Wie preisgünstig ist das kleine Korea-SUV?

SUVs bleiben im Trend, da beißt die Maus keinen Faden ab. Aber muss der Wunsch nach höherer Sitzposition gleich zu einer Eigentumswohnung auf Rädern führen? Keineswegs, denn immer mehr Autohersteller bringen Kleinwagen-SUVs mit verkehrsgerechten Abmessungen auf den Markt. Seit 2017 gibt es den Kia Stonic als Cousin des Rio. Leider sieht man den optisch ansprechenden Stonic gefühlt relativ wenig in der Öffentlichkeit. Um das zu ändern, bereichert nun ein Kia Stonic 1.6 CRDi für drei Monate im Testwagen-Fuhrpark von Motor1.com Deutschland.

Betrachten wir uns zunächst die Abmessungen: 4,14 Meter ist der Stonic lang, dazu 1,52 Meter hoch und 1,76 Meter breit. Der Radstand beträgt 2,58 Meter. Wie die Modellbezeichnung bereits verrät, arbeitet unter der Haube ein 1,6-Liter-Diesel, er liefert hier 136 PS. Noch mehr technische Daten finden Sie unten am Ende des Textes.

Apropos Technik: Die Besonderheit von F-PR 1194 ist sein "Uplift Kit", das Kia zusammen mit den Fahrwerksspezialisten von H&R entwickelt hat. Die vorderen Federn sind rund drei Zentimeter höher als in der Serie, hinten sind es gut zwei Zentimeter. 109 Euro zuzüglich Einbau kostet das für Neuwagen als Zubehör, man kann es auch bei bereits gekauften Fahrzeugen nachrüsten. Nun mag man einwerfen: Warum nicht gleich so ab Werk von Beginn an? Nun, nicht jeder braucht solch eine Höherlegung zwingend, zumal nur die allerwenigsten der stets allradlosen Stonic jemals jenseits von Feldwegen unterwegs sein werden. So eingesaut wie auf unseren Bildern dürfte kaum ein Stonic irgendwann sein. (Falls Kia hier mitliest: Wir haben unser Exemplar natürlich später artig gewaschen ...) Fest steht: Die Bodenfreiheit von serienmäßigen 165 Millimeter (15-Zoll-Felgen) bis 183 mm (17 Zoll) wächst deutlich an, was auf schlechten Straßen oder im groben Geläuf hilfreich ist.

Kia Stonic (2019) mit Uplift Kit im Motor1-Dauertest

Lassen Sie uns über Preise reden: 26.890 Euro plus 300 Euro für die Lackierung in "Signalrot Metallic" plus "Auroraschwarz Metallic" als Kontrastfarbe kostet unser getesteter Stonic 1.6 CRDi ab Werk. Macht 27.190 Euro unter dem Strich. Wahrlich kein Pappenstiel, aber der Wagen hat den stärksten Motor unter der Haube sowie die Topausstattung "Platinum Edition". Hier ist alles an Ausstattung drin, was beim Stonic geht. Wer kein Kontrastdach braucht, bekommt sogar Metallic ab Werk inklusive.

Spurwechselassistent mit Totwinkelwarner, Querverkehrswarner beim Ausparken, Klimaautomatik, Navi, Lenkrad- und Sitzheizung oder auch eine Rückfahrkamera: Alles drin, alles dran. Leider gibt es aber einige Dinge nicht für Geld und gute Worte. LED-Scheinwerfer beispielsweise oder ein adaptiver Tempomat. Immerhin: Parksensoren kann man beim Händler nachrüsten lassen. Hinzu kommt, dass Kia die Selbstzünder (es gibt noch ein Modell mit 115 PS) nur in relativ hohen Ausstattungslinien anbietet.

Kia Stonic (2019) mit Uplift Kit im Motor1-Dauertest

Nun mögen Sie sagen: Der Stonic gefällt mir trotzdem, aber einen Diesel brauche ich nicht. Geht das nicht günstiger? Kein Problem! Kia bietet auch drei Benziner an. Einen 84-PS-Sauger mit 1,2 Liter Hubraum und zwei Turbos mit 100 und 120 PS aus jeweils 1,0 Liter Hubraum. Der stärkste Motor kann auch mit einem Doppelkupplungsgetriebe (plus 1.500 Euro) kombiniert werden. Spannend wird die Chose durch zwei Maßnahmen von Kia: Erstens das Sondermodell "Dream-Team Edition" für die beiden Turbobenziner. Inklusive sind hier das 7-Zoll-Navi, ein DAB-Radio, Smart Key und Startknopf, ein Paket mit Tempomat und aktiver Spurhaltung. Dazu 17-Zoll-Alus, Klimaautomatik, Parksensoren hinten, Rückfahrkamera und LED-Rückleuchten. Fast volle Hütte also und das für 20.990 Euro (100 PS) respektive 21.650 Euro (120 PS). Zweitens kommt nun aber der Clou: Seit Anfang Oktober 2019 gibt es für jede Version des 120-PS-Benziners vom Händler satte 3.500 Euro Rabatt. So reduziert sich die "Dream-Team Edition" auf 18.150 Euro. (Wie sich die 120 PS im Test schlagen, verraten wir hier ...)

Kia Stonic (2019) mit Uplift Kit im Dauertest

Für besonders scharfe Rechner wird das Einstiegsmodell "Edition 7" des Kia Stonic mit 120 PS interessant. Mit Rabatt kostet es nur noch 15.350 Euro und damit weniger als der reguläre Einstieg mit 84 PS. Dabei ist schon hier die Ausstattung ordentlich: 15-Zoll-Alus, Klimaanlage, beheizbare Außenspiegel, Bluetooth-Freisprecheinrichtung und der 7-Zoll-Touchscreen mitsamt Apple CarPlay und Android Auto, was die Navigation per Smartphone ermöglicht. Wer nicht Schneeweiß als einzige Umsonstfarbe möchte, zahlt 550 Euro für Metalliclack. Sinnvoll ist noch das "Emotion-Paket" für 990 Euro: Sitz- und Lenkradheizung, Parkpiepser hinten, Tempomat und elektrische Fensterheber im Fond. Macht summa summarum 16.890 Euro.

Wir könnten an dieser Stelle den Taschenrechner noch weiter glühen lassen. Aber zusammenfassend lässt sich sagen: Aktuell ist der Stonic durch den 120-PS-Rabatt besonders attraktiv. Der Preis ist heiß, die Garantie auch, nämlich Kia-typisch sieben Jahre. Wie sich unser Diesel-Stonic im Alltag fährt, verraten wir Ihnen im nächsten Teil unseres Dauertests.

Kia Stonic 1.6 CRDi (136 PS) Platinum Edition

Motor Vierzylinder-Turbodiesel, 1.598 ccm
Leistung 100 KW / 136 PS bei 4.000 U/min
Max. Drehmoment 280 Nm bei 1.500 - 3.000 U/min
Antrieb Frontantrieb
Getriebeart Sechsgang-Schaltgetriebe
Beschleunigung 0-100 km/h 10,3 Sek.
Höchstgeschwindigkeit 185 km/h
Länge 4.140 mm
Breite 1.760 mm
Höhe 1.520 mm (ohne Uplift Kit)
Kofferraumvolumen 352 - 1.155 Liter
Leergewicht 1.363 kg
Zuladung 450 kg
Anhängelast 1.110 kg
Verbrauch 4,1 Liter/100 km (NEFZ)
Emission Euro 6d-TEMP
Basispreis 26.890 Euro
Preis des Testwagens 27.190 Euro

Bildergalerie: Kia Stonic (2019) mit Uplift Kit im Motor1-Dauertest

Bild von: Fabian Grass