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MG HS Plug-in-Hybrid (2024) im Test: Buchstaben-Truppe

Ist das SUV eine Alternative zu VW Tayron und Dacia Bigster?

MG HS (2025) im Test

Bild von: MG Motor

Roland Hildebrandt Roland Hildebrandt

Von: Roland Hildebrandt

2. Nov. 2024 um 10:00 Uhr

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Es klingt wie ein Song der Fantastischen Vier: ESP, TPMS, AEB, LKA, ISA/MSA, UDW, BSD, LKA, RCTA. Dabei handelt es sich nicht um Parteien, sondern um einen Auszug der vielen Assistenzsysteme, die der neue MG HS an Bord hat. Mit freundlichen Grüßen aus China. Auch beim Namen gab es buchstäbliche Änderungen: Der Plug-in-Hybrid mutiert in der zweiten Generation vom EHS zum HS, obwohl bei unserem Testwagen noch EHS am Heck prangte.

Was ist das?

Aber wie ließ Goethe schon seinen Faust sagen: Name ist Schall und Rauch. So ganz allerdings doch nicht, denn der historische Markenname MG hat bislang für die besten Verkaufszahlen einer chinesischen Marke in Deutschland gesorgt. Damit es so weiter geht, plant man für das Jahr 2025 mit bis zu 250 Händlern samt Werkstatt.

Bildergalerie: MG HS (2025) im Test

MG HS (2025) im Test

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Quelle: MG Motor

Denn es gibt immer mehr zu betreuen. Hier der neue MG 3, dort der neue ZS. Und eben die zweite Generation des HS. Mit Verbrennern. 1,5-Liter-Turbobenziner solo mit 170 PS, Schaltung oder Automatik oder der von uns getestete Plug-in-Hybrid mit 272 PS Systemleistung. Ein Diesel ist nicht vorgesehen.


Exterieur | Interieur | Antrieb | Fahreindrücke | Ausstattung/Preise | Fazit


Schnelle Daten MG HS PHEV (2024) Motor 1,5-Liter-Benziner 105 kW (142 PS) plus Elektromotor 135 kW (194 PS), 200 kW (272 PS) Systemleistung Getriebe Zweigang-Automatik Drehmoment 230 Nm (Benziner), 340 Nm (Elektromotor) Kofferraumvolumen 441 - 1.291 Liter Preis ab 39.990 Euro

Exterieur

Sehen wir uns den neuen MG HS genauer an. Schnittig ist er geworden, aber trotz markantem Verbrenner-Grill nicht unbedingt ein Gesicht in der Menge. Am auffälligsten ist noch die Haifischnase, alles andere glaubt man schon einmal gesehen zu haben. Heckseitig etwa bei den SUVs von Jaguar. Das muss ja nicht schlecht sein. Eher seltsam wirken die Trittbretter unterhalb der Türen.

MG HS (2025) im Test

Foto: MG Motor

MG HS (2025) im Test

Mit 4,67 Meter Länge befindet sich der HS im Segment von Toyota RAV4, Skoda Kodiaq sowie den beiden Neulingen Dacia Bigster und VW Tayron. Sieben Sitze bietet der MG jedoch nicht. Der Plug-in-HS hat schon an der Basis Parksensoren hinten samt Kamera, schaden tut das definitiv nicht. Wir würden jedoch schon wegen der guten 360-Grad-Kamera zur 2.000 Euro teureren Topausstattung "Luxury" greifen. Immer serienmäßig sind 19-Zoll-Alufelgen.

Abmessungen MG HS PHEV (2024) Länge 4.670 mm Breite 1.890 mm Höhe 1.663 mm Radstand 2.765 mm Kofferraum 441 - 1.291 Liter Leergewicht 1.930 kg Zuladung 400 kg Stützlast nicht bekannt Anhängelast 1.500 kg

Interieur

Erster Eindruck nach dem Einstieg: Alles wirkt gediegen-modern, ohne zu verspielt zu sein. Die Materialauswahl überzeugt und kann mit VW mithalten. Hier wie dort ist nicht alles Chrom, was glänzt. Lediglich einige der Knöpfe und Schalter könnte man präziser einpassen. Typisch für MG sind die unklar definierten Tasten auf dem Lenkrad wie auch die zu kleinen Buchstaben am Getriebewählhebel. Typisch chinesisch ist die den Fahrer anglotzende Kamera. Auf sie werden wir später noch zu sprechen kommen. 

Auffallend ist das in einem Stück fließende Zentraldisplay aus zwei 12,3-Zoll-Bildschirmen. Es gefällt mit guten Darstellungen inklusive einer Karte hinter dem Lenkrad. Das Platzangebot im Fond ist ordentlich, wenngleich nicht ganz so opulent wie bei Skoda oder VW. Gleiches gilt für den 441 bis 1.291 Liter großen Kofferraum. (507 bis 1.484 Liter sind es beim reinen Benziner.) Für das gute Raumgefühl sorgt aber auch eine Breite von 1,89 Meter ohne Außenspiegel. Besitzer von Normgaragen sollten also besser abmessen. 

MG HS (2025) im Test

Foto: MG Motor

Antrieb

Wie bereits erwähnt, steckt unter dem Blech unseres Probanden ein Plug-in-Hybrid. Im Detail: Ein 1,5 Liter großer Benziner mit 105 kW (142 PS) Leistung plus ein Elektromotor mit 135 kW (194 PS). Dabei schöpft der E-Motor aus dem Energiegehalt einer recht großen 21,4-kWh-Batterie, die von einem 61-kW-Generator gespeist wird. Wir blicken vor Fahrtantritt auf die Instrumente: 99 Kilometer Reichweite des Akkus, dazu 615 Kilometer des dreiviertel vollen Tanks.

MG HS (2025) im Test

Foto: MG Motor

Auf einen CCS-Anschluss verzichtet MG leider, mehr als 6,6 kW per Typ 2-Stecker sind nicht drin. Gänzlich leerfahren kann man den Akku laut Hersteller übrigens nicht, ein kleiner Rest ist immer drin. Vermutlich auch, weil er HS PHEV oft im Hybridmodus rekuperiert.

Fahreindrücke

Was uns direkt zum eigentlichen Fahrbericht führt: Insgesamt sechs Fahrmöglichkeiten sind laut MG im Zusammenspiel der Technik samt Zweistufen-Automatik möglich. Darunter reiner Elektrobetrieb oder Parallelbetrieb von Benzin- und Elektromotor.  In der Praxis bedeutet das ein leises Vorankommen, oftmals bleibt die Drehzahl des Verbrenners dank der Elektrounterstützung bei 1.400 U/min. Oft ist man im Hybrid-Modus unterwegs, in ihrer höchsten Stufe ist die Rekuperation fleißig am Werk. Auch unter Last wirkt der HS nicht angestrengt, ein Gummibandeffekt bleibt aus. Erst ab Tempo 150 dringen deutliche Windgeräusche ans Ohr.

Fahrleistungen MG HS PHEV (2024) 0 - 100 km/h 6,8 Sek. Höchstgeschwindigkeit 190 km/h Verbrauch 21,8 kWh/100 km (Strom, WLTP), 0,5 Liter/100 km (Benzin, WLTP), 5,9 Liter (bei entladener Batterie (WLTP) CO2-Emission 14 g/km CO2 (WLTP); 131 g/km CO2 bei entladener Batterie (WLTP)

An der Hinterachse rollt der 1,9 Tonnen schwere Wagen für unseren Geschmack etwas zu straff ab. Was uns aber viel mehr genervt hat, sind die Assistenzsysteme. Penetrante Pieperei und Bimmelei ist eher die Regel denn die Ausnahme. Auf die Spitze treibt es die schon erwähnte Fahrer-Kamera. Fünf Sekunden zu lange einen Radiosender gesucht und schon kommt die Ermahnung, sich doch bitte aufs Fahren zu konzentrieren. Sobald man nicht wie auf einem Polizeifoto in die Kamera starrt, meckert "Big Brother" einen an. Gottseidank lässt sich die Kamera auch für die Fahrt deaktivieren. 

MG HS PHEV (2024): Die auf den Fahrer gerichtete Kamera

MG HS PHEV (2024): Die auf den Fahrer gerichtete Kamera

Foto: Roland Hildebrandt

Wesentlich sympathischer ist der Blick auf den Bordcomputer nach rund 100 Kilometer Testfahrt: 5,0 Liter Verbrauch im schnitt und noch 61 Prozent Rest in der Batterie. MG gibt für den Verbrauch mit entladener Batterie 5,9 Liter an. 

Ausstattung/Preise

Wie bei fast allen Modellen von MG schlägt hier auch für den HS die große Stunde. Der reine Benziner beginnt in Deutschland mit manuellem Getriebe und ordentlicher Serienausstattung bei 27.990 Euro, mit Automatikgetriebe sind es 2.000 Euro mehr. Der Plug-in-Hybrid liegt zwischen 39.900 und 41.990 Euro. Hinzu kommt eine Garantie von sieben Jahren oder 150.000 km, beim PHEV auch auf Batterie und Motor.   

MG HS (2025) im Test

Foto: MG Motor

Das ist durchaus eine Kampfansage an die Konkurrenz. Der neue VW Tayron Life 1.5 eHybrid mit 150 kW (204 PS) Systemleistung kostet 53.425 Euro, ein Toyota RAV4 Plug-in-Hybrid mit 225 kW (306 PS) mindestens 52.790 Euro. Die Preise des Dacia Bigster sind noch nicht bekannt.

Fazit: 8/10

Abgesehen von übereifrigen Assistenzsystem hat MG mit dem neuen HS ein gutes und günstiges Paket für die SUV-Mittelklasse geschnürt. Bei den Themen Platz und Antrieb gibt sich der HS keine Blöße. Allerdings würde uns noch eine Fahrt im reinen Verbrenner interessieren. So oder so gilt der ganz alte Slogan von Ford: Viel Auto fürs Geld. Ob man zu einem Auto aus China greifen möchte, soll jeder für sich selbst entscheiden. Aber man muss es auch klar sagen: Ein VW ist ziemlich teuer geworden.

Andere Modelle der Marke im Test:

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