Test 718 Boxster: Kann Porsche auch Vierzylinder-Turbo?

Derzeit gibt es wohl durchaus schönere Jobs, als Motorenentwickler bei Porsche zu sein. Da konstruiert man sich einen Wolf und wirft mit technischen Kabinettstücken nur so um sich, damit man die eigenen Sportwagen emissions- und akzeptanztechnisch fit für die Zukunft macht, und dann hauen einem allerlei Journalisten, Enthusiasten und anderweitige Experten das Ergebnis um die Ohren, dass es nur so raucht. Bevor sie angeprangertes Ergebnis auch nur einen Meter bewegt haben, versteht sich. Ganz besonders arg und dramatisch hat sich die allgemeine (Internet-) Diskussion beim neuen Porsche 718 Boxster entwickelt. Downsizing und Turboaufladung mögen sogar in Zuffenhausen mittlerweile ein alter Hut sein, aber der Verzicht auf zwei der geliebten sechs Zylinder – da hört der Spaß endgültig auf.

Die Stunde der Wahrheit
Natürlich hat man bei Porsche PR-mäßig alle Register gezogen: Der Le-Mans-Sieg 2015 wurde schließlich mit einem Vierzylinder eingefahren. Ach ja, und sollten Sie es noch nicht bemerkt haben: Der Boxster heißt jetzt 718 Boxster, wie der kleine Rennwagen, der in den 50er-/60er-Jahren mit einem – ja, richtig – Vierzylinder der weitaus stärkeren Konkurrenz das Leben zur Hölle machte. Die Zweifel bleiben natürlich trotzdem: Fährt das denn noch wie ein gescheiter Porsche? Und klingt das dann mit vier Töpfen nicht fürchterlich albern? Nun, die Stunde der Wahrheit ist da. Wir haben den neuen Boxster eineinhalb Tage gefahren. Und ich kann Sie beruhigen. Zumindest in weiten Tei...