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Mazdas Hot Take: Große Bildschirme lenken Fahrer weniger ab als Tasten

Die Japaner verteidigen ihre Entscheidung, dem CX-5 ein großes Display auf Kosten von Tasten zu geben

2026 Mazda CX-5 First Drive Review
Bild von: Anthony Alaniz / Motor1

Mazda verteidigt seine Entscheidung, das Infotainment-System des CX-5 mit dem Generationswechsel deutlich vergrößert zu haben. Nicht unbedingt die großzügige 15,6-Zoll-Diagonale des Touchscreens ist hier für viele das Problem, sondern vielmehr, dass das Armaturenbrett fast vollständig ohne physische Tasten auskommt. Viele werfen dem Autobauer vor, hier gehe es vor allem ums Sparen, doch laut Mazda haben auch andere Gründe eine Rolle gespielt.

Matthew Valbuena, Mazdas Projektmanager für In-Vehicle-Technologien und Mensch-Maschine-Schnittstellen, sagte Motor1 bereits im Februar, das Unternehmen sei „darauf fokussiert, Ablenkungen für den Fahrer zu minimieren“. Im Juli 2025 erklärte Tamara Mlynarczyk, Managerin Public Affairs bei Mazda North American Operations, in einem Statement, die neue Bedienlogik sei „auf Basis von Kundenfeedback“ entstanden.

Nun bekräftigt ein weiterer Verantwortlicher Mazdas Entscheidung für ein stark bildschirmorientiertes Cockpit im CX-5. Im Gespräch mit dem australischen Magazin Drive erklärte CX-5-Programmmanager Koichiro Yamaguchi, warum ein großer Bildschirm aus seiner Sicht sicherer sein könne als klassische Bedienelemente. Es klingt zunächst kontraintuitiv, doch an der folgenden Aussage ist etwas dran:

Bild von: Anthony Alaniz / Motor1

Mazda erklärt, warum ein Bildschirm sicherer sein soll

„Die Klimaanlage lässt sich mit einem Finger bedienen, und wenn wir dafür eine physische Taste vorsehen müssten, wäre die weiter unten positioniert. Dann muss der Fahrer nach unten schauen, und [dort sind] 15 ähnlich aussehende Schalter. Das bedeutet, dass man eher nach unten blickt und den richtigen Knopf auswählen muss – tatsächlich muss der Fahrer dafür [die Augen] von der Straße nehmen. Stattdessen ist es besser, diese Bedienung auf dem Bildschirm zu haben – um diese Veränderung [Ablenkung] zu minimieren.“

Allerdings sorgt Muskelgedächtnis dafür, dass sich Tasten und Drehregler häufig bedienen lassen, ohne den Blick von der Straße zu nehmen. Es dauert zwar, bis man die Positionen verinnerlicht hat, dann allerdings lassen sich klassische Bedienelemente mit minimaler Ablenkung nutzen.

Zu Mazdas Verteidigung sei erwähnt: Häufig genutzte Funktionen, etwa die Klimaeinstellungen, sind am unteren Rand des Bildschirms angeheftet. Yamaguchi ließ zudem die Tür für die Rückkehr weiterer „klassischer“ Tasten in künftigen Modellen offen – allerdings nur, wenn entsprechendes Kundenfeedback dies nahelegt.

Der CX-5 ist nicht das einzige Mazda-Modell, das diesen Weg geht: Auch die elektrischen 6e und CX-6e setzen auf minimalistische Cockpits, dominiert von großen Infotainment-Displays. Diese beiden Modelle basieren jedoch auf chinesischen Fahrzeugen – und es ist bekannt, dass Kunden in China große Bildschirme bevorzugen.

Fahrbericht: Mazda CX-5 (Modelljahr 2026)


Motor1 meint: Ob Team Bildschirm oder Team Taste – auf einen Punkt können sich wohl alle einigen: Mazda hätte es fast allen recht machen können, wenn die Klimabedienung als klassische Tastenleiste erhalten geblieben wäre, getrennt vom Infotainment. Die Schalterlandschaft aus den heckgetriebenen SUV-Modellen der Marke (ab CX-60 aufwärts) in Kombination mit permanent verfügbarer Touch-Funktionalität hätte die ideale Balance ergeben.

Rückblickend sah Mazda das 2019 beim Start des Mazda3 noch ganz anders. Damals zeigte eine Untersuchung Folgendes:

„Wenn ein Fahrer in einem Fahrzeug nach einer Touchscreen-Oberfläche greift, übt er unabsichtlich ein Drehmoment auf das Lenkrad aus, und das Fahrzeug driftet aus seiner Spurposition. Und natürlich muss man bei einem Touchscreen auf den Bildschirm schauen, während man ihn berührt.“

Wie sich die Zeiten geändert haben.