaautomatik sowie ein Luftqualitätpaket" hervor. Dazu kommen ein dimmbares Panoramaglasdach, variable Rücksitzeinstellungen, eine Dachreling und ein optionaler Dachkorb.
Der (noch) schärfste A6 der aktuellen Generation
Mit dem neuen A6 allroad schärft Audi das Profil seines Offroad-Kombis deutlich stärker als bisher. Der Breitbau sorgt für mehr Eigenständigkeit gegenüber dem A6 Avant, die Luftfederung bietet mehr Verstellweg und die neuen Offroad-Modi erhöhen die Geländetauglichkeit spürbar. Zudem dürfte er - zumindest bis zum Erscheinen des neuen RS 6 - die attraktivste A6-Variante sein.
Bestellbar ist der neue Audi A6 allroad ab dem 18. Juni 2026. Die Markteinführung erfolgt im Herbst. Die Preise starten bei 77.250 Euro für den V6 TDI, der neue Plug-in-Hybrid kostet mindestens 80.250 Euro.
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