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Hyundai Tucson Hybrid (2024) im Test: Alternative zum Diesel?
Kann das beliebte SUV auch nach dem Facelift überzeugen?

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Roland Hildebrandt 
Von: Roland Hildebrandt
16. Nov. 2024 um 09:22 Uhr
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Tucson ist beliebt. Weniger die gleichnamige Stadt in Arizona, sondern das nach ihr benannte SUV von Hyundai. Mit 17.335 Neuzulassungen war es zwischen Januar und Oktober 2024 das mit Abstand beliebteste Modell der Marke in Deutschland. Erstaunlich daran ist der geringere Diesel-Anteil. Hat die Kundschaft also recht, wenn Sie zum Benziner greift? Wir haben das Facelift mit Vollhybrid getestet.
Was ist das?
Nach wie vor gibt es für den Tucson nahezu die komplette Palette an Motor-Optionen, sprich: Sie kriegen ihn auch weiterhin als Benziner (mit und ohne 48-Volt-Mildhybridsystem), Hybrid oder Plug-in-Hybrid. Basis ist immer ein 1,6-Liter-Turbo-Benziner. Es bleibt bei den Ausbaustufen mit 150 PS und 180 PS. Der Hybrid kommt auf 230 PS Systemleistung, der Plug-in-Hybrid auf 265 PS.
Bildergalerie: Hyundai Tucson 1.6 T-GDI Hybrid (2024) im Test

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Quelle: Motor1.com Deutschland | F. Grass
Eine kleine Überraschung über die sich vor allem Freunde des Selbstzünders freuen werden: Hyundai bringt tatsächlich den Diesel zurück. Der 1.6 CRDi 48-Volt-Mildhybrid war ja im Oktober 2023 aus dem Programm genommen worden (auch das erklärt den geringen Diesel-Anteil), jetzt feiert das 136-PS-Aggregat Wiederauferstehung. Als weitere neue Variante folgte kürzlich der PHEV mit Vorderradantrieb. Bisher gab es den aufladbaren Tucson nur als Allradler. Der Vierradantrieb ist überdies auch für die Verbrenner und den Vollhybrid verfügbar.
Exterieur | Interieur | Antrieb | Fahreindrücke | Verbrauch/Preis | Fazit
Schnelle Daten Hyundai Tucson 1.6 T-GDI Hybrid FWD Motor Vierzylinder-Benziner, 1.598 ccm, 118 kW (160 PS); Elektromotor 48 kW (65 PS); Systemleistung 158 kW (215 PS) Getriebe Sechsgang-Automatik Drehmoment 367 Nm bei 1.000 bis 3.600 U/min Systemleistung Kofferraumvolumen 616 - 1.795 Liter Preis ab 40.240 Euro
Exterieur
Optik des Kompakt-SUVs. Schräg, mutig, unkonventionell, abgespaced? Nennen Sie es wie Sie wollen - der Erfolg gibt den Designers absolut Recht. In den bisherigen gut dreieinhalb Jahren Bauzeit wurden etwa 750.000 Exemplare produziert. Im Frühjahr 2024 erfolgte das übliche Facelift.
In Anbetracht der eigenständigen Optik des aktuellen Tucson ging man aber eher dezent vor. Von außen erkennt man das aufgefrischte Hyundai-SUV an neu gestalteten Stoßfängern, die in den ebenfalls neuen Unterfahrschutz übergehen. Außerdem wird der Kühlergrill künftig von größeren Tagfahrleuchten eingerahmt. Eindeutigstes Unterscheidungsmerkmal zum bisherigen Modell: Jetzt gibt es nur noch vier statt fünf Tagfahrleuchten im markanten Grill.

Hyundai Tucson 1.6 T-GDI Hybrid (2024) im Test
Foto: Motor1.com

Hyundai Tucson 1.6 T-GDI Hybrid (2024) im Test
Apropos Leuchten: Die Blinker hinten befinden sich weit unten im Stoßfänger. Hier hat man aus unserer Sicht etwaige Designgründe vor die Sicherheit gestellt. Bitte beim Nachfolger ändern! Im Alltag merkt man: Der Tucson ist ein ganz schöner Brocken, vor allem die Breite macht ihn nicht wirklich handlich. Wendig ist er definitiv nicht.
Abmessungen & Gewichte Hyundai Tucson 1.6 T-GDI Hybrid FWD Länge 4.510 mm Breite 1.865 mm Höhe 1.650 mm Radstand 2.680 mm Kofferraum 616 - 1.795 Liter Leergewicht 1.650 - 1.776 kg Zuladung 414 - 540 kg Stützlast 100 kg Anhängelast 1.360 kg
Interieur
Deutlich radikaler sind die Veränderungen im Innenraum. Diese sind zugegebenermaßen gewaltig. Im Prinzip erhält der Tucson mit der Überarbeitung einen komplett neuen Innenraum inklusive neu gestaltetem Armaturenbrett und zweier 12,3-Zoll-Displays im Stile des Ioniq 5.
Der neue Instrumententräger folgt einem horizontalen Layout und umfasst ein offenes Ablagefach. Die Gangwahl erfolgt jetzt per Schalthebel am Lenkrad – dadurch bleibt zwischen den Vordersitzen mehr Platz. Durch den Platzgewinn konnte die Armlehne neugestaltet werden. Leider erweist sich der tief montierte Schalthebel in der Praxis als eher unpraktisch, zu sehr wird er vom Lenkrad verdeckt. So neigt man öfters den Kopf zur Seite, um sicherzugehen, dass man die richtige Fahrstufe gewählt hat.



Hyundai Tucson 1.6 T-GDI Hybrid (2024) im Test
Foto: Motor1.com
Positiv hat uns der Touchscreen dahingehend gefallen, dass er in die Breite geht und so das Blickfeld nach vorne nicht einschränkt. Zudem hat Hyundai die virtuellen Bedienfelder recht übersichtlich gestaltet. Allerdings hat man inzwischen auch gemerkt, dass die Kundschaft bei Touchscreens nicht in Jubelstürme ausbrechen. Löblicherweise begegnen einem in Tucson noch diverse echte Tasten und Schalter samt Lautstärke-Drehknopf. Auch auf dem Lenkrad wird nicht getoucht. Gut so, zumal die generelle Bedienung eingängig ist.
Die verwendeten Materialien als auch die Verarbeitung sind als gediegen zu bezeichnen, um im nostalgischen Autotest-Sprech zu zitieren. Das Platzangebot ist vorne großzügig, im Fond aber bescheidener als bei vergleichbaren VW/Skoda-Modellen.
Antrieb
Bei vielen HEV und PHEV ist die für den Betrieb erforderliche Hochvoltbatterie von der normalen 12-Volt-Batterie des Fahrzeugs getrennt. Bei den HEV-Modellen von Hyundai sind die beiden Batterien in einer Einheit integriert und unter den Beifahrersitzen der zweiten Reihe installiert.
Der Tucson Hybrid ist mit einem Antrieb ausgestattet, der aus einem 1.6‑Liter-T-GDI-Motor mit 160 PS und einem 65 PS starken Elektromotor besteht. Der Hybrid-Antriebsstrang bezieht seine Leistung aus der Kombination des T-GDI-Motors und einer 1,49 kWh Lithium-Ionen-Polymer-Batterie. Beide Modelle sind mit Zwei- oder Allradantrieb erhältlich.

Hyundai Tucson 1.6 T-GDI Hybrid (2024) im Test
Foto: Motor1.com
Der Elektromotor und der Benzinmotor erzeugen im Tucson zusammen ein Systemleistung von 158 kW (215 PS), sowie ein Systemdrehmoment von 367 Nm. Als Vollhybrid und als Plug-in-Hybrid ist der Tucson außerdem mit einem individuell einstellbaren Bremsenergierückgewinnungssystem ausgestattet: Im Eco-Modus kann der Fahrer über die Schaltwippen am Lenkrad den Rekuperationsgrad dreistufig einstellen und so die optimale Balance aus Fahrkomfort und Kraftstoffeffizienz finden.
Zudem steht dem Fahrer auch der von den Hyundai Elektromodellen bekannte "AUTO"-Rekuperationsmodus zur Verfügung, bei dem sich die Stärke der Rekuperation unter anderem am vorausfahrenden Fahrzeug orientiert. One-Pedal-Fahren darf man nicht erwarten, aber es hilft, den Verbrauch zu senken.
Fahreindrücke
Aufgrund der verbauten Sechs-Gang-Automatik kennt der Tucson im Gegensatz zu anderen Hybriden keinen Gummiband-Effekt, einzig bei absolutem Bleifuß wird es lauter. Doch nötig ist der nicht, schon im Normalbetrieb ist ein guter Antritt feststellbar. Bei Tempo 130 gibt sich der Wagen laufruhig, hinzu kommt ein guter Abrollkomfort trotz der verbauten 19-Zöller.
Fahrleistungen Hyundai Tucson 1.6 T-GDI Hybrid FWD 0 - 100 km/h 8,2 Sek. Höchstgeschwindigkeit 186 km/h Verbrauch 5,7 - 5,9 Liter CO2-Emission 129 - 134 Liter
Bedingt durch das geringe Format des E-Motors fährt der Tucson Hybrid seltener elektrisch als etwa ein MG3 Hybrid+. Das kostet einige Zehntelliter beim Verbrauch, der dennoch nicht ausufert, wie wir noch sehen werden. Leider sehr nervig ist wie generell bei Hyundai die vorgeschriebene Tempolimitwarnung, wenigstens piepst sie nicht ständig. Als weiterer Nachteil kommt hier die unzuverlässige Verkehrszeichenerkennung hinzu. Hier sollte dringend nachgebessert werden.
Wie steht es mit der maximalen Anhängelast beim Hybrid? 1.360 Kilogramm dürfen an den Haken genommen werden. Das ist zwar nicht wenig, aber mit Blick auf Camping auch nicht viel. Allerdings bietet der Diesel ebenfalls "nur" 1.650 Kilogramm.

Hyundai Tucson 1.6 T-GDI Hybrid (2024) im Test
Foto: Motor1.com
Verbrauch/Preis
Zahlt sich der Hybrid an der Tankstelle aus? Auf der Langstrecke erzielten wir laut Bordcomputer 6,5 Liter, eine Fünf vor dem Komma ist aber selbst auf der Autobahn erzielbar. Wir rechnen im Fahrtenbuch nach, heraus kommt dort ein Wert von exakt 5,96 Liter auf 100 Kilometer. Für über 1,7 Tonnen Auto sehr ansehnlich.
Fehlt noch der Blick in die aktuelle deutsche Preisliste: Dort startet der Tucson Hybrid mit Frontantrieb bei 40.240 Euro, Allrad ist mangels Basisausstattung deutlich teurer. "Select" heißt sie beim Fronttriebler und bietet bereits eine gute Serienausstattung. Wir würden "Trend" für gut 3.000 Euro mehr empfehlen, schon aufgrund der inkludierten elektrischen Heckklappe und Lenkradheizung. Und ganz ehrlich: 18-Zoll-Felgen reichen. Die N-Line-Ausstattung unseres Testwagens trägt recht dick auf. Fünf Jahre Garantie gibt es immer.
Die SUV-Rivalen des Tucson:
MG HS Plug-in-Hybrid (2024) im Test: Buchstaben-Truppe
BMW X1 (2022) im Test: Was kann die Neuauflage?
Ein Blick zu DEM Hauptkonkurrenten alias VW Tiguan: Einen Vollhybrid gibt es hier nicht, leistungsseitig passt der 2.0 TSI mit 204 PS. Für ihn ruft man aber mindestens 48.175 Euro auf.
Fazit: 7,5/10
Ob man die Optik des Hyundai Tucson mag, ist jedem selbst überlassen. Unabhängig davon liefert er als Hybrid eine überzeugende Vorstellung ab. Abzüge gibt es für mangelndes Feintuning bei den Assistenzsystemen und eine nicht optimale Raumausnutzung. Auch an der Anhängelast sollte Hyundai arbeiten. Positiv ist das Preis-Leistungsverhältnis samt langer Garantie. Aber: Mit dem "normalen" 48V-Hybrid-Benziner mit 160 PS und DCT ist man kaum langsamer, spart jedoch fast 3.000 Euro in der Anschaffung.
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